Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Sprechen wir heute Morgen über den ausgebliebenen Stau am ersten Adventssamstag und über Stuttgart 21.

Die konzertierte Aktion von Stadtverwaltung, Polizei, Handel, Stadtwerken und Stadtmarketing zur Regelung des samstäglichen Verkehrs habe Wirkung gezeigt, mailte Hilmar Wörnle, Geschäftsführer des Konstanzer Stadtmarketings, noch am Samstagabend. Enttäuscht, so schrieb er, sei nur ein Schweizer Fernsehteam gewesen, das den Konstanzer Stau filmen wollte, den es entgegen allen Erwartungen aber gar nicht gab.

Den Andrang aus der Schweiz hätte es zwar gegeben, aber der Verkehr sei erfolgreich umgeleitet worden. Intensive Ausschilderung der insgesamt fünf P&R Plätze mit kostenlosem Bussshuttle, Anzeigen, Radiodurchsagen, Infozeitungen sowie situationsbedingtes Öffnen und Schließen von Zufahrten an kritischen Verkehrsknoten wie Grenzbachstraße, Döbelekreisel und am Schnetztor hätten zur Entspannung geführt, meinte Wörnle. Wir glauben, angekommen ist es vor allem auf die Man Power, auf P&R-Angebote, kostenlose Busse und Grillwürste.

Die Händler, so berichtete es das Stadtmarketing weiter, hätten einen für den ersten Adventssamstag üblichen Umsatz gemacht.

Das Schweizer Fernsehteam, das wegen des Konstanzer Samstagsstau da war, aber keinen Stau  fand, sei vom Stadtmarketing mit einer Gratisbratwurst getröstet worden. Das war nett,  finden wir.

Wir fragen uns heute Morgen natürlich erst einmal, wieso es mit der Verkehrsführung, P&R und Shuttleverkehr in Konstanz nicht schon früher geklappt hat? Und wie oft wird Konstanz einen so hohen Aufwand wie an den vier Adventssamstagen betreiben können – für die die Stadt satte 58.000 Euro bereit gestellt hat?

Kommen wir von der Straße auf die Schiene. Am Tag nach der Volksabstimmung über Stuttgart 21 müsste die Diskussion um den neuen Bahnhof eigentlich beendet sein. Die Mehrheit im Land möchte ihn haben. Im Kreis Konstanz stimmten 50,2 Prozent für die Tieferlegung des Bahnhofs – 49,8 Prozent wollten lieber oben bleiben. Auch hier gab es somit eine Mehrheit für Stuttgart 21. In der Stadt Konstanz, einer grünen Hochburg, hingegen stimmten 56,5 Prozent gegen den neuen Bahnhof.

Streng genommen interessiert die Menschen am Bodensee Stuttgart 21 sowieso viel weniger als die Gäubahn und die Südbahn. Was nützt uns der schönste und leistungsfähigste Bahnhof, wenn wir ihn in einer akzeptablen Reisezeit gar nicht erreichen können? Warum hätten die Konstanzer ja zu Stuttgart 21 sagen sollen, solange es mit den Zugverbindung Singen-Stuttgart mau aussieht?

Wir möchten heute Morgen festhalten: Die Grünen waren anfangs wegen des hohen Quorums gar nicht für eine Volksabstimmung über Stuttgart 21. Später sagten sie dann, wenn Stuttgart 21 gebaut werde, sei womöglich kein Geld mehr für den Ausbau der Gäubahn da. Gesagt hatte das zum Beispiel der grüne Konstanzer Landtagsabgeordnete Siegfried Lehmann.

Die SPD sagte sinngemäß papperlapapp, die Gäubahn werde bis 2019 ausgebaut. Wir erwarten von der SPD, namentlich vom Singener Landtagsabgeordneten Hans-Peter Storz, jetzt, dass die SPD das Versprechen hält und Geld für die Gäubahn kommt. Sonst müssten wir leider feststellen, dass wir geleimt worden sind.

Weiter hoffen wir, dass auch nicht nur der Stuttgarter Bahnhof in den kommenden zehn Jahren neu gebaut wird, sondern auch Geld für die Sanierung des Konstanzer Bahnhofs da ist. Er sollte – inklusive breiter Unterführung zu den Bahnsteigen und zum Hafen – Ende 2013 fertig sein.

Starten Sie gut in die neue Woche!

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