Guten Morgen Bodensee!

Kolumne aus der Flachwasserzone

Heute ist Freitag, 18. Juni, und der zweite Spieltag der Deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Fußball-WM in Südafrika. Wettermäßig sieht es so aus: Das Foto eines Schneemanns mit einer Vuvuzela, so wie es auf der Titelseite der Zeitung „Volksblad“ in der WM-Stadt Bloemfontein zu sehen war, wird es aus Port Elizabeth in Südafrika heute nicht geben.

Während gestern noch eine neue Kaltfront – in Südafrika und nicht bei uns – mit Frost für die weit über 1000 Meter hoch gelegenen Spielorte Johannesburg (1750 Meter), Pretoria (1124 Meter) und Bloemfontain (1400 Meter) vorausgesagt worden ist, müssen sich Bundestrainer Joachim Löw und seine Jungs beim zweiten WM-Vorrundenspiel der Gruppe D heute in Port Elizabeth und um 13.30 Uhr live im ZDF nicht ganz so warm anziehen.

Apropos anziehen. Deutsche Fans, die sich am Bodensee auf den Weg zum Public Viewing machen möchten, sollten sich heute auf folgendes Wetter einstellen: Oft bewölkt und stellenweise ergiebiger Niederschlag, mindestens aber leichter Regen. Die Höchstwerte liegen voraussichtlich bei rund 18 Grad. Gestern haben wir übrigens draußen sitzend das 4:1 Argentiniens gegen Südkorea am Fernseher bei Kuyu Kebap in der Kreuzlinger Straße mitverfolgt. Heute werden wir uns aber wohl eher eine Indoor-Fankurve suchen.

Größere Probleme haben freilich Fans, die weder beim Publik Viewing noch beim ZDF zuschauen können, weil sie noch arbeiten müssen. Was tun also, wenn Fans während der Nachmittagsspiele im Büro bleiben und arbeiten simulieren müssen? Wer laufend die Spielstände auf den Sportseiten verfolgt, macht sich beim Arbeitgeber möglicherweise nicht sonderlich beliebt. Helfen könnte das Firefox-Add-On footiefox.  Es zeigt die Spielstände der WM-Spiele an und signalisert, wenn ein Tor gefallen ist. Das Ganze gibt’s diskret rechts unten in der Status-Zeile des Browsers. Den Torjubel sollte man oder frau allerdings abschalten.

Wer Lust hat, selbst gegen den Ball zu treten, ist übrigens im Comics- und Spieleladen „Seetroll“ in der Zollernstraße in Konstanz richtig. Dort wird parallel die Fußball-WM eine WM mit dem Tipp-Kick-Tischfußballspiel ausgetragen. Tipp-Kick ist ein Spiel für zwei Spieler und eine Art Fußball-Simulation. Das Spielfeld besteht aus einer Spielplatte, zwei Toren, zwei Torhütern und zwei Feldspielern sowie einem zweifarbigen, zwölfeckigen Ball. Im Gegensatz zum Kicker-Tischfußball mit Spielfiguren an festen Stangen bewegen die Spieler die Spielfiguren beim Tipp-Kick frei auf dem Spielfeld. Durch das Antippen des Kopfes der Spielfigur bewegt sich der Fuß und kickt den Ball. Erfunden wurde das Tipp-Kick-Spiel von einem Stuttgarter Möbelfabrikanten namens Karl Mayer, der das Spiel 1921 zum Patent anmeldete. Der Schwenninger Exportkaufmann Edwin Mieg erwarb die Lizenz 1924, machte sich noch im selben Jahre selbstständig und machte das Tipp-Kick in den 30-er Jahren zu einem echten Verkaufsschlager. Der Schwenninger Familienbetrieb produziert Tipp-Kick auch heute noch.

Beim WM-Turnier im „Seetroll“ mitmachen können 32 Spieler. Jeder Spieler spielt für eine andere WM-Mannschaft. Der Konstanzer Stadtrat Klaus Frank tritt dieses Mal stellvertretend für Südafrika an. Ansonsten kicken zum Beispiel auch Steuerberater oder Schüler. Eine Halbzeit dauert jeweils fünf Minuten. Gestern holten die Tipp-Kicker das Spiel Schweiz gegen Spanien nach. Wir sagen nur: Hopp Schwiiz. Die Schweiz gewann auch im „Seetroll“ und das mit 10:4. Wer noch einsteigen will, könnte es noch tun. Fünf Mannschaften sind noch frei, so Michael Palm von „Seetroll“. Palm freut sich übrigens jetzt schon auf die Frauenfußball WM im kommenden Jahr. Dann gibt’s nämlich zum ersten Mal Tipp-Kick mit Frauenfiguren, mit langen Haaren und so weiter…

Heute aber geht’s erst einmal mit Jogis Jungs gegen Serbien. Die Polizei rechnet bei einem Erfolg des deutschen Teams übrigens mit spontanen Autokorsos und Jubelfeiern, die zusammen mit dem Feierabendverkehr der Nicht-Fußball-Fans, für ein kleineres Verkehrschaos sorgen könnten.

Kommen Sie gut und zügig durch den Freitagvormittag – und nicht vergessen: Um 13.30 Uhr ist Anpfiff!

Waltraud Kässer

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