Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

So wie es aussieht, dreht sich die Welt in diesem Jahr wieder einmal ein bisschen weiter. Sprechen wir über unseren Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, Kaiser Wilhelm II, die Überlinger Oberbürgermeisterin Sabine Becker, direkte Kommunikation und Bürgerbeteiligung oder was sonst noch nicht all zu weit hergeholt ist.

Die grün-rote baden-württembergische Landesregierung hatte am Samstag rund 800 ausgewählte Gäste zu ihrem Neujahrsempfang ins Neue Schloss nach Stuttgart geladen. Besonderes Augenmerk legte das Kabinett des Ministerpräsidenten dabei auf die Würdigung von Ehrenamtlichen. Auch aus der Region Konstanz hatte das Staatsministerium Menschen angeschrieben, die sich seit Jahren im Bürgerschaftlichen Engagement verdient gemacht hatten. Winfried Kretschmann bezeichnete die Ehrenamtlichen im Land übrigens als „Kitt der Gesellschaft“.

Und so nahmen denn auch Dennis Riehle aus Konstanz und Ella von Briel aus Orsingen teil am Empfang der Landesregierung. Ob sie die einzigen aus dem Kreis Konstanz waren, wissen wir natürlich nicht.

Aber nun nach Stuttgart: Der Wandel hin zu einer Bürgergesellschaft, in der der direkte Dialog möglich und wichtig sei, habe seit letztem Jahr im Land Einzug gehalten, habe Kretschmann gesagt. So schreibt Dennis Riehle in einer kleinen Mitteilung. Der Ministerpräsident habe dazu ermutigt, die Möglichkeiten der direkten Demokratie zu nutzen.

Auch die Überlinger Oberbürgermeisterin Sabine Becker hat das Jahr 2012 als das Jahr der Bürgerbeteiligung und des Dialogs mit den Bürgern ausgerufen. Sie sagte beim allerersten Bürgerempfang der Stadt Überlingen am Sonntagvormittag, das Jahr 2012 werde in Überlingen das Jahr der direkten Kommunikation – im Internet oder bei Bürgergesprächen in den Teilorten und der Kernstadt werden. Immerhin ist die OB seit einigen Wochen auch bei Twitter zu finden.

Dass dieser Weg der richtige sei, belegte Sabine Becker ausgerechnet mit einem Zitat Kaiser Wilhelms II. Die Oberbürgermeisterin zitierte also vor geschätzt 500 Bürgerinnen und Bürgern den alten Monarchen und sagte: „Sollten Sie glauben, das wir die Rolle des Internets und der direkten Kommunikation womöglich überschätzen, möchte ich Sie mit einem Zitat überzeugen.“ Der Kaiser habe seinerzeit geäußert: „Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist nur eine vorübergehende Erscheinung.“ Dafür bekam die Oberbürgermeisterin nicht nur spontanen Applaus – sondern auch einige Lacher zu hören.

Daran, dass das Web die Zukunft ist, kommt aber niemand mehr vorbei, selbst in Metzingen nicht. In diesem Jahr möchte auch das Outlet Center, in dem jedes Jahr mehr als drei Millionen Kunden verbilligte Waren von 50 Markenherstellern kaufen, mit einem Shop online gehen. Das ganze Sortiment können Kunden dann auch virtuell einkaufen und müssen nicht mehr unbedingt dazu mit Auto ins Schwäbische reisen.

Starten Sie gut in die neue Woche!

 

Ein Kommentar to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. dk
    16. Januar 2012 at 10:12 #

    „Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist nur eine vorübergehende Erscheinung.“

    Wenn sogar Stockach jetzt laut SK-Online seine umliegenden Dörfer mit DSL 16000 ausstattet und seinen Mitarbeiter nicht am Schreibtisch, sondern auf der Wiese neben einem breiten Graben mit Kabel abbildet, dürfte sich der Kaiser etwas verschätzt haben.
    Bei einer Mietwohnungs-Suche dürfte für ein Arbeitszimmer DSL 16000 inzwischen üblich sein. Stockach ist sozusagen uptodate, wenn es sich nicht nur auf seinen asphaltigen Autobahnanschluss verlässt.
    Es fehlt dann nur noch eine Elektrifizierung seiner Lokalbahn; wahrscheinlich ist mein Wissensstand etwas veraltet und hat sich in den letzten Jahren geändert.

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