Holocaust Gedenktag: Schicksale jüdischer Konstanzer Familien

Buch berichtet über Stationen der jüdischen Familien Guggenheim und Hammel aus Konstanz auf dem Weg in die Vernichtung

Konstanz. Einen Holocaust Gedenktag begehen die Konstanzer am 27. Januar um 19.30 Uhr im Wolkenstein Saal im Kulturzentrum am Münster. Die Veranstalter präsentieren die anhand von Originaldokumenten recherchierte Geschichte jüdischer Konstanzer Familien. Der Eintritt ist frei.

Von Gurs nach Auschwitz

In seinen neuen Büchern „Johanna Hammel“ und „In Argentinien gerettet – in Auschwitz ermordet“ beschreibt Hans-Hermann Seiffert die Schicksale der jüdischen Familie Hammel aus Konstanz sowie der Familien Guggenheim aus Konstanz und Donaueschingen während der Verfolgung in der NS-Zeit. Dabei geht es insbesondere um die Ereignisse der Deportation in das französische Internierungslager Gurs im Oktober 1940. Der Autor, der Mitglied der Konstanzer „Initiative Stolpersteine“ ist, recherchierte die Lebensumstände der Internierten anhand von Briefen und Postkarten, welche die Opfer selbst und auch Leidensgefährten von ihnen hinterlassen haben sowie auch anhand von Dokumenten, die er in Archiven in Frankreich und Deutschland fand und die er aus den Gedenkstätten Yad Vashem und Auschwitz erhielt.

Guggenheims wohnten in der Hüetlinstrasse 21

Einen breiten Raum nehmen die Schilderungen der Schicksale jener Mitglieder der Familien Guggenheim und Hammel ein, die in den Monaten August und September 1942 in Auschwitz-Birkenau ermordet wurden. Es sind dies das Ehepaar Salomon und Toni Guggenheim, ihr Neffe Dagobert Guggenheim, alle wohnhaft in der Hüetlinstrasse 21, sowie Johanna Hammel, die bei ihren Eltern in der Bahnhofstraße 10 wohnte. Die zur Verfügung gestellten Dokumente, die in den Büchern abgebildet sind, geben Aufschluss über Stimmungen, Ängste und Hoffnungen während der fast zweijährigen Internierung in den französischen Lagern, die mit dem Transport nach Auschwitz im Jahre 1942 ein tödliches Ende fand.

Frank Lettenewitsch liest

In Anwesenheit des Autors Hans-Hermann Seiffert wird Frank Lettenewitsch, Schauspieler am Stadttheater Konstanz, in Auszügen aus beiden Büchern vorlesen. Veranstalter sind: Initiative Stolperstein für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz, Deutsch-Israelischer Gesellschaft Bodenseeregion, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. Konstanz, Jüdische Gemeinde Konstanz, vhs Konstanz-Singen e.V. und Kulturbüro Konstanz.

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