Guten Morgen Bodensee!

Kolumne aus der Flachwasserzone

Heute ist alles klar. Seit gestern Abend steht fest: Am Sonntag um 16 Uhr haben die meisten einen fixen Termin. Achtelfinale Deutschland gegen England: Viertelfinale oder Heimflug. Auch über das Wetter müssen wir heute nicht viele Worte verlieren: Sonnig und bis 25 Grad. In die Prognose des Meteo des Schweizer Fernsehens zu zappen macht in etwa genauso viel Freude wie  auf YouTube zum Beispiel ein Video Facebook in Real Life anzuschauen.

Das Konstanzer Stadttheater lädt heute nach Überlingen ein, wo die Theaterleute das Programm des Überlinger Sommertheaters vorstellen. Getoppt wird diese Pressekonferenz allerdings eine Stunde später noch von einer der Stadt Überlingen. Die Überlinger möchten noch einmal etwas zu ihrer Landesgartenschau 2020 sagen, für die sie in dieser Woche ja den Zuschlag erhalten haben, und worüber die Oberbürgermeisterin anschließend fast so sehr jubelte wie die deutschen Fußballfans nach dem Spiel gegen Ghana gestern Abend.

Apropos Oberbürgermeisterin. Es ist so, dass einige unserer Leser fanden, Sabine Becker sei bei uns in Sachen DSL fürs Gewerbegebiet Oberried zu gut weg gekommen. Sie wissen schon, es geht darum wie die Deutsche Telekom ausgebootet worden ist und die Stadtwerke Überlingen SWÜ ins Spiel gekommen sind. Die gedruckte Tageszeitung habe kritischer berichtet, so der Vorwurf. Das wollen wir nur sehr ungern auf uns sitzen lassen. Wir müssen aber trotzdem bei unserer Darstellung bleiben. Wir haben gestern noch einmal bei Udo Harbers, dem Pressesprecher der Deutschen Telekom für die Region Süd, nachgefragt. Es ist so, dass die Deutsche Telekom der Stadt einen Vertrag vorlegte, in dem sie anbot, das Gewerbegebiet innerhalb von neun Monaten an die schnelle Datenautobahn anzuschließen. Das wäre verbindlich vertraglich dann so vereinbart gewesen. Allerdings hätte der Vertrag tatsächlich einen Passus enthalten, der die Kündigungsfristen regelt. Nach 18 Monaten hätte die Stadt kündigen können, falls die Telekom nicht ausgebaut hätte – und auch die Telekom hätte nach 18 Monaten fristlos kündigen können. Eine kürzere Frist hätte im Überlinger Fall wegen der Realisierungszeit von nur neun Monaten – statt der sonst üblichen 18 Monate – vereinbart werden können, so Harbers.

„Schwamm drüber“, sagt der Pressesprecher der Deutschen Telekom aber. Ein bisschen stinkig ist die Deutsche Telekom, so wie es aussieht, tatsächlich nur, weil die Stadt nicht einfach offen sagte, dass sie lieber mit den Überlinger Stadtwerken SWÜ ausbauen wollte. „Die Stadt kann ausbauen mit wem sie will“, so Harbers. Die Deutsche Telekom ist ihr also keineswegs böse. Nicht so schön fand die Deutsche Telekom offenbar nur die „Spitzwindigkeiten“. Die Oberbürgermeisterin hatte den Telekommunikationsanbieter in Zusammenhang mit der (übrigens noch immer nicht vorhandenen) DSL-Anbindung des Gewerbegebiets in der Öffentlichkeit als, sagen wir einmal, unzuverlässig und gar unseriös dargestellt. Das war überflüssig. Jetzt ist es aber vorbei, der Sommer ist da  und die SWÜ baggern ja schon…

Das Allerletzte für heute Morgen: Die Linke Liste Konstanz bezeichnet den Katamaran, die Städtedirektverbindung zwischen Konstanz und Friedrichshafen, in einer Pressemitteilung als „Eurograb“. Jedes Jahr koste der Katamaran mehrere Hunderttausend Euro, so die Linke Liste, die die Städteschiffe am liebsten abwracken würde. Nur so zum Vergleich: Der Flughafen Friedrichshafen hat im vergangenen Jahr knapp 2,8 Millionen Euro Verlust gemacht. Aus unserer journalistischen Froschperspektive sehen wir die Sache so: Vielleicht sollten die Konstanzer einfach mit dem Katmaran und der S-Bahn nach Friedrichshafen zum Flughafen fahren und vom Bodensee Airport abheben. Wenn bloß Zürich nicht direkt vor der Haustüre läge. Wer öfter einmal mit der Autofähre und auf der im Sommer vollkommen überlasteten B 31 von Meersburg weiter nach Friedrichshafen gefahren ist, möchte die Doppelrumpfboote sicher nicht missen. Schade ist nur, dass sie nicht ein bisschen schneller auf dem See unterwegs sein dürfen.

Kommen Sie gut durch den Tag!

Waltraud Kässer

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