Hauchdünner Sieg für Bernd Häusler: Singener OB Oliver Ehret ist abgewählt

Herausforderer Bernd HäuslerSingen. Das Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters in Singen ist entschieden. Oliver Ehret bleibt nun doch nicht Oberbürgermeister der Stadt Singen. Bei der entscheidenden Wahl am 14. Juli holte er 49,75 Prozent der Stimmen. Bernd Häusler schaffte es auf 50.18 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag über der des ersten Wahlgangs.

Oliver Ehret bleibt nicht OB in Singen

Der bisherige Oberbürgermeister Oliver Ehret (CDU) hatte bei der ersten Wahl vor zwei Wochen zwar noch vorn gelegen, sich aber nicht gegen seinen Herausforderer Bernd Häusler (ebenfalls CDU) mit absoluter Mehrheit durchsetzen können. Im entscheidenden zweiten Wahlgang holte Ehret 8.298 Stimmen und 49,75 Prozent. Das reichte aber nicht. Das Ergebnisder OB-Wahl  veröffentlichte die Stadt Singen um 19:22:03 Uhr.

Häusler legte zu

Oliver Ehret verfehlte vor zwei Wochen mit 49,92 Prozent nur um wenige Stimmen die für den Sieg nötige absolute Mehrheit. Häusler kam damals auf 48,5 Prozent. In der zweiten Wahl hätte die einfache Mehrheit gereicht. Häusler holte aber 8.370 Stimmen und damit 50.18 Prozent. Das war sogar die absolute Mehrheit – und es waren 72 Stimmen mehr als der amtierende OB.

Mehr Wähler gaben Stimme ab

Die Wahlbeteiligung lag im ersten Wahlgang bei 43,69 Prozent – im zweiten bei 47,92 Prozent. Brisanz hatte die Wahl auch, weil der Singener Bürgermeister Bernd Häusler gegen seinen Oberbürgermeister und Chef kandidiert hatte. Außerdem gehören beide der CDU an. Die SPD und die Grünen hatte gar keinen Bewerber ins Rennen geschickt.

Zwei engagierte Wahlkämpfe

Am Tag vor der Wahl hatte Oliver Ehret ein Foto mit einem schwarzen Kater im Arm auf Facebook gepostet und getextet: „Im Zwiegespräch mit einem interessierten Kater, wieviel Mäuse so ein Wahlkampf wohl kostet…?“ Als Wahlsolgan für den Schlussspurt hatte er gewählt „An Tagen wie diesen.“ Nach der Niederlage an einem Tag wie diesem steht Ehret nach einem engagierten Wahlkampf jetzt nicht nur mit hohen Ausgaben, sondern auch noch ohne Job da. Häusler hatte es offenbar geschafft, mehr Nichtwähler für sich  zu mobilisieren.

Oliver Ehret

7 Kommentare to “Hauchdünner Sieg für Bernd Häusler: Singener OB Oliver Ehret ist abgewählt”

  1. Hans Paul Lichtwald
    14. Juli 2013 at 21:25 #

    In den Schlagzeilen einmal Häusler, zweimal Ehret: Es gibt keinen Grund, die Prioritäten weiter wie im Wahlkampf zu setzen. Es ist abgestimmt – und Singen hat gewonnen.

    • wak
      15. Juli 2013 at 07:15 #

      Sagt der Kolumnist von Herrn Häusler. Ich kann mir kein Urteil erlauben, wer der bessere ist. Aber ich finde es problematisch gegen den eigenen OB anzutreten.

  2. BB
    15. Juli 2013 at 07:55 #

    Sagen wir mal so: Die CDU hat mit 99,9% gewonnen, aber die Stadt Singen hat verloren (egal wer OB geworden ist).

    Inhalte waren im Wahlkampf leider Mangelware, meine Nachfragen bei beiden Kandidaten nach der Finanzierung des Wahlkampfes wurden fast nicht beantwortet. Es wurde auf Anonymität der Spender hingewiesen (Altkanzler Kohl lässt grüssen).

