Guten Morgen Bodensee!

Kolumne aus der Flachwasserzone

Heute schauen wir erleichtert auf unsere kleine To-Do-Liste. Es gibt ein paar wunderbare Themen, denen wir uns im Laufe des Tages, nachdem das Auto von einem gebührenpflichtigen auf einen Anwohner Parkplatz umgeparkt ist, unbedingt annehmen möchten. Beschwerlicher Reisen nach Überlingen bedarf es heute zum Glück nicht, nachdem wir gestern ja in der Gluthitze in Übersee weilten…

In Shorts und T-Shirt sind wir am Mittwoch pünktlich um 10 Uhr beim ersten Pressetermin in Überlingen erschienen. Die Location im Westbad war perfekt für einen gelungenen Start in einen hochsommerlichen Arbeitstag. Ein bisschen neidisch waren wir nur, als Oberbürgermeisterin Sabine Becker den neuen Sprungturm im Bad mit einem Köpfer in den Bodensee eröffnete. Wir hatten zwar Schreibblock und Kamera mitgebracht, aber das Badezeug blöderweise im Auto gelassen…

Der Tag war ansonsten ziemlich durchgeplant: Zwei Pressetermine nacheinander, den geleasten Renault Mégane in die Autowerkstatt gebracht, weil ein Idiot in Konstanz am geparkten Auto mutwillig den Außenspiegel zertrümmert hatte, dann Asyl, Mittagessen und Ventilator beim Geschäftspartner, Unterlagen fürs Finanzamt unterschrieben, drei Beiträge online gestellt, Auto wieder beim sympathischen Autohaus Canic in Überlingen abgeholt und um 18 Uhr pünktlich rein in die Gemeinderatssitzung bei „gefühlten“ 36 Grad. Und es wurde im Ratssaal noch heißer und die Luft immer schlechter…

Die Oberbürgermeisterin hatte inzwischen ihr Outfit gewechselt, während wir immer noch in Shorts und T-Shirt aufgelaufern sind. Und als ob es nicht sowieso schon heiß genug gewesen wäre, saßen wir im Ratssaal auch noch ausgerechnet eingeklemmt neben dem Stadtbrandmeister. Der Überlinger Kommandant Andreas Löhle, den wir sehr schätzen, und seine Jungs machen übrigens einen verdammt guten Job in Überlingen. Gestern retteten sie zum Beispiel mit der Drehleiter einen hilflosen Hund aus einer Felswand und, wer bei einem Verkehrsunfall im Wrack seines Autos eingeklemmt wird, will schließlich auch schnell und professionell heraus geschnitten werden.

Überhaupt wäre es verkehrt, zu glauben, die Feuerwehr, die zum Beispiel in der Überlinger Kernstadt im Schnitt 37,3 Jahre alt ist, würde hauptsächlich Brände löschen. In 58 Prozent aller Fälle leisten die Überlinger Feuerwehrleute Technische Hilfe. Zum Vergleich: Nur bei 14 Prozent der Einsätze ging es im vergangenen Jahr darum, ein Feuer zu löschen. In sechs Prozent aller Fälle haben die Retter Tieren, Insekten oder Hunden in Bergnot zum Beispiel, geholfen oder sie bekämpft. Das ist nicht nur in Überlingen so, weshalb auch alle Konstanzer und Friedrichshafener gern weiter lesen dürfen.

Die meisten Einsätze hatte die Überlinger Feuerwehr im vergangenen Jahr an Sonntagen. Auf Platz zwei kam der Dienstag, an dem ebenfalls ziemlich viel passierte, noch vor dem Samstag mit den dritt meisten Alarmen. Am wenigsten los war übrigens mittwochs. Und damit wir es nicht etwa vergessen, zu erwähnen: Hauptsächlich sind bei den Feuerwehren Ehrenamtliche im Einsatz, die im Falle eines Alarms alles stehen und liegen lassen, um zu retten, zu löschen oder zu bergen. Eine Berufsfeuerwehr könnte sich wahrscheinlich keine Stadt am Bodensee leisten. Eher würde Konstanz trotz Finanzmisere wahrscheinlich noch ein Konzerthaus finanzieren…

Apropos Konstanz. Wir machen es kurz. Gute Nachrichten gibt es für Hunde, die gern auf dem Hundefreilaufplatz Klein Venedig herum tollen, und für Kinder, die den Spielplatz Wasser, Steine, Erde beim Sealife nutzen: Im Technischen und Umweltausschuss informierte das Landratsamt am Mittwoch über potenzielle Gefahren, die von der ehemaligen Deponie Klein Venedig ausgehen könnten. Das Fazit lautete: Keine Gefährdung von Mensch, Tier, Pflanzen und (Bodensee-)Wasser. Günther Schäfer, Specher der ehemaligen Bürgerinitiative „Nein-zu-Klein-Venedig“, braucht sich wegen des angeblich schwer mit krebserregenden Polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen PAK belasteten Deponieabwassers demnach nicht weiter zu sorgen. Das mailte uns am späten Abend noch ein netter und durchaus kritischer Stadtrat, der übrigens promovierter Biologe ist. Wir hatten ihn gebeten, für uns und unsere Leser besonders genau hinzuhören.

Damit wären wir schon beim Allerletzten. Dem Start in einen sehr perfekten Donnerstag steht nicht mehr viel entgegen. Großes Glück wäre heute ein nachmittägliches Planschen im Bodensee. Ein bisschen größer wäre das Glück nur noch im Falle von Planschen mit einer Freundin, so dass auch noch plaudern möglich wäre, was mit ihr besonders viel Spaß macht. Sagen wir es so, sie ist überhaupt das Beste, was in den vergangenen Wochen so passierte,  und das haben wir eigentlich gar nicht verdient. Da sie sich mit Blogs, programmieren und so auskennt, fragten wir am Anfang sehr viel. Zum Glück mag sie aber auch Fußball und noch ein paar andere Sachen, und See-Online ist hoffentlich auch bald aus dem Gröbsten raus, so dass es dann auch für uns voraussichtlich immer öfter auch mal wieder andere Themen gibt…Schwimmen gehen wir aber auf jeden Fall, mit oder ohne…Wir sind doch Sommerkinder und wir lieben den See.

Kommen Sie gut durch den Donnerstag!

Waltraud Kässer

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