Heute im Bodenseekreis: Schwarzer Landrat unter Strom

Schnappen sich schwarze Landräte Mehrheit an EnBW und setzen Grün-Rot unter Druck?

Bodenseekreis. Der Kreistag des Bodenseekreises entscheidet heute mit darüber, wie viele Anteile am Energiekonzern EnBW die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke, kurz OEW, besitzen wollen. Momentan halten die OEW genauso viele Anteile an der EnBW wie das Land Baden-Württemberg.

Zukauf von Aktien möglich

An den OEW sind neun Landkreise beteiligt, in denen schwarze Landräte das Sagen haben. Die OEW-Verbandsversammlung entscheidet am kommende Freitag über den Ankauf weiterer Aktien. Zuvor entscheiden die Kreistage. Heute ist es im Bodenseekreis soweit. Hintergrund für den möglichen Aktienankauf ist eine Vereinbarung, die beim Verkauf der EdF-Anteile an der Energie Baden-Württemberg an das Land Baden-Württemberg getroffen worden ist.

Entscheidung am Freitag

Aufgrund wertpapierrechtlicher Bestimmungen musste das Land bei der Übernahme der Anteile der EdF an der EnBW allen weiteren Aktionären ein öffentliches Übernahmeangebot machen. Die erste Frist endete 18. März. Die Nachfrist läuft am 6. April aus. Wie bereits im Übernahmeangebot veröffentlicht, haben sich die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke das Recht einräumen lassen, die Hälfte der Anteile, die in diesem Verfahren angedient werden, zu übernehmen. Darüber soll nun die Verbandsversammlung am 8. April 2011 beraten und entscheiden.

OEW weist Spekulationen zurück

Zur Zusammenarbeit mit der neuen Landesregierung setze der Verband auf ein faires und partnerschaftliches Miteinander. „Zu weiteren Spekulationen nehmen wir keine Stellung“, heißt es in einer Mitteilung des Zweckverbands OEW. Die in der OEW zusammengeschlossenen oberschwäbischen Elektrizitätswerke halten wie das Land momentan 45,01 Prozent an der EnBW. Jetzt geht es darum, ob sie noch mehr Anteile an der EnBW kaufen. Gehen könnte es auch um die Macht in der EnBW. Wenn konservative Landkreise die Mehrheit des Stromkonzerns übernehmen, könnten sie Einfluss auf die Energiepolitik der grün-roten Regierung nehmen.

Foto: Tobias Kunze PIXELIO www.pixelio.de

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