    Es ist schon traurig zu sehen, daß eine Stadt sich so von Machtinteressen einiger GR-Mitglieder, Ex-OBs und zweifelhafter Vereine vereinnahmen lässt. Und der Südkurier spielt munter mit (er hat auch gut dran verdient)

    Und so verwundert es nicht, daß die Wahlbeteiligung unter 50% lag. Wenn man keine Wahl hat, geht man nicht zur Wahl. Auch nicht in einer Demokratie.

  3. Hans Paul Lichtwald
    15. Juli 2013 at 09:12 #

    Es gibt leider mehrere Sichtweisen des Singener OB-Wahlkampfes. Ehret hat eine kommunizieren lassen, der der Südkurier gerne gefolgt ist. Das war ein Wahlkampf der Sprachregelungen, die sich rund um den Namen Ehret bis hin zur Ehre rankten. Die andere Sicht ist die des Singener Bürgers, der am Ende den Mut zum Königsmord hatte. Ich weiß nicht, wo da zweifelhafte Vereine sind. Das gehört zum Bild der Strippenzieher, dass Ehret kultivieren ließ. Wer die internen Strukturen des Unterstützerkreises von Bernd Häusler kennt, kann auch die Machtinteressen einzelner Gemeinderatsmitglieder nicht als Triebfeder entdecken. Da waren die Jungwähler aktiv, die der Südkurier immer noch für seine Berichterstattung sucht! Als mich Herr Häusler fragte, ob ich den Wahlkampf aus meiner Sicht (!) kommentieren würde, habe ich gerne bei diesem Experiment mitgemacht. Ich habe wüste Beschimpfungen und Verleumdungen im Internet – vor allem – hinnehmen müssen. Heute weiss ist, dass ich das Prinzip Ehret nie hätte besser erfahren können! Wahlkampf in einem Facebook-Forum ist aber nicht vergnügungssteuerpflichtig und keinem Freund zu empfehlen . . .

    • W aus Singen W aus den Ortteilen
      30. Juli 2013 at 03:47 #

      Hallo Herr Lichtwald,
      ich habe Sie früher für einigermassen neutral, immer investigativ und im Zweifel für die Bürger in Singen tätig gesehen und auch erlebt. Mit Freude habe ich die Ankündigung aufgenommen, dass Sie den Wahlkampf kommentieren. Ich dachte dadurch bekommen Themen mehr Tiefgang, mehr Hintergründe, mehr Neutralität. Ich habe wirklich „alles“ im Netz gelesen; Fazit: Sie haben zwar Ihre ganze Erfahrung genutzt aber leider zu tendenziösen Zwecken, Punkte wurden angedeutet, in Aussicht gestellt, oder als Frage formierliert … das ganze Handwerkszeug eines Journalisten eben. Kam es zu konkreten Fragen reagierten Sie teils düpiert in etwa: sie haben ja nur dies oder jenes als Frage formuliert, dies dürfe „man“ doch wohl noch tun, dies wäre ja keine feste Behauptung etc. Aber gerade als gewiefter Journaliste wussten Sie natürlich sehr gut was Sie damit in Gang gesetzt haben, nicht jeder hat die Zeit und Lust Themen selbst genauer zu recherieren; und „etwas“ wird ja immmer hängenbleichen.
      Leider haben Sie nicht wie ein Journaliste agiert welcher den Themen auf den Grund gehen möchte; eher einer mit dem klaren Ziel: mit allen Mitteln den alten OB abzulösen, den neuen zu installieren.
      Naiv wie ich war, dachte ich dass Sie über wichtige Themen von beiden Seiten berichten und dann Ihre Meinung dazu äüßern. Leider war dem nicht so, schade, wirklich schade, dies hätte dem sehr emotionallen Wahlkampf gut getan. Dass Ihre frühere Reputation bei Personen wie mir Schaden genommen haben, dass Sie einen „fan“ weniger haben, ich denke damit können Sie gut leben. Vielleicht haben Sie ja viele hinzugewonnen.
      Ich wünsche dem neuen OB alles Gute, auf dass er seine Ankündigungen wahr macht. Das Singener Krankenhaus wird nun massiv gestärkt (Konstanz wird sicher nachgeben?); die offenen Bauprojekte werden 2014 aktiv angegangen, die Einarbeitszeit wird kürzer sein; Hr. Häussler ist ja ein Insider. Wie die Gräben geschlossen werden sollen weiss ich allerdings auch nicht, es wurde sehr viel Porzelan zerschlagen. Schau’mer mal.
      Ich hätte eine echte Wahl, jemand von außen bevorzugt, jemand welcher auf keine „Altlasten“ connections Rücksicht nehmen müsste. Das Bild welches die Parteien abgaben war abschreckender Politikstil.

