Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Bevor wir uns heute ins sonnige Wochenende verabschieden, möchten wir noch einmal auf eine Demonstration gegen rechte Gewalt heute Nachmittag in Konstanz hinweisen und auf unseren Beitrag zum Thema Heimat hinweisen.

Es wäre jammerschade, wenn wir das Thema Heimat allein unserer selbst ernannten Heimatzeitung überlassen würden. Soweit wird es nun aber glücklicherweise nicht kommen. Gestern haben wir immerhin eine lokalhistorische Ausstellung im Städtischen Museum in Überlingen angekündigt, bei der es um Heidenhöhlen geht.

Es kam wie es kommen musste. Uns fiel das „Heideröslein“, eines der bekanntesten und volkstümlichsten romatischen Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe ein. Sie ahnen es: „Sah ein Knab ein Röslein stehen, Röslein auf der Heide, War so jung und morgenschön, Lief er schnell es nah zu sehn, Sah’s mit vielen Freuden. Röslein, Röslein, Röslein rot, Röslein auf der Heiden.“

Des weiteren kam uns eine Landschaft in den Sinn, die Heide. Vor unserem geistigen Auge zogen nährstoffarme und saure Böden sowie typische Pflanzen wie Heidekrautgewächse, Wacholder und Kiefern vorbei.

Wir dachten sogar schon an Heidschnucken, jene höchst genügsame Schafsrasse, die in der Heidelandschaft zu Hause ist.

Um uns begreiflich zu machen, was Heidenhöhlen sind, musste uns der Überlinger Museumswächter gar das Wort „Anti-Christ“ an den Kopf werfen. Wir wussten eben bisher nichts von in den Fels gehauenen uralten, geheimnisumitternden Höhlen auf der anderen Seite des Sees. Als die Rede darauf kam, dass einst sogar ein Räuber in den Höhlen gehaust haben soll und wir den Totenschädel auf dem Flyer sahen, mussten wir gleich an Störtebeker denken.

Die Höhlen, in denen sich auch sakrale Räumen befunden haben, seien ein Natur- und Kulurdenkmal und eine Touristenattraktion gewesen, bevor sie einem schnöden Straßenbau weichen mussten, heißt es. Trotzdem ist es so: Wären da nicht wunderschöne Gemälde, die die Höhlen samt ihren Eingängen und Fenstern inklusive romantischer Episoden, sprich Liebespaare davor, zeigen, hätten wir gar geglaubt, uns möchte jemand verfrüht in den April schicken.

Ganz glücklich sind wir, dass uns wenigstens der Waldrapp etwas sagte. Wir waren ihm schon einmal in Zusammenhang mit der Ausstellung „Die Welt im Topf – Kulturgeschichte der Bodensee-Küche“ des Konstanzer Rosgartenmuseums begegnet. Der Waldrapp ist einst heftig bejagt worden und längst ausgestorben.

Nicht versäumen möchten wir es ansonsten, heute Morgen auf eine Demonstration gegen Rechts am heutigen Freitag, 16. März, hinzuweisen. Aufgerufen hat ein breites Bündnis aus Politik, Kirchen und Gewerkschaft in Konstanz. Die Demonstration gegen rechte Gewalt beginn um 16 Uhr am Landratsamt am Georg-Elser Platz. Eine Kundgebung findet um 17 Uhr auf der Marktstätte statt.

Das Allerletzte: Anlässlich des Besuchs des Twitter-Gründers Jack Dorsey bei Bundeskanzlerin Angela Merkel gab Regierungssprecher Steffen Seibert gestern ein Bürger-Interview bei Twitter. Er soll, so heißt es und wie auch die Zeit online berichtete, vor allem Sprechblasen abgesondert haben. Mit Fragen wie „Sollte man Wildfleisch vorher in Alufolie vorgrillen, bevor man es auf den Rost wirft?“, hatte Seibert womöglich nicht gerechnet. Oder anders ausgedrückt: Auch Social Media und Microblogging muss man lernen. Die Regierungssprecher können anscheinend alles, nur nicht twittern und auch nicht sofort.

Starten Sie gut in ein sonniges Wochenende!

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