Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Heute ist Montag und heute ist der Tag, an dem der neue Konstanzer OB Uli Burchardt in sein Amt eingeführt wird.

In einer Sondersitzung des Gemeinderats wird es passieren und hinterher wird Konstanz einen neuen Oberbürgermeister haben, der kein Grüner ist, sondern Mitglied der CDU. Uli Burchardt wird also vereidigt und in das Amt eingeführt werden. Die Sitzung ist öffentlich und beginnt um 16 Uhr im Ratssaal in der Kanzleistraße 15.

Der Abschied von Horst Frank am Samstag war ein heiterer. Dem alten OB wünschen wir für die nahe Zukunft nur noch schönes Wetter, wenn er mit seinem neuen Fahrrad, das ihm der Konstanzer Gemeinderat zum Abschied schenkte,  in seinen Ruhestand hinein radelt.

Dem neuen Oberbürgermeister und natürlich auch Konstanz wünschen wir einen guten Start. Die Mehrheit der Konstanzer hat zwar bei der OB-Wahl gar nicht mitgewählt, was besorgniserregend ist, und die Mehrheit derer, die gewählt haben, haben nicht Uli Burchardt gewählt. Aber das ist jetzt egal. Der neue Oberbürgermeister hat, wie alle neu gewählten Oberbürgermeister, eine faire Chance verdient.

In Frankfurt gibt es auch einen eher noch neueren Oberbürgermeister, der Petra Roth folgte. Am Wochenende haben wir in unserer bayerischen Lieblingszeitung gelesen, dass der neue OB bei Theater- und Operpremieren und beim Fußball fehlt und sich zwei Abende in der Woche für seine Tochter reserviere. Er soll gesagt haben, er sehe sich als arbeitenden und nicht als repäsentierenden OB.

Wenn wir die Wahl hätten, würden wir uns auch für Konstanz einen OB wünschen, der seinen Job macht und nicht unbedingt bei jedem öffentlichen Anlass seinen Auftritt haben muss. Auch für eine Radtour sollten auch OB’s nicht erst  dann wieder Zeit haben, nachdem  sie ihre Amtskette zurückgegeben haben.

Wenn Uli Burchardt seinen Job, also das Regieren, gut macht, es mit Fahrradabstellplätzen in der Stadt, weniger Staus und Wirtschaftsförderung klappt, hat er den Respekt der ganzen Stadt verdient, auch falls er es am einen oder anderen Abend nicht zu den Events schafft, bei denen die Honoratioren auf ihn warten.

Beim Gassenfreitag in der Niederburg haben wir in der vergangenen Woche zufällig Sven Zylla und Martin Luithle und am Samstag beim Kinderfest im Stadtgarten auch Mykola Neumann wieder getroffen. Auch sie hatten bei der OB-Wahl kandidiert und nicht gewonnen. Es war ein Wettbewerb. So eine OB-Wahl ist eine Erfahrung, und das Leben geht für alle weiter.

Nur in Überlingen ist das womöglich anders, da befindet sich die Oberbürgermeisterin sozusagen ständig im Wahlkampf, obwohl gar keine Wahl ist, sondern erst wieder in vier Jahren.

Die Gegnerin der Oberbürgermeisterin ist die Heimatzeitung und zuletzt hat sich sogar Alt-OB Reinhard Ebersbach ins Getöse eingemischt und die OB wegen angeblicher Anglizismen kritisiert. Vorgehalten hat er der Oberbürgermeisterin konkret, dass sie die Abteilung Facility Management geschaffen  hat. Allen, die womöglich meinen, es gehe um Hausmeistertätigkeiten, sei gesagt, Facility Management, hat eher etwas mit weniger Geld für die Instandhaltung von Gebäuden ausgeben zu tun, weil robustere Materialien verbaut werden oder so ähnlich. Facility Management ist Kostenkontrolle.

Was wir damit sagen wollen, Oberbürgermeister zu sein, ist vermutlich nicht nur ein Traum-Job.

Also Good Luck, Herr Burchardt.

Starten Sie gut in die neue Woche!

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