Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute, am Montag nach den Pfingstferien, beginnt angeblich die heiße Phase des Wahlkampfes. Nur wettermäßig stimmt es leider nur bedingt. Wir wähnen uns in einer Welt  der totalen Beliebigkeit. Bundesarbeitsministerin von der Leyen, Verdi-Boss Bsirske und Bundesarbeitsagenturboss Weise sind auf die absurde Idee gekommen,  gekündigte Schlecker-Mitarbeiterinnen zu Erzieherinnen umzuschulen, weil 14.000 Erzieher-Stellen nicht besetzt sind und der Rechtsanspruch auf einen KITA-Platz im August 2013 kommt.  Am 1. Juli wählt Konstanz eine neue Oberbürgermeisterin oder einen Oberbürgermeister. Mit Erstaunen stellte die informierte Öffentlichkeit bei Bewerberschluss fest, dass auch hierbei Qualifikation anscheinend keine großen Rolle zu spielen scheint. Oberbürgermeister kann scheinbar jeder. Wieso sich wohl keine Schlecker-Mitarbeiterin gemeldet hat?

Der eine OB-Bewerber möchte einen Hektar Land für jeden, ein anderer würde aus Konstanz gern einen Europapark Rust machen. Der Chef der Blätzlebuebe-Zunft, der das Narrentreffen noch immer nicht abgerechnet hat und das die Stadt nachträglich noch viel Geld kosten dürfte, fühlt sich genauso berufen, die Stadt zu retten, wie eine maliziös auftretende Stadtführerin.

Wieso fragt die Lokalzeitung Frau Seeliger nicht endlich, wie sie das mit der City Maut eigentlich meint? Bei ihrer eigenen Medienkonferenz in den Pfingstferien sagte Sabine Seeliger, dass alle die City Maut bezahlen müssten, die mit dem Auto ins linksrheinische Konstanz fahren, das gelte also auch für die Bewohner der Altstadt und des Paradieses, die für die Einfahrt in ihre Straßen zahlen sollen, nur dass diese 90 Prozent Rabatt bekämen. Die Frage wäre nur: 90 Prozent wovon? Und bezahlen Wollmatinger und Dettinger den selben Preis wie Stuttgarter? Erstatten Wirte ihren Gästen womöglich den Wegezoll?

Herr Burchardt ist bei der Podiumsdiskussion zum Thema Wirtschaft und Verkehr im Konzil in der vergangenen Woche seltsam blass geblieben. Er verschickt nun sein Wahlprogramm in Häppchen an die Medien. Passagenweise, zum Beispiel bei P+R und der Ablehnung der City Maut, ähnelt es dem von Frau Reiser sehr. Sie war aber zuerst da. Dafür haben sich CDU-Größen wie Wolfgang Müller-Fehrenbach hinter den scheinbar so unabhängigen Kopf Burchardt gestellt, der mit seiner Attac-Mitgliedschaft und seinem Reden über Nachhaltigkeit versucht, auch bei Wählern der Grünen anzudocken.

Was meint Sven Zylla eigentlich mit dem sozialen Miteinander? Er schreibt auf seiner Website „Wir müssen allen Menschen die Möglichkeit geben, am sozialen Leben teilzuhaben.“ Im persönlichen Gespräch an Haustüren hat der Kandidat der SPD zum Beispiel in der vergangenen Woche in Wollmatingen und auch in Dettingen Wähler erreicht. Zylla hat Verwaltungswissenschaft in Konstanz studiert, hat den Rang eines Regierungsdirektors und arbeitet an der Schnittstelle zwischen Politik und Verwaltung. Er käme aufgrund seiner Qualifikation als OB in Frage.

Dasselbe gilt auch für Sabine Reiser, Juristin und ebenfalls Regierungsdirektorin. Sie gewinnt in persönlichen Gesprächen auf Wochenmärkten und vor Supermärkten in Wollmatingen und in der Reichenaustraße. Warum aber fragt sie niemand, was sie mit einem Innovationspark genau meint? Wie würde er sich vom Kompetenzzentrum oder dem Technologiezentrum unterscheiden? Was möchte sie mit den leerstehenden Büro- und Gewerbeflächen machen? Immerhin sie würde auf dem Döbele in ihren ersten hundert Tagen mit einer Baugrunduntersuchung beginnen, um zu klären, wie viele Stellplätze dort überhaupt entstehen können.

In dieser Woche stehen Podiumsdiskussion des Gesamtelternbeirats am Mittwoch, 13. Juni, um 20 Uhr in der Mensa des Suso-Gymnasiums und die Podiumsdiskussion des Mieterbunds zum Thema Wohnungspolitik am Freitag, 15. Juni, um 19.30 Uhr im Landratsamt auf dem Programm. Dort können die Wählerinnen und Wähler die Kandidatinnen und Kandidaten im direkten Vergleich erleben. Am Tag zuvor, Donnerstag, 14. Juni, gibt es außerdem eine Podiumsdiskussion der Bürgervereinigung Allmannsdorf-Staad ab 19.30 Uhr im Pfarrsaal St. Georg (Mainaustraße 155).

Wer sich die Bewerberinnen und Bewerber lieber online anschauen will, kann sich die Podiumsdiskussion aus der vergangenen Woche im Konzil auf der Website von Regio TV anschauen.

Starten Sie gut in die neue Woche!

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