Jetzt dealen Gericht, Anklage und Verteidigung

Überraschende Wende im Ravensburger Drogenprozess

Friedrichshafen/Ravensburg (sig) Überraschende Entwicklung im Drogenprozess vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Ravensburg: Um die auf sechs Tage anberaumte Verhandlung zu verkürzen, verständigten sich am zweiten Prozesstag Staatsanwaltschaft Gericht und Verteidigung auf Strafobergrenzen.

Kiloweise Kokain

Kiloweise hatten drei Männer aus Friedrichshafen als Verbindungsmann, Fahrer und Empfänger Drogen von Rotterdam nach Friedrichshafen geschafft (wir berichteten). Bei einer der Touren im Herbst vergangenen Jahres war der Schneetransport aufgeflogen. Seit Ende April steht das Trio wegen des bandenmäßigen Handelns mit Betäubungsmitteln vor Gericht. Unterstützt von insgesamt sechs Verteidigern und begleitet von einer großen Fangemeinde, die auch gestern den Schwurgerichtssaal 1 füllte, den sie nur nach einer Sicherheitsüberprüfung durch eine großes Polizeiaufgebot betreten durften.

Deal mit dem Staatsanwalt

In einem Gespräch außerhalb der öffentlichen Hauptversammlung hatten sich noch am gestrigen Vormittag Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung auf den Deal geeinigt, Strafobergrenzen festzusetzen, für den Fall, dass die Angeklagten glaubhafte Geständnisse abgeben würden, so die Vorsitzende Richterin Martina Hirsch. Letzteres hatte bisher nur der Hauptangeklagte getan.

Geständnisse der Angeklagten

Gestern nun folgten die Geständnisse der beiden anderen durch ihre Anwälte. Danach muss der Hauptangeklagte mit einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren rechnen, zuzüglich der Reststrafe aus einer früheren Verurteilung, nachdem die jüngsten Taten in die Bewährungszeit gefallen waren. Fünf Jahre stehen auch für den zweiten Angeklagten im Raum, der auf die Lieferungen gedrängt und den dritten Angeklagten als Fahrer angeheuert hatte. Letzterem drohen drei Jahre hinter Gitter.

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