Herbert Weber: Neues Müllsystem ist Müll

SPD-Stadtrat mit eigenem Kopf hat seine eigene Sicht

Herbert WeberKonstanz. Herbert Weber, Vorsitzender des Deutschen Mieterbunds Bodensee, hält nichts von einem neuen Müllsystem wie es die EBK und die Stadt Konstanz planen. Weber findet es schlicht ungerecht. Das neue Müllsystem hätte nur einen Vorteil: Der Stadt würde nicht mehr auf unbezahlten Gebühren sitzen bleiben, sagt Herbert Weber.

Müll-Nomaden

Dass passiert, wenn ein Mieter auszieht, sich beim Einwohnermeldeamt abmeldet aber seine Müllgebühr nicht bezahlt hat. „Sie sind dann nicht mehr greifbar“, sagt Herbert Weber. Etwa 100.000 Euro Miese macht die Stadt deshalb jedes Jahr, weiß der Mietervereinsvorsitzende und SPD-Stadtrat.

Neue Bemessungsgrundlage

Deswegen möchte die Stadt in Zukunft einen Bescheid – statt an einzelne Haushalte – lieber an den Hauseigentümer schicken. Der Hausbesitzer – oder die Wohnbaugesellschaft – müssten die Müllgebühren zusammen mit den Nebenkosten abrechnen. Weber sagt, dass die jeweiligen Mieter dann voraussichtlich nicht mehr entsprechend der im Haushalt wohnenden Personen, sondern entsprechend der Quadratmeterzahl ihrer Wohnung zahlen müssten.

Ältere in großen Wohnungen betroffen

Im Nachteil wären dann zum Beispiel alleinstehende Ältere, die noch eine größere Mietwohnung bewohnen, sagt der SPD-Stadtrat. Die Kinder seien ausgezogen, der Lebenspartner vielleicht verstorben.  Umziehen könnten die meisten nicht, da eine neue kleinere Wohnung oft teurer sei, so Herbert Weber. Und überhaupt: Wer im Geschosswohnungsbau, also in einem Mehrfamilienhaus oder einer Wohnanlage,  lebe, sei schon heute gegenüber Eigenheimbesitzern im Nachteil. Mieter, jüngere und ältere, müssten mit den Nebenkosten auch die Grünabfuhr bezahlen, während Hausbesitzer ihre Grünabfälle selbstverständlich in die Biotonne stopfen könnten – und noch nicht einmal eine Biotonne haben müssen, weil sie ihren Biomüll angeblich auf dem Kompost entsorgen.

Müll bitte nicht wiegen

Das aller schlimmste wäre aus Sicht von Herbert Weber aber, wenn der Müll gewogen und die Müllgebühr nach dem Gewicht berechnet würde. In diesem Fall würde sich der SPD-Stadtrat um die Sauberkeit in der Stadt sorgen.

 

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