Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Sprechen wir heute über Andreas Renner, Lärm und keine Scherben am Seerhein.

Sebastian Turner, Mitgründer der Berliner Werbeagentur Scholz & Friends, wird OB-Kandidat der Stuttgarter CDU. Er gilt als Erfinder des Slogans „Wir können alles – außer Hochdeutsch“. Heute Morgen könnten wir die Imagekampagne des Landes Baden-Württemberg einfach ein bisschen abwandeln und sagen. „Er kann alles – am besten Kommunikation und PR“. Auch Stuttgarts früherer Oberbürgermeister Manfred Rommel hatte sich für Turner ausgesprochen.

Dass er sich mit PR auskennt, sind keine schlechten Voraussetzungen für einen Kandidaten und  auch nicht für einen möglichen späteren Oberbürgermeister. Wer die Kommunikation beherrscht, gewinnt. Umgekehrt hat es, wie wir gelegentlich auch beobachten können, verheerende Folgen, wenn ein Politiker nicht ausreichend in seine Selbstdarstellung investiert. Mancherorts fahren Amtsträger eher auf holprigen Feldwegen als auf  Autobahnen.

Auf Sebastian Turner entfielen am Samstag bei den Vorwahlen der Stuttgarter CDU 462 Stimmen, auf Andreas Renner 231. Damit war der parteilose Turner der offizielle Bewerber der CDU bei der OB-Wahl im Oktober. Andreas Renner ging vorerst leer aus.

Der frühere OB von Singen, kurzzeitige Landessozialminister und heutige Repräsentant der Energie Baden-Württemberg, musste in seiner Rede blöderweise auch noch über einen zu Unrecht geführten Master-Titel sprechen.

Da wir in Konstanz weiterhin auf den ersten Bewerber warten, der in unserer Stadt  Oberbürgermeister werden möchte, könnten wir in der Zeit, bis sich tatsächlich ein Kandidat meldet, noch ein bisschen darüber spekulieren, ob sich Andreas Renner nun womöglich doch noch für Konstanz begeistern könnte.

„Selbstdarsteller unter sich“, heißt es übrigens am Freitag dieser Woche, 23. März, passend beim Konstanzer Musiker und Entertainer Tobias Bücklein im Quartierszentrum. Andreas Renner hat, wie wir von Bücklein wissen, zugesagt – unabhängig von etwaigen OB-Kandidaturen.

Mit Entsetzen stellen wir soeben fest, dass es am Freitag eine Terminüberschneidung gibt. Zeitgleich findet das Konstanzer Konzilgespräch statt. Wir neigen, so wie es aussieht, aber eher zu den Selbstdarstellern und haben Bücklein schon fest zugesagt.

Sprechen wir heute Morgen noch über Lärm. Auf die Frage wodurch sich die Deutschen am meisten gestört fühlen, antworteten 55 Prozent durch Straßenverkehr, 37 Prozent durch Nachbarschaft und 29 Prozent durch Flugverkehr. Diese Zahlen nannte das Umweltbundesamt. Studien besagen, dass Krach, besonders nächtlicher Lärm, ein bisher unterschätztes Umweltproblem ist und die Gesundheit schädigt.

In der vergangenen Woche hatte sich die Konstanzer SPD beim Oberbürgermeister beschwert, dass an der Fastnacht ein Scherbenteppich die Stadt überzogen hat und auch die Beschallung durch Lautsprecher angesprochen und darauf hingewiesen, dass Bewohner der Innenstadt massiv unter Lärmemissionen gelitten haben.

Wir meinen, dass Innenstadtbewohner die eine Woche dauernde Verlärmung des Innenstadt an Fastnacht, auch und gerade in den Nachtstunden zwischen Mitternacht und vier oder fünf Uhr am Morgen, dauerhaft nicht mehr hinnehmen sollten. Auch die Stadt darf da nicht mehr einfach nur wegschauen und so tun, als ob bei bestimmten Anlässen alle Spielregeln selbstverständlich und unausgesprochen außer Kraft gesetzt seien.

Das Allerletzte: Ob die Bewohner der Stadt am Seerhein auch in diesem Jahr wieder Scherben sammeln, steht noch nicht fest. Wer im Bereich des Heroséparks oder vor der Bischofsvilla auf dem Mäuerchen und Stufen sitzt und beim momentanen Niedrigwasser in Richtung Seerhein schaut, sieht fast keine Scherben.

Klar ist, es gibt Argumente für und gegen ein Glasverbot – es gibt Befürworter und Gegner und kontroverse Diskussionen. So wie es aussieht hat das Verbot aber tatsächlich gewirkt.

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