Haste mal 20.000 Euro für die Baskets Konstanz?

2.Bundesliga ProB und eine Frage der Ehre – Baskets können Robinson Louisme nicht mehr bezahlen

Konstanz. Die Baskets sind aufgestiegen in die 2.Bundesliga ProB. Trotz der „Retter Aktion“ steht das Team mit dem Rücken zur Wand. Probleme bereitet den Baskets die Centerposition. Dort sorgte machte der US-Amerikaner Robinson Louisme in der vergangenen Saison einen sehr guten Job für die Konstanzer Baskets und wurde im Anschluss an die Meisterschaft auch noch als bester Spieler der Liga ausgezeichnet. Bei Trainingsbeginn war der US-Amerikaner nicht in Konstanz. Noch wartet der sympathische Center in seiner Heimatstadt Fort Myers (Florida) auf ein positives Signal aus Konstanz. Wenn die Baskets nicht schnell 20.000 Euro auftreiben wird er vergeblich warten.

Konstanzer Baskets geben ihr Bestes

Für die Spieler der Baskets Konstanz ist es eine Frage der Ehre, dass sie ihr Bestes geben. Doch die Baskets befinden sich in der schwersten Phase ihrer Vereinsgeschichte. Zusammen mit dem Trainerstab und ehrenamtlichen Organisatoren gewährleisteten die Spieler, dass es mit dem leistungsorientierten Projekt „Baskets Konstanz“ weitergeht.

Kein Go für Robinson Louisme

Wie knapp das Budget des amtierenden Meisters der 1.Regionalliga-Südwest jedoch nach wie vor ist, belegt die dünn besetzte Centerposition. Dort sorgte der US-Amerikaner Robinson Louisme in der vergangenen Saison für Furore und wurde im Anschluss an die Meisterschaft auch noch als bester Spieler der Liga ausgezeichnet. „Beide Seiten würden das Engagement sehr gerne fortsetzen und dafür wären für die 9-monatige Saison keineswegs Millionen notwendig“, schreibt Lars Menck in einer Medienmitteilung. Trotzdem seien die vergleichsweise geringen Kosten für Flüge, Unterkunft, Gehalt und hinzukommende Steuern und Sozialversicherungsbeiträge von insgesamt rund 20.000 Euro für einen Top-Spieler wie Louisme mit dem derzeitigen Etat nicht finanzierbar.

Center ist Schwachstelle

Noch warte der sympathische Center in Fort Myers (Florida) auf ein positives Signal aus Konstanz, doch viel Zeit bleibe den Baskets nicht mehr. Immerhin lägen dem ehemaligen Spieler der Tulane Universität (NCAA 1) bereits diverse Angebote von anderen Clubs vor. Da gleichzeitig auch der zweite Center der vergangenen Saison, Georgi Stanev, aus beruflichen Gründen kürzer treten muss und zukünftig nur noch in der 2. Mannschaft aufläuft, besteht bei den Baskets dringender Handlungsbedarf auf der Position des Fünfers.

Baskets noch jünger

Nach aktuellem Stand müssen die Konstanzer noch jünger und mit noch weniger Erfahrung in die 2.Bundesliga ProB starten. Zwar gehöre es zum festen Konzept, dass junge Spieler in Konstanz Verantwortung tragen, doch ohne zusätzliche Leistungsträger wäre der Klassenerhalt bereits eine echte Sensation, erklärt Lars Menck, der selbst zum aktuellen Kader gehört.

Management arbeitet weiter

Das Management arbeite nach wie vor mit Hochdruck an einer Verbesserung der finanziellen Situation, um die Mannschaft am besten noch vor dem Saisonstart, notfalls aber auch erst im Laufe der Saison verstärken zu können.

 Trainer unbeeindruckt

Trotz der großen sportlichen Herausforderung wirkt Trainer Marko Radulovic von der ganzen Situation relativ unbeeindruckt. „Bei mir überwiegt nach wie vor die Freude darüber, dass wir den Laden nicht schließen mussten. Nun können wir eben nur das ausgeben, was wir auch wirklich haben. Das Wichtigste ist für mich, dass wir über einen eingespielten 12-Mann-Kader verfügen, der aufopferungsvoll trainiert und im Spiel hart verteidigt. Und das ist absolut der Fall.“

Aktuelle Kader der Baskets Konstanz Saison 2012/2013

Paul Muffler (192-G-93)

Der 18 jährige Aufbauspieler aus der eigenen Jugend feierte in der vergangenen Saison seine Premiere in der 1. Herrenmannschaft und zählte durch seine abgeklärte Spielweise und sein gutes Auge zu den großen Überraschungen im Meisterschaftsjahr. Nun wird Paul den nächsten Schritt gehen und als Backup-Pointguard seine ersten Erfahrungen in der ProB sammeln.

Oumar Sylla (202-G-84)

Nach 4 Jahren Pause vom Leistungssport schlug Oumar in seiner ersten Saison für die Baskets ein wie eine Bombe. Auf dem Spielfeld setzte der hochgewachsene Aufbauspieler in Sachen Intensität und Kampfgeist neue Maßstäbe. Neben dem Spielfeld sorgt der Absolvent der Richmond Universität (NCAA 1) regelmäßig für gute Stimmung. Der Malinese besetzt den ersten Ausländerplatz in Konstanz.

