Guten Morgen Bodensee!

Kolumne aus der Flachwasserzone

Ein Hitzewochenende am Bodensee, Badewetter und vier Fußballspiele stehen uns bevor. Die Aussichten fürs Wochenende sind ganz hervorragend…

Aber alles der Reihe nach. Heute Nachmittag werden wir die Seele ein bisschen baumeln lassen und zugucken, wie die Mutigsten von der Konstanzer Fußgänger- und Fahrradbrücke zur Abkühlung in den Seerhein springen. Bei der hohen Verkehrsdichte auf dem Wasser sorgen wir uns allerdings ein bisschen. Blöd wäre es, wenn im Moment des Absprungs gerade ein Schiff unter der Brücke hindurch fahren würde. Als Besitzer eines Bodenseeschifferpatents möchten wir die Brückenspringer vorsorglich darauf aufmerksam machen, dass Kursschiffe grundsätzlich Vorfahrt haben und bei Seglern Backbordbug vor Steuerbordbug gilt. Letzteres ist aber für die Springer nicht so wichtig, da es auf dem Seerhein eher keine Segelboote gibt.

Nach zwei Tagen ohne WM müssen heute um 16 Uhr die Niederlande gegen Brasilien ran und um 20.30 Uhr spielt Uruguay gegen Ghana. Allerdings konkurriert das zweite Spiel am heutigen Abend mit Outdoor-Veranstaltungen zum Beispiel in Überlingen und Konstanz. In Überlingen lädt ab heute die Stadtkapelle zu ihrem Gassenfest ins Dorf. Ab 19 Uhr verwandelt sich die Aufkircherstraße mit ihren schönen Fachwerkhäusern in den vielleicht schönsten Festplatz Überlingens abseits des Sees.

Gassen gibt es aber zum Glück nicht nur in Überlingen. Wie an jedem ersten Freitag im Monat gibt es in der Niederburg auch heute Abend wieder einen tollen Gassenfreitag. Die Läden in der Niederburg öffnen bis 22 Uhr. In den Gassen gibt es Musik und  Kleinkunst, aber vor allem sind an Gassenfreitagen viele nette Leute unterwegs. Wer sich die Stadt lieber aus der Vogelperspektive anschauen möchte, könnte bis 21.30 Uhr auch noch den Münsterturm besteigen. Vermutlich weht da oben ein kühles Lüftchen.

Da wir gerade sowieso beim Ankündigen von Terminen sind,  möchten wir auch gleich noch auf ein Treffen der Bürgerinitiative Nein-zu-Klein-Venedig hinweisen. Das nächste findet am 14. Juli im Hotel Zeppelin statt. Eine Tagesordnung gibt es bisher nicht. Los geht es um 19.30 Uhr. Die Initiative informiert Interessierte außerdem weiterhin auf ihrer Website.

Zum allerletzten Mal möchten wir heute Morgen auch noch einmal auf die Wahl des Bundespräsidenten und was danach geschah zu sprechen kommen. Wenn wir es richtig verstanden haben soll seit Willy Brandt keinem Politiker mehr so viel spontane Sympathie entgegengebracht worden sein wie Joachim Gauck. Der Bürgerrechtler habe die Mitte der Bevölkerung begeistert. In einem „Hart, aber fair – extra“ hatte die ehemalige Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) Joachim Gaucks Popularität damit erklärt, dass viele junge Menschen „einen von uns zum Kotzen finden“. Sie meinte Politiker. Ja sie sagte wörtlich: „Sie finden einen von uns zum Kotzen.“ Vom Politiker-Sprech der sogenannten etablierten Parteien haben zumindest die Nicht-Wähler die Nase voll. Sebastian Nerz, Landesvorsitzender der Piratenpartei, die noch in keinem Parlament vertreten ist und in Berlin auch nicht mitwählen durfte, hatte übrigens am Tag danach erklärt: „Vielleicht bin ich naiv. Ich wünsche mir eine Wahl, bei der Parteitaktik keine Rolle spielt.“ Vielleicht ist Sebastian Nerz ja tatsächlich naiv. Aber es könnte auch sein, dass es vielen Piraten tatsächlich um die Sache und eine etwas andere politische Kultur geht. Bis die Berufspolitiker die Botschaften verstanden haben, träumen wir heute Nachmittag im Liegestuhl einfach noch ein bisschen von der besten aller Welten. Wurde ein bisschen spät gestern Abend, obwohl noch gar kein Wochenende war…

Kommen Sie gut durch den Freitag!

Waltraud Kässer

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