Heimo Scheurer zum Kammerschauspieler ernannt

König Lear ist die große Abschiedsrolle Heimo Scheurers

Konstanz. Für seine langjährige Arbeit am Theater Konstanz hat Intendant Christoph Nix dem Schauspieler Heimo Scheurer die Ernennungsurkunde zum Kammerschauspieler verliehen. Nix wies darauf hin, dass dieser Titel in Österreich, woher Heimo Scheurer stammt, nur vom Bundespräsidenten vergeben werden dürfe. In Deutschland stehe jedoch „nach genauester juristischer Prüfung“, so Nix, dieser Verleihung nichts im Wege.

Abschiedsrolle König Lear

Zu seiner Rolle des König Lear im gleichnamigen Shakespeare-Stück sagte Scheurer, es sei eindeutig seine Lieblingsrolle. Es war Scheurers Wunsch, diese große Rolle zum Abschluss seiner 30jährigen Schauspielerlaufbahn am Theater Konstanz zu spielen – und er tut es – wie nicht nur das Stadttheater meint – mit Bravour. Regie führte der Hausregisseur des Theater Konstanz, Thorleifur Örn Arnarsson, und Scheurer lobte die hervorragende menschliche und künstlerische Zusammenarbeit mit Arnarsson und dem restlichen Team.

Ein Österreicher in Konstanz

Seine Schauspielausbildung schloss Heimo Scheurer an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz mit dem Förderpreis des Österreichischen Unterrichtsministerium ab. Bereits während der Ausbildung stand er auf der Bühne des Schauspielhauses Graz, arbeitete aber auch zur Finanzierung des Studiums u.a. einige Monate als Steward auf einem Kreuzfahrtschiff. Bevor er 1982 seinen ersten Vertrag am Theater Konstanz unterzeichnete, spielte er an diversen Theatern, so an der Schleswig-Holsteinischen Landesbühne, dem Stadttheater Baden-Baden, den Städtischen Bühnen Krefeld, sowie an den Bühnen in Lübeck und Braunschweig. In Konstanz wollte er ursprünglich maximal 3 Jahre bleiben – es sollten 30 werden. 2007 beging er sein 25jähriges Dienstjubiläum am Konstanzer Theater.

Shakespeare am Anfang und am Ende

Heimo Scheurer begann seine insgesamt 40jährige Schauspiellaufbahn in dem Stück Der Widerspenstigen Zähmung von W. Shakespeare, und beendet sie nun mit einem Shakespeare-Stück – ein Kreis, der sich schließt. Gerne erinnert er sich an seine Rollen in Stücken wie Der Kontrabass (Patrick Süsskind), Du bist meine Mutter (Joop Admiraal) oder Der zerbrochene Krug (Heinrich von Kleist), besonders auch an seine Rolle des Don Camillo in Don Camillo und Peppone (Gerold Theobalt). Insgesamt war er in 316 Produktionen zu sehen, und stand 4379 Mal auf der Bühne. Seit vergangenem Herbst ist Heimo Scheurer nun im „wohlverdienten Ruhestand“ – doch von Ruhe kann noch keine Rede sein: Noch 13 Mal bis Ende Juni kann sich das Publikum davon überzeugen, wie ausdrucksstark er als König Lear auf die Bühne kommt.

Foto: Stadttheater Konstanz

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.