Guten Morgen Bodensee!

Von Waltraud Kässer

Bevor wir uns heute Morgen der Zukunft zuwenden und in die neue Woche starten, wenden wir den Blick noch einmal zurück. Am vergangenen Freitag, es war eine laue Spätsommernacht, füllten sich noch einmal die Gassen der Niederburg mit Menschen, Musik und Bratwurstdüften. Die Läden öffneten bis 22 Uhr. Unschön waren die Wegelagerer.

Wir sagen es genauso wie wir und viele andere es empfunden haben: Die Wegelagerei des Vereins Niederburg Vital hat genervt. Wer vom Münsterplatz in Richtung Brückengasse- und Inselgasse gehen wollte, wurde von Mitgliedern des Fördervereins barsch auf die Möglichkeit des Kaufs eines Buttons hingewiesen. Vielleicht sollten wir richtiger sagen, eher genötigt, einen Button zu kaufen.

Wir waren auf direktem Weg unterwegs zur Rheingasse, um eine Fotoausstellung anzusehen, und wollten spontan keinen Button kaufen. Wir mussten uns deswegen von Mitgliedern des Vereins übel hinterher maulen lassen. Das war wirklich nicht schön.

Später haben wir dann tatsächlich einen Schlenker bis vor die Weinstube Niederburg gemacht, wo eine Band spielte. Bei der SPD in der Tulengasse – auch dort gab es Live-Musik – haben wir einen Plastikbecher Bier genommen und anschließend eine freiwillige Spende in die Kasse gelegt. Wir haben gehört, wie sich Besucher des Gassenfreitags beim Bier über aufdringliche Buttonverkaufversuche beschwerten.

In der Inselgasse haben wir in der Nähe des Radcenters Radial an einem Stand noch eine sehr leckere Bratwurst gegessen. Sie kostete 2.50 Euro. Das ist normal.

Ein sehr junges, sehr freundliches Mitglied des Vereins sprach uns neben dem Stand noch einmal wegen eines Buttons an. Er sagte, die Buttons würden verkauft, um den Gassenfreitag zu ermöglichen, also die Musik und die kulinarischen Köstlichkeiten. Wir sagten, wir hätten etwas getrunken und direkt etwas gespendet. Der nette Typ hat es akzeptiert.

Was uns ärgert, ist die Fantasielosigkeit, mit der der Verein Niederburg Vital, der doch angetreten ist, um die Niederburg wieder zu beleben und ihr Image zu verbessern, neuerdings auftritt.

Klar muss das Geld auch für den Christbaum auf dem Münsterplatz irgendwo her kommen. Das verstehen sicher viele. Warum verkauft der Verein also nicht zum Beispiel symbolisch Lichtlein, die bald wieder an der Tanne blitzen?

Vielleicht ist es ganz gut, dass die Gassenfreitage jetzt erst einmal Pause machen. Nach einer Denkpause könnte im kommenden Jahr alles auch wieder gut werden. Ein Gassenfreitag ein paar Nummern kleiner wäre auch nicht schlimm, aber bitte 2013 kein Hinterhergemaule mehr.

Starten Sie gut in die neue Woche!

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