Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute starten wir äußerst überstürzt in den Tag. Schuld ist der Parkdruck im Paradies. Wir müssen heute Morgen unser gestern Abend abgestelltes Auto dringend umparken.

So wie es aussieht ist 18.30 Uhr ein denkbar schlechter Zeitpunkt, um als Anwohnerin der Altstadt in Konstanz einen Parkplatz zu suchen. Nach mehreren vergeblichen Fahrten durch die Schotten- und Brauneggerstraße sowie einiger weiterer Straßen mit geschlossenen Parkreihen sind wir in großer Verzweiflung auf den Stephansplatz gefahren. Das Auto konnten wir gestern Abend dort mit viele Glück wenigsten auf einem Anwohnerparkplatz zwischenparken. Wir hätten sogar für die eineinhalb Stunden bis die Anwohnerparkzeit beginnt einen Parkzettel herausgelassen – wir hatten aber leider keine Münzen mehr im Portemonnaie. Mal sehen, was das Parken auf dem gebührenpflichtigen Stellplatz ohne Parkschein gekostet hat.

Streng genommen sind wir ja verwöhnt. Das Auto steht an den meisten Tagen auf einem Stellplatz im Paradies. Innerhalb von Konstanz bevorzugen wir klar das Fahrrad. Denn Autofahren nervt – egal, ob wir nach einem Termin auswärts einen Parkplatz suchen müssen oder uns zu einem Termin aus der Stadt heraus quälen müssen.

Den vierspurigen Ausbau der B 33 – so wie er geplant und planfestgestellt ist -halten wir übrigens – anders als zum Beispiel der Konstanzer Stadtrat Werner Allweiss (FGL) – keinesfalls für überdimensioniert. Sagen wir es so: Ein OB-Kandidat, der sich gegen den Ausbau der Straße aussprechen würde, wäre sicherlich für viele Wählerinnen und Wähler, die in der Vergangenheit bei Bundes- oder Landtagswahlen grün gewählt haben, nicht wählbar. Wir mutmaßen, dass Werner Allweiss die Staus auf der B 33 wenigstens nicht aus häufiger eigener Erfahrung kennt.

Mit Verwunderung haben wir gestern – so wie es übrigens auch der CDU-Stadtrat Alexander Fecker getan hat – zur Kenntnis genommen, dass die Konstanzer Aktionsgemeinschaft „Das bessere Verkehrskonzept“ die jüngsten Schadstoff-Messergebnisse der Schweizer Ostluft zum Anlass genommen hat,  erneut massiv gegen die beschlossene Erweiterung der Lago-Parkhauses zu protestieren. Zwar ist auch der Verkehr für Feinstaub verantwortlich, aber sicher nicht allein – und er wird auch nicht nur durch Staus in der Bodanstraße oder am Bahnhofsplatz in Konstanz verursacht.

Die 220 Stellplätze im Parkhaus Lago werden, wie wir vermuten, sicher zu keiner merklich höheren Feinstaubbelastung führen. Mittlerweile gibt es übrigens einen Bauantrag – und auch erste Einwendungen von Nachbarn.

In einer E-Mail machte uns ein Leser, was wir nicht unterschlagen möchten, darauf aufmerksam, dass ausgerechnet einer der Unterzeichner der Stellungsnahme der Aktionsgemeinschaft „Das bessere Verkehrskonzept“ mit einem sehr betagten Fahrzeug, das wohl eine Schadstoff-Schleuder sein dürfte, durch Konstanz kurve oder wenigstens gekurvt sei. Sagen wir es so: Das ist offenbar schon einigen kommunalpolitisch Interessierten aufgefallen. Wir möchten dieses Thema heute Morgen aber nicht weiter vertiefen. Denn in Konstanz gibt es keine Umweltzone, weshalb auch alte umweltunfreundliche Transporter noch freie Fahrt haben. Das gilt auch für Grüne.

Das Allerletzte: Dem Thema Livestream von Konstanzer Gemeinderatssitzungen können wir uns nun doch erst heute annehmen. Gestern teilte die Stadt mit, dass die Sitzungsvorlage nun doch erst heute auf die Homepage der Stadt gestellt werde.

Kommen Sie gut ins Wochenende!

Ein Kommentar to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Satansbraten
    13. Januar 2012 at 13:14 #

    Wenn man die Feinstaubbelastung in den Jahren von
    1960 bis 1980 gemessen hätte wären bestimmt die
    vergleichbaren Werte zu Heute erschreckend. Es ist
    doch der parameter der eingestellt wird.
    Und an diesem kann ich solange rumdrehen bis es
    eine Belastung gibt.
    Konstanz ist nun mal ein Nadelöhr. Schaut lieber, daß
    die Autobahn in Gottmadingen / Bietingen auf dem
    schweizer Gebiet weitergebaut wird. Dann wird einiger
    Verkehr von Konstanz abfliessen.

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