Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Zeit, dass sich etwas dreht. Heute Abend lädt die Heimatzeitung Südkurier die OB-Kandiatinnen und Kandidaten zu einer großen Veranstaltung ins Konzil. Es wird die letzte vor dem Wahltag am 1. Juli sein. Beginn ist um 19 Uhr.

Nicht eingeladen ist heute Abend dem Vernehmen nach Roman Urban. Offenbar von sich aus abgesagt hat Thomas Linz. Nicht alle Kandidaten fühlen sich von der Zeitung, wie es aussieht, fair behandelt.

Eher unschöne Worte sind wenige Tage vor der Wahl zu hören – so fühlen sich Kandidaten ausgegrenzt oder gar diskriminiert.  Vorgeworfen worden ist der Zeitung von verschiedenen Seiten zuletzt auch unprofessionelle Berichterstattung –  angeblich würden jene Bewerber bevorzugt, die während des Wahlkampfes gleichzeitig als Kunden auftreten, also Anzeigen schalten, schimpfte eine Bewerberin bei einer öffentlichen Veranstaltung ins Mikrofon. Solch ein Vorwurf ist sicher so nicht haltbar.

Angreifbar gemacht hat sich die Heimatzeitung aber sehr wohl. Sagen wir es so, zumindest, was den „Wahlsager“ angeht, der einen Wahl-O-Maten imitiert, muss sich die Zeitung Unprofessionalität vorwerfen lassen. Fehler sind passiert. Deswegen war der Wahl-O-Mat dem Vernehmen nach sogar teilweise offline und die Zeitung entschuldigte sich öffentlich wegen der Panne. Ein Ruhmesblatt ist das nicht.

Fragwürdig ist auch die so genannte Sonntagsfrage, die die Heimatzeitung gepostet hat. Mit der Sonntagsfrage, die Meinungsforschungsinstitute stellen und bei denen die Bevölkerung in repräsentativen Umfragen befragt wird, hat sie so gar nichts zu tun. Viele nehmen das Online-Voting im  Bezahlbereich gar nicht erst zur Kenntnis. Tobias Bücklein illustrierte die Südkurier-Umfrage und ähnlich aussagekräftige Online-Umfragen in seiner Show zuletzt übrigens mit einer Grafik, die die durchschnittlichen Niederschlagswerte von Konstanz zeigte.

Öffentlich gemacht haben Kandidatinnen und Kandidaten mittlerweile ihre Wahlkampfkosten. Sabine Reiser und Sabine Seeliger liegen hier vorn. 48.680 Euro hat Sabine Reiser bisher ausgegeben und 45.000 Euro Sabine Seeliger. Ein Erfahrungswert ist 1 Euro pro Wahlberechtigtem. Die Wahlkampfkosten von Reiser und Seeliger dürften sich grob in dieser Höhe bewegen.

Apropos Geld. Das Defizit der Südwestdeutschen Philharmonie ist noch ein bisschen höher als gedacht. Das geht aus dem Abschlussbericht für 2011  hervor, über den der Orchesterausschuss heute sprechen wird. Satte 321.000 Euro fehlen. Sparen will das Orchester jetzt ausgerechnet bei der Kinder- und Jugendkonzertreihe. Bleibt zu hoffen, dass sich das Orchester – zusammen mit seinem zukünftigen Publikum – so nicht womöglich selbst abschafft.

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

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