Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute beginnen wir den Tag staunend. Wir fragen uns, wer will bloß diese ganzen Fastnachts- und Karnevalsendungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen sehen? Wir möchten wissen, ist Frank Schirrmacher auf Twitter echt und wieso fragt die Heimatzeitung nicht besser nach?

Nachdem die Heimatzeitung gestern Morgen den Lokalteil ihrer gedruckten Ausgabe mit einem Foto von der Konzilfasnacht aufmachte, haben wir uns entschieden und stellen vorsichtshalber heute Morgen klar: Sie befinden sich hier in einer fasnachtsfreien Zone.

Ab dem kommenden Jahr bezahlen wir alle eine pauschale Haushaltsabgabe. Vielleicht sollte uns das öffentlich-rechtlichen Fernsehen spätestens 2013 endlich fragen, was wir sehen möchten. Wie wäre es mit einem Stimmungsbild mit Hilfe von Liquid Feedback oder einem sonstigen Tool?

Seit gestern folgen wir bei Twitter einem frankschirrmacher. Wir wissen noch nicht, ob er echt ist, falls ja wären wir ein bisschen erstaunt. War Frank Schirrmacher nicht jener Autor, der uns 2009 mit dem Buch „Payback“ oder „Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen“ überraschte? „Digital Natives“ und „Digital Immigrants“ haben „Payback“ gelesen und das Buch verkaufte sich bestens. Schirrmacher redete von der digitalen Überforderung und machte uns mächtig Angst mit Aussagen wie der, dass sich unser Gehirn verändere, wenn wir statt wertvollen Büchern nur noch Häppchen im Web konsumieren. Später riet er wenigstens Journalisten dann aber doch, Twitter und Facebook zu nutzen.

Der Winterdienst der Technischen Betriebe Konstanz verzichte in diesen Tagen auf den Einsatz von Streusalz. Ab minus sieben Grad Celsius lasse die Tauwirkung des Salzes stark nach, schrieb die Heimatzeitung. Mehr als die vierfache Dosierung der üblichen Salzmenge wäre notwendig, um die Straßen wieder freizubekommen. Das 300 Tonnen fassende Salzlager der Stadt schon nach drei Tagen leer. Wir reiben uns verdutzt die Augen.

Auf dem Gelände des Werkhofs in Überlingen steht auch ein Silo mit 120 Tonnen Streusalz. In einem Außenlager hat der Werkhof weitere 100 bis 150 Tonnen Salz gebunkert. Diese Menge entspricht, wenn die Heimatzeitung korrekte Zahlen nannte, beinahe der Menge Salz, die in Konstanz lagert. Und aufgepasst: Außerdem gibt es in Überlingen einen Tank für 4.000 Liter Salzlauge. Während Streusalz nur bei Temperaturen von bis zu minus 7 oder 9 Grad wirke, taut die Salzlauge auch noch bei Temperaturen von minus 15 Grad Eis auf den Straßen auf. Von der Fähre kommende Brummis müssten also nicht zwangsläufig hängen bleiben – auch nicht bei zweistelligen Minusgraden.

Selbstverständlich könnte alles auch noch viel schlimmer kommen. Bereits vor Tagen hatte Russland seine Gaslieferungen nach Westen teilweise eingeschränkt, weil der staatliche Energieriese Gazprom wegen der kalten Witterung vorrangig den heimischen Markt versorgen musste. Energieversorger und Industrie hätten deswegen schon weniger Gas bekommen, während Privathaushalte problemlos weiter heizen konnten. Mit einem Anteil von knapp 40 Prozent ist Deutschland extrem von russischem Erdgas abhängig. Das berichtet der SWR.

Wir verabschieden uns heute Morgen erst einmal und begeben uns auf eine Reise auf eine Insel mit Luft- und Wassertemperaturen von um die 30 Grad. Sie liegt mitten im frostigen Deutschland. Eine Vergnügungsreise wird es leider aber nicht. Wir haben uns verabredet, um eine Reportage über 24 Stunden Bodensee-Therme zu machen.

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