Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute machen wir es kurz. Der Donnerstag wird ein schöner Tag. Draußen zwitschern die Vögel. Wenn der Meteo recht hat, bekommen wir einen föhnigen Tag mit sommerlich anmutenden Temperaturen von 18 bis 22 Grad.

Die Chancen, dass die Stadt Konstanz zum ersten Mal eine Oberbürgermeisterin bekommt, stehen gar nicht schlecht. Am Mittwochabend entschied sich die Freie Grüne Liste für Sabine Seeliger. Fest steht: Die 43-jährige promovierte Biologin könnte das grüne Rathaus verteidigen und die erste grüne Oberbürgermeisterin in Baden-Württemberg werden.

In der Vergangenheit hat sich Sabine Seeliger stets klar positioniert und zusammen mit der Aktionsgemeinschaft „Das bessere Verkehrskonzept“ zum Beispiel die City-Maut gefordert. Bei ihrer ersten öffentlich Vorstellung warb die Grüne für eine grüne Stadtpolitik, Bürgerbeteiligung und Transparenz.

Sabine Seeliger trat sehr souverän auf und hinterließ einen sympathischen Eindruck. Sie sprach von neuen Medien und könnte sich Online-Abstimmungen durchaus vorstellen. Das seien grüne Themen, sagte sie und enterte die Politik der Piraten. Auch darüber, wie sie  das Konziljubiläum am liebsten begehen würde, hielt sie nicht hinterm Berg und sagte schlicht: „Nicht peinlich.“

Dass die Grüne null Erfahrung im Umgang mit der Verwaltung hat und  auf gar keinen Fall als Verwaltungsprofi durchgehen dürfte, stört erst einmal niemanden. Weshalb auch? Der Werbeprofi Sebastian Turner probiert’s in Stuttgart ja auch als Quereinsteiger.

Noch immer nicht entschieden haben sich die so genannten bürgerlichen Parteien. Freie Wähler, FDP und CDU haben sich noch nicht geoutet – genauso wenig wie Sabine Reiser, die Mitglied der CDU ist, aber innerhalb der CDU auch immer wieder aneckte und gern in Konstanz kandidieren möchte. Auch sie redet selbstverständlich über Bürgerbeteiligung und grüne Themen. Der Wind der Veränderung weht auch im bürgerlich-liberalen Lager.

Auch die Juristin, die mehr als zehn Jahre in einer Führungsposition im Landratsamt Bodenseekreis arbeitete und seit zwei Jahren das Referat Städtebauförderung beim Regierungspräsidium Stuttgart leitet, könnte Oberbürgermeisterin in Konstanz werden. Sabine Reiser (50) will als unabhängige Bewerberin antreten, wenn sie sich entscheidet zu kandidieren. Was sie schreckt, sind momentan noch die Wahlkampfkosten.  Sie hat, so wie es  aussieht, nicht genug Sparschweinchen zum Schlachten.

Die SPD – liebe SPD, die Information habe ich nicht von Euch, sondern von anderen Gruppierungen, weil es anscheinend schon die Spatzen von den Dächern pfeifen – möchte gern einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken. Er ist Bürgermeister und somit einer, der mutmaßlich Verwaltung kann. Noch ist über das Profil des Kandidaten aber nicht viel bekannt. Eine spannende Frage lautet: Könnte er auch mit den Grünen oder vielleicht auch mit den Freien Wählern?

Ein SPD-Kandidat wäre in Konstanz, sollte ihn nur die SPD unterstützen, wohl genauso wenig mehrheitsfähig wie ein CDU-Kandidat.

Die Wahl entscheiden werden in Konstanz mutmaßlich die weltoffenen, liberalen, gut ausgebildeten und gut verdienenden Bürger in der Mitte der Gesellschaft, die grün, liberal, piratig oder womöglich sogar konservativ wählen könnten. Ob der SPD-Kandidat tatsächlich antritt, sei angeblich noch nicht ganz entschieden. Die letzten Kommunalwahl- und Landtagswahlergebnisse der SPD dürften ihn kaum ermutigen.

Tatsache ist bisher denn auch  nur: Es bleibt spannend.

Starten Sie gut in den Donnerstag!

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.