Israelitische Religionsgemeinschaft Baden möchte Synagoge nach langwierigem Hin und Her bauen

Ehemaliger Hotel AnkerKonstanz. Die Israelitische Religionsgemeinschaft Baden (IRG Baden) möchte offenbar mit dem Bau einer Synagoge in der Sigismundstraße in Konstanz beginnen. Der Oberrat der IRG Baden hatte das Anfang April beschlossen. Die Stadt Konstanz überlässt der Israelitischen Religionsgemeinschaft deswegen nun das Grundstück mit der Immobilie, dem ehemaligen Hotel Anker, und bezuschusst den Bau, wie vom Gemeinderat beschlossen, mit 155.000 Euro. Weil der Kaufvertrag noch nicht rechtswirksam ist und die Immobilie noch nicht im Besitz der Bauherren ist, muss sich der Konstanzer Gemeinderat in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag, 25. April, noch einmal mit dem Thema befassen. Der Weg zum Bau war steinig, da die Israelitische Kultusgemeinde Konstanz (IKG Konstanz) und die Israelitische Religionsgemeinschaft Baden (IRG Baden) zerstritten waren. Zunächst wollte die Israelitische Kultusgemeinde Konstanz bauen.

Synagoge mit Gemeindezentrum

Der Gemeinderat der Stadt Konstanz hatte bereits 2010 beschlossen, das Grundstück Sigismundstraße 8 (ehem. Hotel Anker) nach Rückübertragung durch die Israelitische Kultusgemeinde Konstanz (IKG Konstanz) an die  Israelitische Religionsgemeinschaft Baden zur Errichtung und zum Betrieb der lange geplanten Synagoge mit Gemeindezentrum zu veräußern.

Verzögerungen bei Eigentumsübertragung

Der Wert der Liegenschaft stellt den finanziellen Beitrag der Stadt Konstanz zur Realisierung des Projektes dar. Außerdem wurde ein Baukostenzuschuss in Höhe von 155.000 Euro zugesagt. Die Eigentumsübertragung der Immobilie auf die IRG Baden sollte dabei unter der Bedingung erfolgen, dass die IRG bis spätestens 31.05.2012 eine bestandskräftige Baugenehmigung für das Synagogenprojekt vorlegt.

IRG Baden legte Baugenehmigung nicht fristgerecht vor

Die Rücknahme der Liegenschaft von der IKG Konstanz wurde 2011 notariell beurkundet.Daraufhin hatte die IRG Baden die eigenen Planungen bezüglich des Baus intensiviert. Der Bauantrag wurde vorbereitet. Ende 2011 wurde die Übertragung des Anwesens auf die IRG Baden unter der aufschiebenden Bedingung beurkundet, dass eine bestandskräftige Baugenehmigung für den Bau der Synagoge bis zum 31. Mai 2012 vorliegt. Diese lag dann aber nicht vor.

Stadt stoppte Übertragung der Immobilie

Die Israelitische Religionsgemeinschaft Baden legt den Bauantrag erst verspätet vor. Der Grund war eine vom Brandschutz zusätzlich geforderten Fluchttreppe. Die für den Vollzug des Kaufvertrages vereinbarte Bedingung hatte die IRG Baden somit formal nicht erfüllt. Der Kaufvertrag selbst ist deshalb bisher auch nicht rechtswirksam geworden. Die Immobilie wurde also noch nicht an die IRG Baden übertragen.

Neuer Anlauf im April 2013

Der Oberrat der IRG Baden hat nun aber in seiner Sitzung am 7. April 2013 entschieden, als Bauherr die Synagoge am Standort Sigismundstraße in Konstanz zu realisieren und auch in wesentlichen Teilen zu finanzieren. Nötige Komplementärmittel, die die von der IRG vorgegebene Kostengrenze übersteigen, soll die örtliche Israelitischen Gemeinde zuschissen. Aus Sicht der Sadt Kostanz steht nach dem Baubeschluss der IRG und auch, da inzwischen eine bestandskräftige Baugenehmigung vorliegt, einer Eigentumsübergang der Immobilie auf die IRG Baden sachlich nichts entgegen.

IRG Baden will zügig bauen

Damit wäre seitens der Stadt die Grundlage für eine zügige Realisierung des Synagogenprojektes durch die IRG geschaffen. Nach Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden werde zunächst mit den archäologischen Grabungen begonnen. Vertreter des Oberrates der IRG Baden werden anlässlich der Gemeinderatssitzung am 25. April 2013 persönlich anwesend sein, den weiteren Fortgang erläutern und auch Fragen zum Projekt beantworten.

Ein Kommentar to “Israelitische Religionsgemeinschaft Baden möchte Synagoge nach langwierigem Hin und Her bauen”

  1. Wolfgang Becker
    22. April 2013 at 13:52 #

    sehe ich das richtig:
    155T€ und das Grundstück, was ja auch einen Wert hat.

    Auf dem Grundstück der alten Synagoge steht schon lange ein Haus.

    Ob der Eigentümer dafür Geld zahlen musste?

    Also nun bitte schnell bauen, sonst könnte noch ein weiterer Streit aufkommen.

    Ich bin nun auch gespannt, wie schön das Haus, sorry die Synagoge wird.

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