Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Sprechen wir heute erneut über die sinkenden Auflagezahlen von Tageszeitungen und das Verb „wulffen“, das Eingang in die Alltagssprache gefunden hat. Hinweisen möchten wir außerdem auf die große Nycomed-Demonstration und die anschließende Kundgebung auf der Konstanzer Marktstätte, zu der die Arbeitnehmervertreter von Nycomed alle Empörten aufgerufen haben. 

Zuerst aber zu den Tageszeitungen. „Same procedure as every quarter: Erneut haben sämtliche 58 Regionalzeitungen mit einer verkauften Auflage von 100.000 und mehr Käufer gegenüber dem Vorjahr verloren“, berichtet das Medienmagazin Meedia. Meedia veröffentlichte die Zahlen von IVW, der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V..

Verloren haben auch im letzten Quartal des vergangenen Jahres wieder die Schwäbische Zeitung und der Südkurier. Bei der Schwäbischen Zeitung ging es von rund 172.000 verkauften Exemplaren um 4.547 Exemplare abwärts. Das war ein Minus von 2,6 Prozent. Die verkaufte Auflage des Südkuriers rutschte von rund 128.000 Exemplaren um 2.238 Exemplare nach unten. Das entspricht einem Minus von 1,7 Prozent.

Kennen Sie die Bedeutung von „wulffen“. Wir glauben, das neue Verb hat zwei Bedeutungen: Es kann erstens bedeuten, eine lange Ansage auf eine Mailbox zu sprechen. Zweitens hat es die Bedeutung entweder nur unvollständig, nicht ganz oder sogar überhaupt nicht die Wahrheit zu sagen.

Wir machen wieder einmal ein Beispiel. Wenn ein Grüner aus dem Bodenseekreis meint, ein Bürgermeister habe nicht so ganz die Wahrheit gesagt, dann kann der Landtagsabgeordnete heutzutage locker behaupten, der betreffende Bürgermeister habe „gewulfft“. Die Menschen werden verstehen, was der Abgeordnete meint. Wir haben bei einigen unserer persönlichen Freunde und Bekannten spontan eine kleine Umfrage gemacht. Alle haben sich erst einmal amüsiert, gelacht und fanden die Äußerung  höchst originell.

Ob freilich auch Konservative das Wort  „wulffen“ bereits verwenden, vermögen wir nicht zu sagen.

Wie in der vergangenen Woche von Nycomed/Takeda angekündigt, sollen 700 Frauen und Männer ihre Arbeitsplätze in Konstanz verlieren. Die IG Bergbau Chemie Energie, der Betriebsrat von Nycomed und die Politik rufen heute alle Empörten in Konstanz gegen die angekündigte Streichung von 700 Arbeitsplätzen bei Nycomed in der Stadt zu protestieren. Die Abteilung Forschung und Entwicklung wird geschlossen. Der Vertrieb zieht nach Berlin und wird verkleinert.

Heute Dienstag, 24. Januar, ziehen Protestierende deswegen durch Konstanz. Auf einer Kundgebung auf der Marktstätte sprechen werden auch Justizminister Rainer Stickelberger (SPD), Landrat Frank Hämmerle (CDU) und der Konstanzer Oberbürgermeister Horst Frank (Grüne). Das Event auf der Marktstätte soll gegen 14.30 Uhr beginnen. Insgesamt handelt es sich um eine Solidaritätsbekundung – mehr wird es voraussichtlich nicht werden.

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

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