Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Sprechen wir heute Morgen über den ewigen Talk vor der OB-Wahl. Die Runden sind ermüdend. Heute Abend geht es dann zu Entertainer Tobias Bücklein ins Quartierszentrum beim Krankenhaus. Bücklein hat sein Publikum vorab online abstimmen lassen, fragte auf der Straße und startet auch noch eine Umfrage im Saal und möchte erst dann entscheiden, wen er näher befragt.

Das Magazin der „Spiegel“ kündigte in dieser Woche auf dem Titel eine Geschichte über die Talk-Runden in der ARD an. Der Tenor lautete, die ARD demontiere ihre eigenen Stars, oft seien die Runden langweilig, auch weil es  zu viele Talkshows gebe. So oder so ähnlich ist es auch mit den Podien vor der Konstanzer OB-Wahl.

Die Zahl der Podien ist zu groß – und die Moderatoren sind allzu oft ungeübte Amateure. Sie können es nicht. So passiert es, dass die 13 Kandidatinnen und Kandidaten immer wieder dasselbe sagen dürfen. Niemand unterbricht sie, niemand hakt nach und der Erkenntnisgewinn ist meistens gering. Spaß machte am Donnerstag beim Kulturpodium allein der Auftritt von Theaterintendant Christoph Nix.

Ausreißer nach oben wie das Wirtschaftspodium im Konzil, bei dem Trailer liefen und jeder Kandidat exakt eine Minute zum Anworten hatte, oder die U18-Veranstaltung im JuZe hat es gegeben. Auch dort war das Format ein etwas anderes. Die Idee mit dem World Café verdient Lob.

Bei den meisten anderen Podien wirkten die Kandidatinnen und Kandidaten wie Roboter, die zentrale Aussagen aus ihren Wahlprogrammen herunter ratterten. Unterschiede gibt es kaum.

Beim Kulturpodium am Donnerstagabend war es sogar so, dass am Abend noch nicht einmal die Fragen, die die Veranstalter den OB-Bewerbern schriftlich gestellt hatten, vor den Zuhörerinnen und Zuhörer wiederholt und vorgetragen worden wären. Sie seien in einer Anzeige in der Heimatzeitung veröffentlicht worden, hieß es. Worauf antworteten die Bewerber überhaupt, mussten sich alle fragen, die die Anzeige mit den sieben Fragen nicht mehr im Kopf oder nie gelesen hatten.

Wie wäre es den, wenn die Kulturschaffenden die Bewerber vor dem zweiten Wahlgang fragen würden, wie sie sich zum Beispiel das Rosgartenmuseum der Zukunft vorstellen und was sie verändern würden? Die Kandidaten könnten zum Beispiel sagen, sie würden alles so lassen wie es ist, weil Tobias Engelsing einen guten Job macht, oder auch, dass das Museum unterfinanziert ist und sich noch nicht einmal einen Audioguide, eine App oder eine eigene spannende, interaktive Website mit Videos leisten kann.  Diese Statements könnten die Veranstalter dann zum Beispiel als Podcast ins Web stellen und sie könnten im Eingangsbereich des Museums laufen.

Gut eine Woche vor dem 1. Juli steht fest: Weniger Podien – und dafür professioneller moderierte Podien wären mehr gewesen.

Bitte, frag‘ doch auch einmal etwas, haben  viele Besucherinnen und Besucher des Blogs in den vergangenen Tagen an See-Online gemailt oder es im persönlichen Gespräch gesagt. Gestern habe ich mir deswegen zehn Fragen überlegt, die ich am Nachmittag an Sabine Seeliger, Sabine Reiser, Uli Burchardt, Sven Zylla und Benno Buchczyk gemailt habe. Ich hoffe auf kreative Antworten.

Ein Podcast wäre natürlich besser gewesen. Aber es gibt ja voraussichtlich noch einen zweiten Wahlgang.

Starten Sie gut ins Wochenende!

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