Hat Verdi in Konstanz vor Journalisten nur heiße Luft ausgeblasen?

Konstanzer Maultaschenpreis-Connection rudert klamm heimlich unter Ausschluss der Medien zurück

Konstanz (wak) Zuerst luden die Gewerkschafter und linke Aktivisten die Medien ins Gewerkschaftshaus in der Beyerlestraße ein und verkündeten vollmundig am 27. Juli, welches Unternehmen den Konstanzer Maultaschenpreis bekommen sollte. Es sei ein Unternehmen, das seine Angestellten besonders schlecht behandelt. Angeblich sei alles wasserdicht und gerichtsfest, behaupteten damals Margrit Zepf, Fachanwältin für Arbeitsrecht und stellvertretende Geschäftsführerin von Verdi im Bezirk Schwarzwald-Bodensee, und der Journalist Pit Wuhrer. Jetzt rudert Verdi klammheimlich zurück.

Maultaschenpreis-Connection

Die Begründung, weshalb das Konstanzer Tweer Hotel von der Maultaschenpreis-Connection als Preisträger auserkoren wurde, ist wenigstens auf der Website www.konstanzer-maultaschen.de inzwischen auffällig geschrumpft. Ein böser Verdacht steht somit im Raum: Haben die Gewerkschaften und mit ihnen linke Kommunalpolitiker und Journalisten im Komitee geschlampt? Als Stadtrat und Journalist Holger Reile im Namen des Komitees „Die Konstanzer Maultasche“ zur Medienkonferenz einlud, klang alles noch sehr seriös: Eine Medienkonferenz im Gewerkschaftshaus in Konstanz. Auf Nachfrage beteuerte die Jury, die Konstanzer Maultaschenpreis-Connection, alles sei gerichtsfest. Einen Grund, an den bei der Medienkonferenz von den Gewerkschaftern und Wuhrer gemachten Aussagen zu zweifeln, gab es am 27. Juli nicht. Immerhin ist Margrit Zepf, Fachanwältin für Arbeitsrecht und stellvertretende Geschäftsführerin von Verdi im Bezirk Schwarzwald-Bodensee. Sie gilt als fachlich kompetent und weiß, wovon sie redet.

Irritation über erste Rolle rückwärts

Entsprechend groß war die Verwunderung auch bei See-Online, als die im Impressum als Verantwortliche genannte Margrit Zepf in der zweiten Augustwoche die erste Rolle rückwärts machte. Die Angaben einen Fall betreffend, der bei der Medienkonferenz ausführlich geschildert worden waren, wurden plötzlich korrigiert. In der Sache ändere sich aber nichts, hieß es damals. See-Online berichtete.

Fall verschwindet von der Homepage

Doch die erste Rolle rückwärts war offenbar erst der Anfang. Nicht einmal vier Wochen nach der Medienkonferenz ist der in Teilen korrigierte Fall auf der Homepage der Maultaschenpreis-Connection unter www.konstanzer-maultaschen.de gar nicht mehr zu finden. Verwundert reiben sich Seitenbesucher die Augen. Die Maultaschenpreis-Connection machte offenbar die zweite Rolle rückwärts. Über die Streichung hat Verdi die Medien aber nicht mehr informiert. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, eine Mitgliedsgewerkschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), korrigierte sich so zu sagen lieber unter Ausschluss der Medien. Pech, dass Medien zuvor zitiert hatten, was auf der Medienkonferenz vorgetragen wurde, und in der Sache Post vom Anwalt bekamen.

Weshalb widersprach der Senior-Hotelchef nicht?

Besonders ärgerlich: Bei der Preisübergabe im Hotel hatte der Seniorchef den Maultaschenpreis im Beisein der Presse in der Lobby des Hotels auch noch entgegengenommen, ohne den in einer Art „Lobrede“ von Margrit Zepf vorgetragenen Anwürfen zu widersprechen. Zepf hatte beim Betreten des Hotels nach einem Mitglied der Geschäftsführung verlangt, worauf hin der Seniorchef die Delegation empfing. Sämtliche in der Medienkonferenz vorgetragenen Fälle schilderte Zepf im Hotel noch einmal im Detail vor dem Seniorchef und der Presse. Die Behauptungen blieben damals so stehen.

Zweifel an Maultaschenpreis-Connection

Eine Frage drängt sich nach den zwei Rollen rückwärts der Maultaschenpreis-Connection jetzt aber auf: Wie glaubwürdig ist eigentlich Verdi? Sollte Verdi in Konstanz tatsächlich nur heiße Luft ausgeblasen haben, wären Aussagen von Gewerkschaftern und einer ganzen Reihe von Kommunalpolitikern in Konstanz, die wie der Stadträte Holger Reile, Linke Liste Konstanz, oder Till Seiler, Freie Grüne Liste Konstanz – sie saßen mit in der Jury – ab sofort nur noch eingeschränkt glaubwürdig. Oder könnte es sein, dass Verdi doch noch alles belegen kann und die Hompage möglicherweise nur aus taktischen Gründen gesäubert, weil sich das Hotel juristisch wehrt?

Hier geht es zum Bericht von See-Online über die erste Rolle rückwärts.

Hier geht es zur geschrumpften Website von „Die Konstanzer Maultasche“.

Hier geht es zur Website „Die Konstanzer Maultasche“ Stand 11. August.

Foto: Website „Die Konstanzer Maultasche“

2 Kommentare to “Hat Verdi in Konstanz vor Journalisten nur heiße Luft ausgeblasen?”

  1. Fenedig
    19. August 2010 at 09:50 #

    Die zitierten Jurymitglieder machen beileibe nicht den Eindruck von Objektivität, schon eher von vor geprägter Fokussierung. Letzter Ausweg: „Das Ding“ bei einem munteren Maultaschenessen (badische mit Spinat!) zusammen mit Tweer-Seniorchef endgültig versenken, um sich wichtigeren Angelegenheiten unserer Gesellschaft zuwenden zu können.

  2. dk
    22. August 2010 at 23:03 #

    @ Weshalb widersprach der Senior-Hotelchef nicht?

    Ein möglicher Ansatz:
    ab einem gewissen Alter hat man Hörprobleme und interessiert man sich nicht mehr so sehr für die Probleme von jungen Leuten; die eigenen wachsen überproportional.

    Die Kunst des Wegsehens im Alter oder die Delegation von Problemen aufgrund geringeren Leistungsvermögens?

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