Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Wir starten in einen typisch Montag und die Botschaften, die wir für Sie haben, sind nicht nur erfreulich. Wir sprechen über Umleitungen des Busverkehrs in Konstanz wegen der Vollsperrung der Riedstraße, über Google+ und noch einmal über den Konstanzer Alt-OB Bruno Helmle und dessen NS-Vergangenheit. Es kann nicht sein, dass einer wie er Ehrenbürger von Konstanz bleibt.

Umstellen müssen sich die Fahrgäste, die die Konstanzer Stadtbusse nutzen. Wegen der Vollsperrung der Riedstraße fahren mehrere Linien vom Mittwoch, 29. Februar, bis 23. März nicht die gewohnten Strecken und halten auch nicht an den üblichen Haltestellen.

Die Buslinie 6 vom Stadtzentrum nach Wollmatingen, Litzelstetten und zurück wird nicht über das Industriegebiet Süd, sondern stattdessen über die Max-Stromeyer-Straße fahren. Gleiches gilt für die Linie 15 zwischen Staad und Bahnhof Wollmatingen sowie für die Kurse der Linie 13 durch das Industriegebiet. Diese Linien fahren die Haltestellen zwischen Neuwerk und Fritz-Arnold-Straße während der Vollsperrung der Riedstraße nicht an.

Für Fahrgäste aus dem Bereich Industriegebiet Süd setzen die Stadtwerke vom 29. Februar bis 23. März aber ein Busshuttle ein. Für Fahrgästen haben die Stadtwerke unter Telefon +49 7531 803-666 außerdem eine Hotline eingerichtet.

„Um Google+ steht es nicht sonderlich gut. Die anfängliche Euphorie hat sich gelegt, Zwar haben sich mittlerweile über 100 Millionen Menschen bei Google+ registriert, aber was ist diese Zahl wert, wenn nur ein Bruchteil davon regelmäßige Aktivität an den Tag legt?!“ Das haben wir bei netzwertig.com gelesen und genauso gut könnten die Sätze von uns stammen. „Mittlerweile besuche ich Google+ nur noch aktiv, wenn ich einen netzwertig.com-Beitrag auf unserem Google+-Profil verlinken möchte“, heißt es auf dem Blog.

Die Rede ist denn auch davon, dass Google+ womöglich trotz aller Anstrengungen von Google keine Zukunft haben könnte. Auch wir selbst lesen und kommentieren bevorzugt auf Facebook und bei Twitter. Bei Google+ sind wir eher selten, nur noch gelegentlich, um einen See-Online-Beitrag zu verlinken.

Beim Stöbern auf dem Bücherflohmarkt rund ums Konstanzer Münster hielten wir im vergangenen Sommer auch die Memoiren von Bruno Helmle in den  Händen. Es war ein Exemplar der „Erinnerungen und Gedanken eines Oberbürgermeisters“, das sogar eine persönliche, handschriftliche Widmung des Alt-OB’s enthielt, der 1996 in Konstanz verstorben ist. Seine letzte Zeit hatte er im Wohnstift Rosenau verbracht. Wir haben das Buch zurück in die Kiste gelegt.

So wie es aussieht, sind sich einige Konstanzer noch unschlüssig zu sein, welche Konsequenzen aus dem in der vergangenen Woche vorgelegten „Gutachten zur Tätigkeit von Dr. Bruno Helmle (1911-1996) während der Zeit des Nationalsozialismus und in den ersten Nachkriegsjahren“ zu ziehen sind. Der Mann, der bis 1980 Oberbürgermeister in Konstanz war, sei einer von vielen in der NS-Zeit gewesen, sagen einige und solche Sätze klingen seltsam verharmlosend.

Helmle trägt Mitverantwortung für die Verbrechen während des Naziregimes. Und er war ein Profiteur. Dass viele Ausgebombte ihre Haushalte während des Krieges, als in Deutschland nur noch Rüstungsgüter produziert worden sind, mit Einrichtungsgegenständen aus den verlassenen Wohnungen jüdischer Familie einrichteten, taugt nicht als Entschuldigung. Aus moralischer Sicht war dieses Handeln Helmles verwerflich. Helmle war damals kein Ehremann.

Konstanzer Ehrenbürger kann Helmle allein auch schon deswegen nicht bleiben, weil er, wie drei Konstanzer Forscher, zwei Historiker und ein Politikwissenschaftler,  nun im 21. Jahrhundert herausgefunden haben, die Öffentlichkeit getäuscht hat. Helmle hätte seine Memoiren nach seiner letzten Amstzeit nicht schreiben müssen. Als er sich entschied, sie zu verfassen, hätte er aber ehrlich sein und  auch Reue zeugen müssen. Das hat er nicht getan. Er hat stattdessen seine Lebenslüge aufrecht erhalten. Helmle ist bis zuletzt zu den Bürgern seiner Stadt nicht aufrichtig gewesen – und das allein wäre Grund genug, ihm die Ehrenbürgerwürde zu entziehen.

Das Allerletzte: Der Konstanzer Kreisverband der Piratenpartei forderte am Freitagnachmittag die Klärung der Geschehnisse beim Konstanzer Fastnachtsumzug sowie eine Stellungnahme der Stadt Konstanz, der Parteien und der Vereinigten Konstanzer Narrengesellschaften und erwartete eine klare Distanzierung.

Oberbürgermeister Horst Frank hatte zu diesem Zeitpunkt bereits verurteilt, dass Neonazis den Zug für einen Auftritt missbraucht hatten. Geäußert hatte sich bereits auch die Linke und in einem Kommentar bei See-Online hatte Marcus Nabholz geschrieben: „Ich persönlich distanziere mich auf jeden Fall von dieser Gruppe und ich denke dass ich auch im Namen meiner Präsidentenkollegen der Vereinigten Konstanzer Narrengesellschaften spreche.“ Den Vereinigten Konstanzer Narrengesellschaften die Schuld für diesen Auftritt zu geben, halte er aber für überzogen. Marcus Nabholz hat sicher Recht. Vermutlich lässt es sich auch in Zukunft kaum verhindern, das sich Neonazis in Veranstaltungen wie Feste oder Feiern Unbeteiligter mogeln und sie diese für Auftritte nützen. Das ist anscheinend Teil ihrer Strategie. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die unbekannten, vermummten Personen wegen des Verdachts, eine Straftat nach dem Versammlungsgesetz begangen zu haben.

Starten Sie gut in die neue Woche!

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