Guten Morgen Bodensee!

Kolumne aus der Flachwasserzone

Der Himmel ist heute wolkenlos und die Wetterfrösche sagen Temperaturen von mehr als 30 Grad voraus. Uns erwartet ein perfekter Tag. Vielleicht wird es aber auch nur ein fast makelloser Tag. Fußballfans sind möglicherweise noch nicht ganz darüber hinweg, dass es gestern Abend mit dem Einzug von Jogis Jungs ins Finale nun doch nicht geklappt hat…

Zur Aufmunterung möchten wir heute noch einmal einen Fußballexperten zu Wort kommen lassen und ein paar Sätze aus Chris Kurbjuhns Netzecke zitieren. Der Blogger schreibt: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel: Ich bin noch nicht mal sonderlich traurig. Spanien hat fantastisch gespielt, besser als im ganzen Turnier, sie waren in diesem Match haushoch überlegen und konnten trotzdem dieser blutjungen, unerfahrenen Mannschaft nur eine Bude reindrücken. Mehr war gestern nicht drin, Mund abwischen, weitermachen. Mit Löw. Darum geht es. Das Löw weitermacht. Ich will keinen anderen Bundestrainer.“ Diesem Wunsch schließen wir uns an.

Die Ravensburger Oberschwabenhalle zählte übrigens auch gestern zu den großen Fanmeilen in der Region. 3000 Besucher haben die Halle gestern Abend dem Vernehmen nach geknickt verlassen. Da erging es den Ravensburgern nicht anders als den Fans in anderen Städten der Region. Es ist aber zum Glück so, dass das Leben und sogar die Fußball WM in Südafrika noch ein bisschen weiter gehen. Und überhaupt gebe es keinen Grund traurig zu sein, denn die deutsche Mannschaft habe bei dieser WM klasse gespielt, teilte die Oberschwabenhalle noch in der Nacht mit. „Wir danken unseren Jungs für diese tolle Weltmeisterschaft.“ Auch dem können wir uns anschließen.

Vielleicht haben nach der WM Kinder und Erwachsene den Kopf wieder gelegentlich für etwas anderes frei. Wäre auch dringend nötig, finden wir und  auch ein Jugendreport zeigt es. Die Universität Marburg befragte 3000 Schüler im Alter zwischen elf und 15 Jahren. Elf Prozent der Jugendlichen glaubten, dass die Sonne im Norden aufgeht, zehn Prozent dachten im Süden und neun Prozent antworteten im Westen. Nur 59 Prozent wussten die richtige Antwort. Zweites Beispiel: Dass Hühner am Tag drei und mehr Eier legen, glaubten recht viele der Befragten. Es ist aber tatsächlich so, dass keine Henne mehr als ein Ei pro Tag legt. Ehrlich gesagt hätten wir das aber auch nicht sicher gewusst.

Allen, die heute Morgen noch ein bisschen Muße haben und sich außerdem für die „Kleine Kulturgeschichte der Küche am Bodensee“ interessieren, empfehlen wir unbedingt die Publikation zur Sonderausstellung „Die Welt im Topf“. Aufgeschrieben hat die Geschichte der Bodensee Küche Tobias Engelsing, promovierter Historiker und Leiter der Städtischen Museen in Konstanz. Wir haben gestern schon einmal ein bisschen im sehr schön illustrierten Buch geblättert und zum Beispiel festgestellt, dass sich manches kaum ändert und Kaffee schon in vergangenen Jahrhunderten am Bodensee ein Modegetränk war. Das erste Kaffeehaus in der Bodenseeregion eröffnete schon 1713 in Schaffhausen. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts konnten sich dann auch einfache Leute Kaffeegenuss leisten. Sehr viele Gastronomen wollten damals „Kaffeeschänken“ eröffnen. Sie lagen einfach im Trend. In der Stadt Stockach, die damals gerade einmal 2000 Einwohner hatte, gab es 1835 zum Beispiel allein 20 Schank- und Kaffeewirtschaften. Nachzulesen ist all das und noch viel mehr in Engelsings Buch zur Ausstellung „Welt im Topf“ (ISBN 978-3-929786-25-1). Konstanzer können es auch direkt in den Museumsshops im Rosgartenmuseum und im Kulturzentrum kaufen.

So, jetzt wird es aber Zeit für einen Becher Kaffee. Kommen Sie gut durch den Donnerstag!

Waltraud Kässer

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