Guten Morgen Bodensee!

Kolumne aus der Flachwasserzone

Noch ein paar Schauer. Ja, wie  viele denn noch? So langsam müsste es doch gut sein. Kachelmann ist wieder frei. „Kein dringender Tatverdacht mehr.“ In Tweets hatten viele Microblogger angesichts des desaströsen Wetters längst die Freilassung von Wettermann Kachelmann gefordert…

Der Wettergott scheint ein Einsehen zu haben. Unseren Lieblingssatz haben wir beim Meteo des Schweizer Fernsehens entdeckt: „Am Samstag viel Sonnenschein bei sommerlichen 25 bis 28 Grad.“ Die Festwirte werden erleichtert in den Himmel gucken – genauso wie all jene, die heute oder morgen Grillwürstchen auf dem Einkaufszettel stehen haben.

Apropos Fest. So wie es aussieht, sind die Medien gestern schon ins Sommerloch gepurzelt: Zum Seenachtfest am 14. August könnten rund 40.000 Besucher nach Konstanz kommen, haben wir online gelesen. Das Sicherheitskonzept solle noch einmal auf den Prüfstand. Veranstalter Jürgen Wünsche wolle tun, was ihm die Stadt und die Polizei sagen. Ja was soll er denn auch sonst sagen? Das Festgelände ist weitläufig. Merke: Konstanz ist nicht Duisburg.

Der Konstanzer Konzertveranstalter Dieter Bös sagte gestern 25.000 Besucher seien weniger als 250.000 und noch viel weniger als 2,5 Millionen. Plötzlich tut halb Deutschland so als ob es noch nie Open-Airs, Großdemonstrationen, Bundesligaspiele oder Public Viewings gegeben hätte, die gut ausgegangen sind. Was in Duisburg passiert ist, war – von weit weg und ganz von außen betrachtet – ungeheuerlich. Das Seenachtsfest ist mit der Loveparade eher nicht vergleichbar. Und hört auch mit elitären Diskussionen darüber auf, ob das Ende der Loveparade auch das Ende der Massenkultur ist.

Wir selbst finden Massen und zu viel Gedränge selbstverständlich auch nicht unbedingt angenehm, weshalb wir als Konstanzer das Seenachtsfest sowieso lieber von der Dachterrasse aus anschauen und vielleicht ein paar nette Leute zum Grillen einladen. Auch das Gedrängel der Boote im Konstanzer Trichter wäre uns zu groß. Die Toten Hosen im Bodenseestadion würden wir uns bei der 25. Auflage von Rock am See am 28. August aber trotz Massenansturm nur sehr gern entgehen lassen.

Ach ja, der Webmaster ist jetzt in Ferien. Die Seite läuft und läuft und läuft, soweit wir es beurteilen können, normal. Ansonsten finden wir es richtig klasse wie viele Leute an See-Online mitarbeiten. Gestern sagte ein Freund, der eigentlich von Beruf Mediziner und nicht etwa Artikelerfinder ist, dass wir uns ein paar spannende Themen überlegen müssten, um gut durch den Sommer zu kommen. Auf Facebook fanden wir heute außerdem folgende Nachricht von einem Journalisten-Kollegen, die wir wiedergeben möchten: „Die Broschüre ,Konstanz in Zahlen‘ beobachte ich schon seit einigen Jahren – da steht einiges drin, was man nicht unkommentiert wiedergeben kann, zum Beispiel der Satz in Deinem Artikel: ,Immerhin 11.545 Konstanzer leben in der Altstadt. Im Paradies sind es nur 5929.’“ Alarm! Der Kollege klärt zu Recht auf: „Soviele Einwohner bringt Konstanz nur in der Altstadt unter, wenn man die Grenze zum Paradies auf die Linie Löhrystraße-Schulthaißstraße legt, wie es hier aus unerfindlichen Gründen gemacht wird. Ansonsten hast Du es natürlich schön zusammengefasst …“ Wir sagen danke. Der Journalist hat Recht, wir haben sofort auf der Karte im Flyer nachgeschaut. Die rote Grenzlinie verläuft tatsächlich mitten durch das Quartier, das wir weiterhin irrtümlich fürs Paradies halten. So wie es aussieht gehören die schönen Jugendstilhäuser rechnerisch noch zur Altstadt…Vielleicht brauchen wir demnächst noch ein bisschen Heimatkunde?

Das Allerletzte: Vielleicht überdenkt die Überlinger Oberbürgermeisterin ja in den Sommerferien noch einmal ihre Informationspolitik. Die Überlinger kommen bei uns nämlich gerade ein bisschen zu kurz. Das liegt aber nicht allein an uns, sondern auch daran, dass die Oberbürgermeisterin uns weiterhin die Sitzungsunterlagen vorenthält, so dass wir sämtliche Informationen von A bis Z bei ihr einzeln erfragen müssten. Dazu haben wir nicht so viel Lust und vor allem fehlt uns auch die Zeit. Vielleicht legen wir in Zukunft dem Web per Brieftaube das Amtsblatt Hallo Ü bei, das ja das Zentralorgan der Stadtverwaltung ist. Das muss dann halt reichen. Zu viele Medien verwirren das Volk wahrscheinlich sowieso nur.

Kommen Sie gut durch den Freitag und nachher ins Wochenende!

Waltraud Kässer

2 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. dk
    30. Juli 2010 at 10:06 #

    @ Überlinger Oberbürgermeisterin … ihre Informationspolitik.

    Content-Management-Systeme können neben der Nutzer-Registrierung auch tief gestaffelte Benutzer-Gruppen mit entsprechenden Rechten oder Verboten haben: z.B. können Ratsmitglieder einen Vollzugriff haben und missliebige Journalisten nur Behörden-Organisationspläne ansehen dürfen. Für Bevorzugungen oder Benachteiligungen bleibt genügend Spielraum.

    Für das Uni-Projekt „Open Access“ gibt es günstige (bzw. kostenlose) PDF-Tools, die nicht nur aus Office-Anwendungen PDFs erstellen bzw. nach Bearbeitung wieder in das Original-Format umwandeln können.
    Kostenlos gibt es z.B. „PDFCreator“, aus dem man auch eine Website „als PDF archivieren“ kann. Man klickt auf „Datei + drucken“ und wählt den neu installierten PDF-Drucker(treiber) aus. Die Arbeitsweise empfinde ich als „schnell“.
    Das Verfahren funktionierte soeben auch einwandfrei mit MS Office 2010; sicherlich auch bei anderen Office-Suiten (Hersteller + Versionen).
    Das papierlose „Open-Access-Privatbüro“ ist möglich, sofern kein Druckformat von Behörden vorgeschrieben ist. Der Büro-Leerstand in KN sollte damit aber (noch) nicht begründet werden können.

  2. dk
    30. Juli 2010 at 18:59 #

    @ angesichts des desaströsen Wetters …

    … wird Urlaub in Skandinavien mit Regen und Mücken sehr berechenbar, landschaftlich attraktiv und bei geringer Bevölkerungsdichte auch erholsam.
    Da Deutsch nach Englisch die 2. Fremdsprache sein soll, ist es auch gerne bei älteren Leuten beliebt.

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