Guten Morgen Bodensee!

Kolumne aus der Flachwasserzone

Eine „eEtiquette“ mit „101 Dos and Don’ts“ für den digitalen Alltag hat uns heute gerade noch gefehlt. Der Web Knigge kommt ausgerechnet von der Telekom

Heute stehen wir also vor Fragen wie „Ist es ok, wenn ich eine ,Kontaktanfrage‘ auf Facebook ignoriere?“ Ein Team des „Creation Centers“ der Telekom Laboratories hat sich der Problematik offenbar angenommen. Nach mehrmonatiger intensiver Recherchearbeit und zahlreichen Workshops mit Teilnehmern aus mehr als zwölf Ländern gibt es nun angeblich erstmals eine „eEtiquette“ mit „101 Dos and Don’ts“ für den digitalen Alltag. Ein bisschen weniger salbungsvoll und großmäulig als von „eEtiquette“ zu sprechen, könnte man wahrscheinlich auch einfacher  sagen: Die Deutsche Telekom hat „101 Verhaltensregeln für die digitale Welt“ präsentiert.

Wir möchten einmal ein bisschen aus dem Werk zitieren: „Beantworte alle persönlichen E-Mails innerhalb eines angemessenen Zeitraumes“, heißt es da. Aber was ist bloß ein angemessener Zeitraum? Angeblich müssten alle Mails nach längstens 24 Stunden beantwortet sein, selbst wenn man nur kommuniziere, dass sich die eigentliche Antwort verzögere, haben wir gestern irgendwo gelesen. Heißt das wir müssen jetzt  selbst in den Ferien ständig online sein?

Schockiert hat uns aber eine andere Verhaltensregel: „E-Mails, die in Kleinbuchstaben und mit falscher Zeichensetzung verfasst sind, lassen dich ungebildet oder faul erscheinen“, heißt es da. O je, rufen wir spontan aus. Da wir die ganze Zeit beruflich schreiben müssen, ziehen wir bei privater Kommunikation konsequent die Kleinschreibung vor, wahrscheinlich schon deshalb, um einen kleinen Unterschied zu machen. Wenn die Telekom Recht hat, halten uns jetzt ausgerechnet unsere Freunde für ungebildet und faul.

Ach ja, in acht Monaten ist Landtagswahl in Baden-Württemberg. So wie es aussieht liegen momentan SPD und Grüne sogar vor CDU und FDP. Das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest kam im Auftrag der SPD-Landtagsfraktion auf 45 Prozent für Rot-Grün und nur 44 Prozent für Schwarz-Gelb. Das teilte die SPD gestern mit. Die SPD selbst käme danach aber nur auf 25 Prozent – die Grünen auf 20 Prozent. Die CDU würde 37 Prozent holen, die FDP läge bei sieben Prozent und die Linken bei fünf Prozent. Ob diese Zahlen den SPD-Generalsekretär und Konstanzer Bundestagsabgeordnete Peter Friedrich so richtig glücklich machen? Vielleicht sollte die SPD ja ihre Haltung zu „Stuttgart 21“ noch einmal überdenken? An der Basis grummelt es gewaltig – wie wir so hören.

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

Waltraud Kässer

3 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. dk
    28. Juli 2010 at 10:29 #

    @ Kleinschreibung
    Können Journalisten(innen) eigentlich 10-Finger-Schreibmaschinen-schreiben?

  2. wak
    28. Juli 2010 at 10:36 #

    Ehrliche Antwort – Journalisten(innen)können das schon. Ich nicht. Ich habe an der Uni mal einen Kurs begonnen, fand es aber nicht so spannend. Insgesamt erreichen meine Finger ein ausreichend hohes Tempo, um das zu tippen was mein Kopf so ausspuckt :)

  3. dk
    28. Juli 2010 at 12:04 #

    Das ist sogar für kaufm. Azubis (vor der Globalisierung usw) nicht selbstverständlich, wobei Tätigkeiten wie Lager und LKW-Fahren ist sehr kommunikativ und abwechslungsreich; insbes. wenn man Thurgau, St. Gallen und Zürich dank eines nicht mehr existierenden Baustoffhandels etwas näher kennenlernt.

    Motivation war hier allerdings kein Kurs, sondern der sympathische Vorgesetzte mit sehr flottem 2-Finger-System, was den Ehrgeiz mit Heft als Autodidakt gefördert hat. Somit hat die Lehre lebenslange positive Spuren hinterlassen (neben vielen interessanten Leuten).

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