Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Wir starten in einen mutmaßlich gewittrigen Montag und schauen, wie seit Wochen, ziemlich verschlafen aus unseren viel zu kleinen Augen.

Heute Nachmittag werden wir also Uli Burchardt kennen lernen. Er stellt sich den Medien im Café Wessenberg vor. Am Donnerstag dieser Woche präsentiert sich Uli Burchardt dann den CDU-Mitgliedern bei einer Mitgliederversammlung im Quartierszentrum im Krankenhaus.

Am Samstag hatte der Südkurier irrtümlich berichtet, dass auch Sabine Reiser bei der Versammlung sei. Ist sie aber nicht. Der Grund: Die Einladung kam sehr, sehr kurzfristig per SMS. Sabine Reiser ist an dem Abend sozusagen bereits vergeben. Sie trifft sich mit Vertretern des Konstanzer Schülerparlaments und sagt, die jungen Konstanzer seien ihr wichtig. Außerdem sind Sabine Reisers Unterstützer wenig geneigt, erneut bei der CDU aufzulaufen. Sie sagen, sie hätten sich entschieden und Sabine Reiser solle lieber Wahlkampf machen.

Es ist ja auch so, dass die Kandidatin bereits an einer Mitgliederversammlung der CDU ebenfalls im Quartierszentrum teilnahm. Der Saal war sozusagen brechend voll. Gerade einmal 30 bis 40 CDU-Mitglieder waren gekommen und viele Stühle blieben damals leer. Vergeblich warteten an dem Maiabend, an dem sich die OB-Kandidatin zusammen mit dem mittlerweile gewesenen Meinhard Schmidt-Degenhardt präsentiert hatte, viele Konstanzer auf Sabine Reiser beim Gassen-Freitag in der Niederburg. Immerhin, der Fernsehmann Schmidt-Degenhard war wenige Tage später aus dem Rennen.

Wie anstrengend ein engagierter OB-Wahlkampf  ist, erleben die Unterstützer von Sabine Reiser mittlerweile an sieben Tagen in der Woche täglich etwa 25 (!) Stunden. Dass sie ihre Medienmitteilungen nicht von Hand meißelt, ist naheliegend. Blöd, dass ich mich auch mit einem Word Press Blog auskenne, in der Küche ganz kreativ bin, unsere Dachterrasse zum Relaxen einlädt und es so ist, dass ich mittlerweile doch etwas mehr in den Wahlkampf verwickelt bin, als ich anfangs annahm. Das Notebook aufladen ist noch der geringste Support.

Dass Norbert Röttgen gefeuert worden ist und die lila gewandete FDP-Birgit-Homburger den FC Bayern gar hasst, ging glatt an mir vorbei. Die Toten Hosen haben das vor Jahren schon viel diplomatischer ausgedrückt und punkig geraunt „Nie im Leben würde ich zu Bayern gehen.“.

Besonders in Habacht-Stellung bin ich in diesen unruhigen Wochen, wenn die OB-Kandidatin, die ja wahlkampfbedingt sämtliche Konstanzer Wochenmärkte besucht, großartig frisch, saisonal und regional einkauft. Ihre Kochkünste sind, wie ich hier gern vermelde,  durchaus passabel, aber zum Aufräumen der Küche kommt sie in diesen aufregenden, ereignisreichen Tagen leider eher nicht mehr. Die Frequenz der Termine ist mittlerweile hoch. Spätestens, wenn das Smartphone brummt und vibriert und sie abrupt den Esstisch verlässt, bleibe ich mit Tellern, Töpfen, Resten und sonstigen Hausarbeiten allein zurück. Dabei habe ich ja auch zu tun.

Am Samstag habe ich einen Zettel mit dem Hinweis an die Wohnungstür gepappt, dass die Wohnung geputzt sei, die Spülmaschine laufe und ich mich nun in anderen Spähren auf der Dachterrasse befinde. Die Nachbarn von oben, die bisher nur gelegentlich in den Wahlkampf verwickelt werden, kündigten an, sie würden ein Blog schreiben. Titel „Unter unseren Füßen“.

Das vergangene Wochenende war aber glücklicherweise ganz entspannt. Alles hat zum Glück zwei Seiten. Schön, dass Kandidatinnen viele Termine haben. Während Sabine Reiser sich am Samstagabend auf den Weg zu einem Konzert des Musikvereins Konstanz-Wollmatingen machte, habe ich den lauen Abend wahlkampffrei in einem Biergarten am Seerhein genossen. Später kam noch Hugo hinzu.

Heute muss ich dringend einmal zum Konstanzer Feinkost Zipp, der ein wunderbares Holunder-Minze-Sirup verkaufen soll.

Das Leben ist rundum schön – und auch wilde Zeiten muss es geben.

Starten Sie gut in die neue Woche!

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