Guten Morgen Bodensee!

Kolumne – Aus der Flachwasserzone

Heute möchten wir uns den wetterbedingten Besucherrekorden in den Konstanzer Bädern im Monat Mai, der Eröffnung der Sonderausstellung des Rosgartenmuseums „Die Welt im Topf“ im Kulturzentrum und einer Facebook Falle widmen.

Die Konstanzer Stadtwerke gehören zu den wenigen Gewinnern, die dem viel zu kalten und zu nassen Monat Mai, tatsächlich etwas Gutes abgewinnen konnten. Die „wechselhafte Witterung“, wie die Stadtwerke das gruselige Maiwetter rückblickend etwas euphemistisch umschreiben, lockte im Mai mehr 50.000 Gäste in die Konstanzer Bodensee-Therme und in das Schwaketenbad. „Bei Dauerregen wie an Christi Himmelfahrt kamen mehr als 1000 Besucher pro Tag ins Schwaketenbad“, jubelte Bäderchef Dr. Georg Geiger. Wer an so einem Tag allerdings versucht, im Hallenbad Bahnen zu schwimmen, kommt sich im Sportbecken vor wie beim Unterwasserrugby, weshalb wir dem Schwaktenbad mittlerweile die Bodensee-Therme vorziehen, in der sich im unterkühlten Monat Mai sogar mehr als 30.000 Gäste aufwärmten.

Eine Matinee zur Eröffnung der Sonderausstellung „Welt im Topf“, die von heute an im Kulturzentrum am Münster zu sehen ist, beginnt heute morgen um 11 Uhr im Festsaal des Steigenberger Inselhotels in Konstanz. Der Leiter der Städtischen Museen, Dr. Tobias Engelsing, wird den Gästen im Inselhotel näher bringen, weshalb nicht nur Feinschmecker am Bodensee auch heute noch besser essen und trinken als viele Menschen in anderen Landstrichen. Die Ausstellung im Richentalsaal, mit der der Historiker Engelsing die Geschichte der Bodensee-Küche spannend in Szene gesetzt hat, macht zum Beispiel Schluss mit der Mär, dass sich schwäbische Spätzle von badischen Knöpfle unterscheiden. Weil ein hungriger Bauch aber wahrscheinlich nicht nur nicht gern studiert, sondern auch nicht gern Ausstellungen besucht und schon gar keine über Küchentraditionen anschauen möchte, serviert das Inselhotel vor dem Rundgang durch die Schau ein Menü. Die Speisenfolge: Reichenauer Salat mit gebratener Lachsforelle und gerösteten Nüssen, Poulardenbrust mit Rosmarinjus, Zucchini, Bärlauch-Kartoffeltaler und zum süßen Abschluss Grießflammeri mit Rhabarberkompott. Fisch hätte es übrigens auch in den Magerjahren gegeben – statt Poulardenbrust aber vielleicht Schwanensteak.

Schließen möchten wir heute mit einem lebenspraktischen Thema. Es ist ja so, dass sich in Facebook und Mikroblogsystemen immer mehr Leute tummeln. Während sich fortgeschrittene Facebooknutzer, wie die Teilnehmer an einer Session beim Barcamp Bodensee am Samstag, über Fragen austauschten wie, sind die Vorteile von Facebook größer als die Nachteile, wie steht es um den Schutz der Privatheit, was passiert, wenn eine falsche Info retweetet wird und der Ursprungstweet gelöscht wird, treiben andere weniger fortgeschrittene Nutzer ganz andere Fragen um. Ein Konstanzer Stadtrat beispielsweise sagte uns, er finde Facebook klasse, weil es ihm immer zu Beginn der Woche automatisch sage, welche seiner „Freunde“ im Laufe der Woche Geburtstag hätten. Er schreibe dann montags sofort und auf einen Rutsch an alle Geburtstagskinder eine Nachricht, die auf Facebook ja automatisch zum richtigen Zeitpunkt ankomme. Aha, sagen wir. Hat Ihnen auch schon einmal jemand, vielleicht ein Konstanzer Stadtrat, dessen Fraktionszugehörigkeit wir aus Gründen der Diskretion nicht nennen möchten, montags zum Geburtstag gratuliert, wenn Sie erst mittwochs oder freitags hatten? Wir sagen in diesem Fall nur ein Wort: Userfehler.

Ein schönes Restwochenende noch!

Waltraud Kässer

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.