„Ham radio" für Amateur-Radio-Clubber europaweit Nummer eins

„Funkzentrale Friedrichshafen“ oder ein faszinierendes Hobby kommt an den Bodensee

Friedrichshafen (sig) Die Zeppelinstadt wird ab kommenden Freitag wieder zum Mekka der Funkamateure aus der ganzen Welt. Rund 18 000 Besucher erwartet die Messeleitung bis einschließlich Sonntag, dazu 185 Aussteller aus 29 Ländern.

„Ham radio“ für Einsteiger und Profis

„Funkzentrale Friedrichshafen“ heißt es wieder, wenn zur „Funkzentrale Friedrichshafen“ gerufen wird, die sich zur Nummer eins in Europa entwickelt hat. Im Mittelpunkt steht das 60jährige Bestehen des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC), der seinen runden Geburtstag mit einer Ausstellung und Aktionen wie der Suche nach einem „Super Notfunk-Koffer“ feiert. „Ohne das Engagement des DARC wäre eine solch‘ gute Entwicklung der ,ham radio‘ nicht möglich gewesen“, lobte gestern Projektleiter Thomas Grunewald. Hohen Stellenwert auf der Messe nehmen die Ausbildung und Weiterbildung von Einsteigern und Profis ein.

Eine der ältesten Messen am Standort

Gleichzeitig eine der ältesten Messen in der Häfler Ausstellungsgeschichte, findet die „ham radio“ auch dieses Jahr in Kombination mit der „ham tronic“ statt. Geboten werden Funkamateuren und Elektronik-Begeisterten in vier Hallen Ideen und umfangreiche Einkaufsmöglichkeiten. Von Antennen, Elektrotechnik und Messgeräten über Hardware, Software und Elektronik bis hin zu Zubehöre ist alles zu haben. Eine Fundgrube für Tüftler und Bastler ist der ham-Flohmarkt, der diesmal ausschließlich gebrauchtes Zubehör und Ersatzteile von Privatpersonen bietet. Untergebracht ist der Flohmarkt diesmal in den Hallen A3 und A4.

Wenn kommerzielle Nachrichtentechniken ausfallen

Auf der Messe prämiert der DARC erstmals die beste portable Ausrüstung, mit der die Kommunikation beim Ausfall der kommerziellen Nachrichtentechniken aufgenommen werden kann. Bei allen Aktionen steht eines im Mittelpunkt: „Wir wollen den Spaß zeigen, den dieses Hobby bringt“, erklärte Martin Köhler, Vorstandsmitglied des DARC vor der Presse. „Im Amateurfunk gibt es so viele Bereiche und Facetten, und diese bilden wir auf der ,ham radio‘ ab“.

Kommunikation mit Krisengebieten

Die Katastrophe von Haiti hat die Wichtigkeit wieder einmal unterstrichen: Wenn kommerzielle Nachrichtentechniken ausfallen, können Besitzer von Notfunk-Koffern die Kommunikation mit Krisengebieten aufnehmen. Um auf die Bedeutung portabler Notfunkausrüstungen aufmerksam zu machen, führt das DARC-Notfunkreferat während der Messe ein Casting für Notfunk-Koffer durch. Am Sonntag, ab 10 Uhr, können alle Besitzer ihre Ausrüstung von einer Jury begutachten lassen. Berücksichtigt werden Eigenschaften wie Design, elektrische Sicherheit, mechanischer Aufbau, Stromversorgung, Originalität und Ordnung. Besucher, die sich kurzfristig entschließen, können sich noch um 9.30 Uhr anmelden.

Ham für Kids

Für Kinder und Jugendliche zwischen acht und 18 Jahren heißt es an zwei Tagen Morsen, Funken, Löten und Basteln, wenn sie im Rahmen der „ham-rallye“ erste Peilung zum Amateurfunk aufnehmen. An 19 Stationen in der Rothaus-Halle A1 erleben sie, dass Amateurfunk mehr als nur Sprechfunk ist. Treffpunkt ist jeweils um 10 Uhr an der Aktionsbühne im Foyer West. Den Funkernachwuchs erwartet übrigens im „ham camp“ im Freigelände mehr als nur eine Übernachtungsmöglichkeiten (mit 20 Betten mehr als im vergangenen Jahr). Auf die Teilnehmer im Alter bis zu 27 Jahren wartet zusätzlich ein attraktives Rahmenprogramm.

Vom Funkamateur zum Ingenieur

„Vom Funkamateur zum Ingenieur“ ist die Fortbildung für Lehrkräfte aus Baden-Württemberg, Bayern und der Schweiz überschrieben, die zum vierten Mal angeboten wird und zu der 110 Anmeldungen vorliegen. Dort kann in Vorträgen und Workshops erfahren werden, wie im naturwissenschaftlichen und technischen Unterricht praxisnahe Zugänge zur Elektronik und Informatik geschaffen werden können. Dazu passend starten am Messe-Samstag ab 10.30 Uhr im Freigelände West zwei Wetterballons mit einem Amateursender und Kamera. Organisiert wird das Projekt von einem europäischen Team: Federführend wird der erste Ballon mit Nutzlast vom Ortsverband Taubertal-Mitte organisiert, der zweite Ballon durch ein polnisches Team gestartet. Die Flugroutenvorhersage übernehmen französische Funkamateure. Während des gesamten Flugs werden digitale Sensordaten sowie Position und Sprachinformation gesendet.

Fußball-WM für funkende Fans

Und auch die Fußball-WM ist nicht vergessen: Mit Partymusik und der Übertragung des Achtelfinalspieles (mit Deutschland, wenn sie in der Vorrundengruppe Zweiter werden) wird ab 18 Uhr ins Freigelände eingeladen, wo die Band „Ann Farmer & Friends“ zunächst mit Blues, Rock, Jazz und Pop locken.

Geöffnet ist die „ham radio“ am Freitag und Samstag von 9 bis 18 Uhr, am Sonntag von 9 bis 15 Uhr.

Fotos: sig/Das traditionelle Camp mit Wohnwagen und Reisemobilen der Funkamateure aus ganz Europa auf dem Freigelände der Messe füllt sich. Schon seit vielen Jahren verbinden viele Funker die Messe mit einem Kurzurlaub am Bodensee.

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