Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute Morgen müssen wir über informationelle Selbstbestimmung sprechen. Wir sind besorgt und wenn es in den kommenden Wochen einen schwarzen Tag gibt, dann wird es jener sein, an dem uns Facebook zwingt die Chronik „Timeline“ zwangsweise zu nutzen. Außerdem haben wir eine wichtige Nachricht für Jugendbands.

Gestern haben wir an dieser Stelle noch über Google lamentiert, heute stellen wir fest, dass auch Facebook wie ein hungriges Krokodil nach unseren Daten schnappt und sie verschlingt. Bisher haben wir gepostet, wenn wir an einem gigantisch schönen Tag am See entlang gelaufen sind, zu einem Kundentermin in die Schweiz reisten, eine Freundin wieder gefunden haben oder eine Jeans online bestellt haben.

Wir haben geschrieben wie sehr uns die Fastnacht nervt und dass der Wirt von gegenüber unerlaubt Löcher in unsere Hausfassade gebohrt hat, um ein blödes Transparent aufzuhängen, was Sachbeschädigung ist. Wir haben auf einen Beitrag in anderen Medien hingewiesen, ein Video auf YouTube verlinkt und Kommentare Anderer kommentiert.

Streng genommen weiß Facebook schon heute, mit wem ich befreundet bin, wo ich lebe, was ich mag, wo ich welche Fächer studiert habe, dass ich dieses Blog betreibe, welches Buch mich begeistert hat und wo meine politischen Präferenzen sind. Ich achte beim Posten darauf, nichts zu sagen, was ich nicht auch in einer Kneipe erzählen würde und Menschen am Nebentisch gern mit hören könnten. Es sind aber immer nur Momentaufnahmen – und Namen von anderen nenne ich nie, zumindest nicht, wenn ich mich ärgere und lästere.

In wenigen Tagen müssen alle Facebook-Nutzer die umstrittene Chronik „Timeline“ verwenden – ob sie wollen oder nicht. Ich tue es bisher nicht und ich möchte es auch nicht. Meine Lebenschronik geht niemanden etwas an und wenn ich sie veröffentlichen möchte, würde ich gern wenigstens selbst  entscheiden. Ich  bin auch gegen Vorratsdatenspeicherung, obwohl zum Beispiel auch das Finanzamt sowieso sehr viel, zu viel über mich weiß.

Facebook verletzt unser Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Blöd, dass ich meinen Account wahrscheinlich trotzdem nicht löschen werde. Ich mag Facebook sehr gern und unterhalte mich auch gern mal mit Facebookfreunden.

Erfreuliches zu vermelden, gibt es aus Übersee. Im Sommer findet in Überlingen wieder das Green Beach Festival statt. Dort können auch Nachwuchsbands zum ersten Mal auf einer Bühne stehen. Im vergangenen Jahr fiel das Jugendfestival wegen Umbauarbeiten im Ostbad aus.

Die Veranstaltergemeinschaft aus ehrenamtlichen jungen Erwachsenen, dem Jugendreferat der Stadt Überlingen und Fresh & Funky Events e.V. aus Frickingen freut sich, dass das Festival eine Zukunft hat.

Bereits jetzt sondieren Martin Hellebrand, Laura Weber und Florestan von Tschamer und Osten, die das Festival gegründet hatten, die musikalische Szene nach überregional bekannten Bands, die an beiden Festivaltagen als Headliner auf der Bühne stehen werden. Angeheizt werden die Festivalbesucher schon von Beginn an von Bands aus der Region, die sich – und jetzt aufgepasst – im Vorfeld bewerben können.

Kommen Sie gut durch den Donnerstag!

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