Guten Morgen Bodensee!

Kolumne aus der Flachwasserzone

Heute erwartet uns ein recht sonniger Tag. Wenn es stimmt, werden wir heute voraussichtlich ein bisschen Fahrradfahren. Ansonsten haben wir passend zum Wetter sonnige Nachrichten für Sie ausgewählt…

Beginnen möchten wir den Mittwoch mit einer überraschenden Neuigkeit, die den Einzelhandel auch rund um den See freuen dürfte: Das Ergebnis einer Bitkom-Umfrage zeigt, dass sich mehr Menschen online informieren und anschließend im Laden kaufen als andersherum. Das haben wir im Online-Medienmagazin Meedia gelesen. Wir mutmaßen, dass das auch heißen könnte, dass sich immer mehr Menschen im Internet informieren – worüber auch immer.

Fortfahren wollen wir mit der Nachricht, dass die Überlinger Oberbürgermeisterin Sabine Becker von Hagnau nach Überlingen umzieht. Zeitschriften, die Landleben oder Landlust heißen, haben seit einiger Zeit schon Konjunktur und Landliebe offenbar auch. Dem Vernehmen nach zieht es die Überlinger Oberbürgermeisterin nicht etwa in eine Überlinger Stadtwohnung mit Seesicht, sondern aufs Land auf einen Bauernhof.

Eine gute Nachricht haben wir heute ausnahmsweise auch für den Meersburg-Tourismus und die hin und wieder ein bisschen sehr aufgeregt wirkende Chefin desselben. Sie hatte gestern noch wahnsinnig gequält in den grauen Himmel geschaut. Beklagt hatte sie sich, darüber, dass Tagestouristen bei Regen eher nicht an den Bodensee fahren. Wir sagen: Ein paar Urlauber waren doch da. Als wir gestern in der Meersburger Gutsschänke saßen, kam zum Beispiel Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) vorbei spaziert. Er sah ganz nach Urlauber aus.

Unsere Reihe mit erfreulichen Nachrichten möchten wir fortsetzen, indem wir noch kurz von unserer Dienstreise mit dem ÖPNV nach Meersburg berichten, wo sich See-Online gestern zu einem Meeting traf. Mit dem Schiff setzten wir entspannt von Konstanz nach Meersburg über, die Kollegen kamen mit dem Auto aus Friedrichshafen und Überlingen. Am Abend ging es dann wieder mit der Autofähre von Meersburg nach Staad zurück, und mit dem Bus direkt in die Konstanzer Innenstadt. Wir finden: Besser geht es auch in einer Großstadt nicht. Wenn wir uns demnächst in Friedrichshafen treffen, werden wir den Katamaran ausprobieren.

Ansonsten möchten wir unsere morgendliche Ansprache mit einer kleinen Blogschau beenden. Gelesen haben wir zum Beispiel beim Spiegelfechter Folgendes: „Adolf Sauerland will sich abwählen lassen. Anstatt die politische Verantwortung zu übernehmen, führt der Duisburger Oberbürgermeister ein Possenspiel auf, bei dem es schlussendlich nur um die Rettung seiner Luxuspension geht. Der Fall Sauerland wird somit immer mehr zu einem Mahnmal gegen die Unmoral der politischen und gesellschaftlichen Eliten.“ Sagen wir es einmal so: Pensionen sind für Oberbürgermeister offenbar einfach sehr wichtig. Uns ist in diesem Zusammenhang spontan eingefallen, dass die Überlinger Oberbürgermeisterin Sabine Becker ihr Amt seinerzeit mit dreimonatiger Verspätung antrat und die Amtseinführung noch einmal verschoben werden musste, weil sie damals plötzlich bemerkte, dass ihr andernfalls ein paar Monate für ihre Pension fehlen könnten. Auch sie sicherte sich erst einmal ihren Pensionsanspruch, bevor sie das Amt überhaupt antrat.

Kommen Sie gut durch den Mittwoch!

Waltraud Kässer

2 Kommentare to “Guten Morgen Bodensee!”

  1. dk
    4. August 2010 at 08:47 #

    @ voraussichtlich ein bisschen Fahrradfahren.

    Statt „voraussichtlich“ lieber „regelmässig“, statt „bisschen“ lieber „mehr mit niedriger Belastung“, statt „Fahrradfahren“ kann auch Spazierengehen reichen.

    Mir erschien gestern bei einem langen Spaziergang die tiefere Atmung in frischer Waldluft wie eine „Sauerstoff-Dusche“ im Hochgebirge; angenehme kühle Temperaturen und fiktives Urwaldgrün im leichtem Dunst haben eher an Nordeuropa erinnert.
    2 Frauen mit Hündchen konnten die Idylle nicht stören, da man in Dorfnähe grasende Pferde in ihren Einzäunungen beobachten durfte.

  2. Fenedig
    4. August 2010 at 11:20 #

    Ich glaube nicht, dass es viele arbeitende Menschen gibt, die auf einen rechtlich bestehenden Pensionsanspruch einfach so verzichten, was auch immer vorgekommen sein soll. Über die Art und Weise, den Anspruch – z.B. trotz medialer Vorverurteilung wie bei Sauerland – abzusichern, kann diskutiert werden. Aber er besteht halt faktisch. Da ist auch viel verständliche Emotion drin. Gerade lese ich in der SZ, dass die Stadt Duisburg zu entlasten sei. Es herrscht also Unklarheit. Und im Fall „Becker-Meersburg-Überlingen“ kann sich allenfalls der Stimmbürger bei den nächsten Wahlen äussern. Viel skeptischer bin ich generell bei Abfindungszahlungen: Die unterliegen zwar normalerweise auch fixen Regelungen, doch ist hier prinzipiell Sinn und Unsinn weit diskutabler, besonders wenn krasse Fehlleistungen aktenkundig werden. Es gibt halt wenig Vorbilder, wenn es ums generieren von einem möglichst hohen Einkommen geht. Das erfährt man aktuell z.B. auch am Linkspartei-vorsitzenden Ernst – wohl ein gegenüber den Parteimitläufern schon eher tragisch zu nennender Fakt. Aber auch der „Vielsprecher“ verteidigt sich nun nach allen Kanten.

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