      Wenn sich eine neue Gruppierung für nächste Wahl formiert, mit einigen vertrauensvollen Köpfen, ich würde diese wählen. Für mich haben sich eingei (aus beiden Lagern) „verbrannt“.

      Besser (finde ich) wäre es gewesen wenn ein so guter Verwaltungsmann wie der zukünftige OB erst seine Sporen und Qualitäten (unabhängig von einer stadteigenen Lobby) auswärts als OB gezeigt hätte,; dadurch hätte er Erfahrung und Profil geschärft. Es gibt nicht viele Führungspersonen in der Wirtschaft welche Ihre ganzen Erfahrungen nur aus einer Firma schöpfen, und eher „betriebsblind“ sind.Aber was solls, die Würfel sind gefallen.
      Ich bin gespannt ob Sie die Hofberichterstattung weiterführen werden und immer wieder Erklärungen, Entschuldigungen finden warum etwas nicht geht ober später klappt; oder oder oder oder…
      Eine andere Idee wäre (dieses mal) unabhängig, neutral über die Kommunalpolitik zu berichten; zum Beispiel über eine eigene website? Allerdings wird dies anfangs schwer sein, die Bürger (alle) bzgl. Neutralität und Glaubhaftigkeit zu überzeugen.

      Einen Schönen Abend wünscht Ihnen
      W aus Singen, W aus den Ortsteilen (hatte ich früher als eine Einheit empfungen, im Moment gerade nicht mehr)

    • wak
      30. Juli 2013 at 07:07 #

      Bullshit. Wenn hier überhaupt was zu lesen war, dann sicher keine Satz pro Herausforderer Häusler. Für mich ist es nämlich moralisch absolut nicht in Ordnung gewesen, gegen den eigenen OB anzutreten. Der Herausforderer war Teil der Rathausführung und ist nicht der Gute, den der Hommel schickt. Der Mann hätte es jetzt in Radolfzell probieren können oder sonst wo antreten. Aber dieser Kommentar aus Singen zeigt, wie hitzig und irrational es in Singen zu geht. Andere hatten gezählt wie oft der Name „Ehret“ vorkam und wie viele Fotos von wem. Sie unterstellten ebenfalls Parteilichkeit.

  4. W aus Singen W aus den Ortteilen
    31. Juli 2013 at 21:40 #

    rubbish. Sie lieben anscheinend dieses Vokulabular :-) Aber bitte nicht urteilen, ober denken zu urteilen zu können, ohne dass Sie wissen in wieweit mich dieses Thema beschäftigt hat, bzw. ich involviert war oder nicht. Solch ein Kommentar ist daher nonsens und soll was ausdrücken?
    Ich habe oben keinen der Hauptpersonen irgendwie beschuldigt, keiner ist der gute, oder schlechte. Im Gegenteil ich glaube dass beide einen guten Charakter grundsätzlich haben. Es ging mir mehr ums Umfeld, und der obige Kommentar war speziell an den von mir (früher) geschätzten Hofberichterstatter gerichtet, da ich zufällig gesehen habe dass er hier nachträglich die Wahl kommentierte. Und ja, die Kolummne war parteilich, und ja, nicht so primitiv dass direkt einzelne Personen mit Namen „billig“ oder direkt angegangen wurden.
    Das ist alles, ansonsten hoffe ich dass sich der Pulverdampf mal legt, dann werden an den Neuen (wie an den Alten) die gleichen Anforderungen gestellt, Versprechungen überprüft, Schau’mer mal.

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