Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute möchte ich ein bisschen von  „meinem OB-Wahlkampf“ in Konstanz erzählen. Gestern hat mich am Rande des Meisterspiels der Baskets eine Mitbewerberin von Sabine Reiser, Sabine Seeliger(Grüne), ganz direkt gefragt, ob ich Sabine Reiser denn nun „coache“? Ich denke ich antworte am besten öffentlich auf dem Blog. Ich habe ja genauso wie die Kandidatinnen Transparenz versprochen.

Meine Antwort ist, ja, ein bisschen und sehr wahrscheinlich mehr als ich selbst ahne. Ich mache ein Beispiel: Gestern Nachmittag habe ich Sabine Reiser den Konstanzer Herosé Park gezeigte. Ich habe sie mit genommen, dahin, wo die Konstanzer den ersten echten Sommertag am Seerhein verbracht haben. Auf der Wiese war fast kein freies Fleckchen mehr zu finden. Auch auf den Freitreppen saßen die Menschen. Ich habe ein bisschen von dem Leben in der Stadt  erzählt und auch von der Lässigkeit. Ich habe ihr gezeigt, wo wir im Sommer baden und sogar unser Plätzchen, das wir „Am Karpfen 4“ nennen. Manchmal chillen wir da im Sommer mitten am Nachmittag. Das ist das kleine Glück von Freiberuflern, die, wenn sie keine Kundentermine haben, auch mal spät abends texten können – oder auch am Sonntagmorgen so wie gerade noch mit dem ersten Kaffee  in der Hand und im Schlaf-T-Shirt.

Ich habe sie noch mit zu Freunden genommen, wo wir dann mit Blick auf den Seerhein auf einem wunderschönen Balkon saßen und am Nachmittag einen Kaffee genossen und ein bisschen geplaudert haben. Sie hatte den ganzen Tag über Termine. Dort war es sehr nett, ein bisschen privat halt.

Was ist in Konstanz wichtig? Jeder OB-Bewerber braucht einen Kompass. Ich nenne es nicht „coachen“, sondern vielleicht besser ein bisschen durch die Stadt navigieren. Ich habe  ihr, als wir beim Kompetenzzentrum vom Mediamarkt aus über die groben Steine bei der Baustelle zum Seerhein gegangen sind, vorgeschlagen, sie soll sich bequeme Sneakers kaufen. Und sie soll endlich ihren Fahrradhelm aus Stuttgart mitbringen, damit sie  nicht mit dem Auto von A nach B fahren muss. Mein Zweitbike leihe ich ihr gern, aber nicht, solange sie noch keinen Helm hier in Konstanz hat.

Dann das „Who is who“. Ich habe erzählt, wer in der Stadt wer ist. Ich glaube, das ist nicht unzulässig und nichts, was ihre aus Konstanz kommende Mitbewerberin Sabine Seeliger nicht selbst auch weiß. Wäre Sabine Reiser von einer Partei nominiert, bekäme sie die Infos auch – nur aus dem Netzwerk der Partei wahrscheinlich.

Und dann wäre da natürlich noch mein Powerpoint-Vortrag über das Web 2.0. Es ist ja nicht so, dass wir uns noch nie  privat darüber unterhalten hätten, wie das Web die Gesellschaft insgesamt verändert. Klar habe ich ihr schon begeistert von den Barcamps erzählt, wo IT-, Web- und Medienmenschen ihr Wissen teilen. Sabine Reiser sagt dann, dass alle zusammen gescheiter seien als ein Einzelner. Ich nenne das lieber Schwarmintelligenz.

Ausgeholfen habe ich ihr in den vergangenen Tagen ansonsten mit ganz praktischen Dingen. Ich habe für Sabine Reiser schnell einen Medienverteiler zusammen gestellt und prompt die Schwäbische Zeitung vergessen, weil sie auf meinem Konstanzer Verteiler nicht darauf steht. (Ich hoffe, die Kollegen verzeihen mir noch mal.) Ich denke, auch das ist an sich nichts Großartiges. Sabine Seeliger arbeitet im der AG „Das bessere Verkehrskonzept“ mit. Auch sie haben einen Presseverteiler und die Streuobstmosterei sicher auch.

Gefressen werden wir bekanntlich von den Kleinigkeiten. Sie sind die größten Zeitdiebe. Am Samstag habe ich es nicht mehr mitansehen können und Sabine Reiser geholfen ihr Notebook aufzuräumen. Sie geht jetzt mit einem anderen Browser ins Netz. Ich habe ihr eine Startseite eingerichtet, auf der sie auf einen Blick ihre Mails und ihren Kalender sieht. Facebook und Twitter sind nur einen Klick weit entfernt. Auch die nervigen Pop-ups öffnen sich jetzt nicht mehr.

Gestern Abend hat Sabine Reiser dann gegen Mitternacht dann noch einmal hier geklingelt. Sie war begeistert. Sie sagte, die Atmosphäre in der Stadt sei ganz wunderbar gewesen. Das ist im Sommer an späten Samstagabenden nichts Außergwönliches habe ich ihr gesagt – auch wenn die Altstadt bei Jazz-Down-Town einen ganz besonderen Sound hat. Heute will sie (schon) wieder kurz vorbei kommen. Sie wolle ihre Bewerbung einwerfen – und sei sowieso in der Stadt.

Kommen Sie gut durch den Sonntag! Falls Sie erst am Montag wieder aufs Blog schauen, einen guten Start in die neue Woche!

Ein Kommentar to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. Biograf
    29. April 2012 at 13:19 #

    Vorbildlich, wie du das darstellst. Mal schauen, zu wie viel Transparenz sich die Kandidatinnen durchringen können.
    Btw, was mich wirklich wundert: Mit wie wenig IT- und eMedia-Kompetenz man es zur Regierungsdirektorin bringt.
    Bei beiden Sabines besteht in Sachen eKommunikation noch reichlich Nachholbedarf.

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