Guten Morgen Bodensee!

Kolumne – Aus der Flachwasserzone

Heute ist Donnerstag, der 3. Juni. Es regnet. Der Meteo sagt für die Deutschschweiz – was meist auch zu unserem Wetter passt – oft bewölkt, örtlich Regen und am Bodensee höchsten 16 Grad voraus. Weiter möchten wir Sie heute Morgen darauf aufmerksam machen, dass die Geschäfte – aus Konstanzer Sicht – diesseits der Grenze geschlossen bleiben. In Deutschland ist Fronleichnam gesetzlicher Feiertag – in der Schweiz dagegen nur in den überwiegend katholisch bevölkerten Kantonen Appenzell Innerrhoden, Jura, Luzern oder Nidwalden, weshalb der Meteo für die Schweizer und jenseits der Grenze arbeitende Deutsche heute nicht ganz so dramatisch ist.

Es geht ein Bi-Ba-Butzemann in unserm Kreis herum. Er rüttelt sich, er schüttelt sich, er wirft sein Säckchen hinter sich …Gerade haben wir zu unseren ersten Tasse Kaffee noch ein paar Tweets gelesen und bei Twitter probehalber als Suchbegriff einmal kurz „Zensursula“ eingegeben. Schon seit gestern machen Mikro-Blogger und das Web so richtig mobil gegen Ursula von der Leyen. Wer etwas zu sagen hat, tippt bei Twitter seit Mittwoch am besten Hashtag „not my president“ oder Hashtag „Zensursula“ ein.

Für alle die noch nicht so geübt mit dem Zwitschern sind: „Hashtag“ ist bloß der englische Ausdruck für das Rautezeichen #. Aber niemand muss nur wegen „Zensursula“ mit dem Twittern beginnen. Auch auf Facebook haben wir bereits eine „Zensursula-Gruppe“ entdeckt. Was im Netz los ist, fragen Sie? Wir sagen nur Zugangserschwerungsgesetz. Wer’s genauer wissen will, klickt am besten auf http://web.piratenpartei.de/Pressemitteilung-100602-Bankrotterklaerung-der-etablierten-Politik. Die Facebook-Gruppe ist unter http://www.facebook.com/?ref=home#!/group.php?gid=122035707836075 zu finden. Das Motto „Not my president“ ist übrigens nicht neu und universell einsetzbar. Der Slogan schreit auf der ganzen Welt hinaus: XY ist nicht mein Präsident/meine Präsidentin. In diesem Fall geht’s eben um das Amt der Bundespräsidentin und um Ursula von der Leyen…

Nicht verhehlen möchten wir, dass wir heute ein bisschen traurig und nostalgisch gestimmt sind. Mit „Zensursula“ hat dies aber nichts zu tun, sondern eher mit der Bodensee-Schifffahrt und besonders mit dem Schiff „Baden“. Wahrscheinlich zum letzten Mal schipperten wir gestern mit dem nostalgischen Ausflugschiff von Meersburg zurück nach Konstanz. Demnächst fährt den Kurs auf dem Überlinger See das „Neue“. Am 19. Juni wird das bisher noch namenlose 15. Schiff der BSB-Flotte am Überlinger Landungsplatz getauft…

See und Himmel waren gestern passender Weise von einem seltenen bleiernen, tristen Grau und das Ufer verschwamm im Nebligen. Ganz so traurig wie von der alten „Überlingen“ sei der Abschied von der 1935 gebauten „Baden“ aber nicht, erzählten die Matrosen an Bord. Denn die „Baden“ tuckert anders als die „Überlingen“ wenigstens nicht direkt in die Schrottpresse, sondern erst einmal in den See vor Lindau. Die  „Baden“ ächzte und stöhnte gestern noch ein bisschen bei der Überfahrt und an der Reling fraß sich schon der Rost durch die rote Farbe am Geländer. Das neue „Traumschiff“ sei ein schönes Schiff, erzählte die Besatzung, die demnächst an Bord des modernen Fahrgastschiffes wechseln wird. Es sei schadstoffarm, steht in in einem Flyer. Der  Klabautermann und alle anderen werden sich wohl an Bodensee-Schiffe im neuen Design gewöhnen müssen…Tschüss MS „Baden“!

Gehen Sie doch mal wieder an Bord!

Waltraud Kässer

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