Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute möchten wir noch einmal über das Ende des Verkehrsdialogs in Überlingen und eine Ausstellung in Konstanz sprechen.

Am Tag nach der Entscheidung des Gemeinderats hat anscheinend nicht wenige Überlinger das Gefühl beschlichen, dass nach der Entscheidung gegen eine Fußgängerzone in der Christophstraße nichts gut ist. Eine verkehrsfreie Innenstadt ist weiteste Ferne gerückt. Alles zurück auf null, heißt es nun nach zwei Jahren Verkehrsdialog.

Ein See-Online Leser schrieb: „Die Entscheidung ist bedauerlich, denn der Vorschlag unserer OBine wäre ein recht guter und auch fairer Kompromiss gewesen, der auch die konsensfähigen Ergebnisse des Bürgerbeteiligungsprozesses berücksichtigt hätte.“

Sechs Wochen hätten die Bürger nun noch Zeit, mit einem Bürgerbegehren den Gemeinderatsbeschluss zu korrigieren. Zehn Prozent der Wahlberechtigten müssten unterschreiben. Ob sich die Bürger noch einmal zusammenraufen könnten, ist aber fraglich: Die Enttäuschung ist bei vielen zu groß.

Nur noch mit einem Bürgerentscheid, den die Bürger erzwingen,  wäre zu verhindern, dass die Stadt Überlingen nun auch noch Geld für die Prüfung einer Grabentrasse ausgibt, die technisch sicherlich machbar, aber nach Aussage des Regierungspräsidiums nicht genehmigungsfähig und auch nicht finanzierbar wäre. Die von einer Trasse betroffenen Anwohner haben mittlerweile weiße Laken mit Prostesbekundungen nach draußen gehängt.

Nicht vorenthalten möchten wir Ihnen heute Morgen außerdem den Hinweis, dass ein Portrait des früheren Überlinger Oberbürgermeisters Volkmar Weber nun in der Ahnengalerie der Stadt hängt. Während die Bildnisse seiner beiden Amtsvorgänger Patzel und Ebersbach eher abstrakt wirken, hat sich Weber naturalistisch portraitieren lassen. Das Bild wirkt fast wie ein Foto.

Ein Gesprächspartner, den wir am selben Tag in ganz anderer Sache getroffen haben, stellte unvermittelt die Frage, wie sich denn wohl die aktuelle Oberbürgermeisterin malen lasse? Die Frage war nur rhetorisch: Der Gesprächspartner hatte schon ein Bild klares vor Augen – wie Marilyn Monroe von Andy Warhol, meinte er.

Sprechen möchten wir heute außerdem noch über eine Austellungseröffnung, die wir sehr gern ankündigen. „Man tut Dinge, von denen man weiß, dass sie nichts bewirken. Aber man tut sie trotzdem.“ Mit diesem Satz bat das Theater Konstanz um die Ankündigung der Ausstellung.

Das Zitat stammt nicht etwa vom Intendanten Christoph Nix, sondern von dem Schweizer Psychoanalytiker, Chirurgen, Ethnologen, Schriftsteller und Weltreisenden Paul Parin (1916-2009), dem das Theater Konstanz eine Ausstellung widmet. Bisher unveröffentlichte großformatige Fotografien Paul Parins zeigt das Theater ab dem Freitag kommender Woche, 16. März, im Foyer des Stadttheater Konstanz. Vernissage ist um 18.30 Uhr im Foyer des Stadttheaters.

Paul Parin hatte zusammen mit seiner Frau Goldy Parin-Matthey in den fünfziger bis siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zahlreiche Reisen nach Afrika, um in den Dörfern Westafrikas den Völkern der Dogon und Agni zu begegnen. Bei diesen Reisen entstanden faszinierende Fotos afrikanischer Gesellschaften, die weitestgehend unberührt von europäischen Einflüssen lebten.

Die Vernissage eröffnen werden Birgit Allenbach von der Pädagogischen Hochschule Zürich, Johannes Rusch vom Zentrum für Psychiatrie Reichenau, Professor Thomas Kirsch von der Universität Konstanz und Professor Christoph Nix, Intendant des Stadttheater Konstanz.

Kommen Sie gut ins Wochenende!

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