Peter Leidig (188-F-83)

„Pistol Pete“ ist der dienstälteste Spieler der Konstanzer Basketballer und eine echte Identifikationsfigur. Seit 8 Jahren läuft der Shooting-Guard seine geliebten Fastbreaks so zuverlässig wie ein schweizer Uhrwerk, sowohl in der Regionalliga, als auch in der 2.Bundesliga. Peter begleitet gemeinsam mit Lars Menck das Kapitänsamt in der Mannschaft und genießt aufgrund seinem hohen Grad an Professionalität großen Respekt in der Mannschaft.

Giacomo May (195-G-94)

Eigentlich sollte das Nachwuchstalent bereits im letzten Jahr zu seinen ersten Einsätzen in der 1. Herrenmannschaft kommen, doch eine Fußgelenksverletzung in der Vorbereitung setzte ihn mehrere Monate außer Gefecht. Nun startet der 17 jährige Jugendspieler seinen zweiten Anlauf. Mit seiner gut ausgeprägten Athletik und seinem sauberen Wurf bringt Giaco jetzt schon alles mit, was ein guter Spieler braucht.

Laurence Raschka (195-F-91)

Laurence ist das beste Beispiel dafür, was Vertrauen bei einem jungen Spieler bewirken kann. Der harte Arbeiter durchlief die komplette Konstanzer Jugendabteilung und entwickelte sich in seinen nunmehr 4 Jahren im Kader der Baskets kontinuierlich bis zum Leistungsträger. Diese Rolle wird der beste Verteidiger des Teams auch in der ProB ausfüllen und wird weiter an der Herausforderung wachsen.

Frederic Henningsen (198-F-88)

Fredi wechselte 2010 aus Trier an den Bodensee um seine ersten Erfahrungen in der ProB zu sammeln. Nach dem Abstieg hielt er seiner neuen Wahlheimat die Treue und gewann daraufhin seine erste Regionalliga-Meisterschaft. Persönlich machte der variable Flügelspieler dabei einen weiteren großen Schritt nach vorne und ist jetzt bereit, auch in der Zweiten Liga seine Scoring-Qualitäten unter Beweis zu stellen.

Sandro Heberlein (201-F-92)

Der Flügelspieler aus der eigenen Jugend legte in der vergangenen Saison eine regelrechte Leistungsexplosion hin. Zwar blieben die Minuten in der Regionalliga noch überschaubar, doch mit der 2. Herrenmannschaft unterstrich Sandro in der Oberliga seine Ambitionen. Der Bruder von Marcel, welchem 2011 der Sprung aus Konstanz in der Erstliga-Kader von ratiopharm Ulm gelang, überzeugt durch Disziplin und Ballgefühl.

Hannes Osterwalder (202-F-89)

Noch nie schwebte ein Spieler höher über den Körben der Schänzle-Halle als der in Konstanz geborene und aufgewachsene Flügelspieler. Doch auch am Boden muss sich Hannes keinesfalls verstecken. Der Leistungsträger ist sehr schnell auf den Beinen und verfügt sowohl offensiv als auch defensiv über viele Qualitäten. Hannes ist einer von 7 Akteuren, die bereits beim ersten Anlauf in der ProB 2010/2011 dabei waren.

Lars Menck (200-F-78)

Der älteste Spieler im Team und langjährige Kapitän verfügt über den größten Erfahrungsschatz innerhalb der jungen und unerfahrenen Mannschaft. Trotz einiger gesundheitlicher Rückschläge in den vergangenen Jahren ist Lars noch lange nicht müde vom Basketball und geht in Konstanz bereits in seine achte Saison. Der gebürtige Ulmer ist auf allen Positionen einsetzbar und hilft immer dort, wo Hilfe benötigt wird.

Eduard Foth (194-F-88)

Edy ist ein außergewöhnlicher Spieler der trotz seiner geringen Körpergröße zu den dominantesten Akteuren innerhalb der Zone zählt. Er ist kräftig, explosiv und verfügt über ein hervorragendes Timing beim Rebound und blocken von Würfen. Der sympathische Power-Forward wechselte 2008 als bester Rebounder der Nachwuchsbundesliga (NBBL) von der Urspringschule an den Bodensee und ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken.

Ingo Deifel (199-C-91)

Da es in Konstanz noch nie große Centerspieler in der Jugend gab, musste sich Ingo schon immer mit größeren und kräftigeren Gegenspielern auf dieser Position auseinandersetzen. Er fand jedoch immer Wege, um die körperlichen Defizite zu überwinden. Unter anderem gewann er mit der U20 zweimal die Baden-Württembergische Meisterschaft. Auch in der 1. Herrenmannschaft sind seine Wurf- und Reboundqualitäten seit mehreren Jahren gefragt.

Henrik Schinke (200-C-91)

Henrik lernte sein Handwerk in der Jugendschmiede der Paderborn Baskets und spielte in der NBBL mehrmals um die Deutsche Meisterschaft. Im vergangenen Jahr wechselte er zum Studium nach Konstanz und erklärte sich bereit, die unterbesetzte 2. Herrenmannschaft in der Oberliga zu unterstützen. Dort ermöglichte er der Mannschaft mit starken Leistungen den Klassenerhalt in der Oberliga und wird nun für seine Geduld belohnt. Mit einem Stammplatz im ProB-Kader.

Foto: Baskets Konstanz

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