Jetzt geht’s um die Grillwurst: Fehlinformation der Konstanzer SPD?

Zwei Grillplätze bei Great Lakes eröffnet – Zugang durch Loch im Zaun

Konstanz (wak) In Konstanz geht’s um die Wurst. Ein Streit darüber ist entbrannt, ob und seit wann der Grillplatz für Jugendliche am Seerhein zugänglich ist. Während der Konstanzer SPD Stadtrat Herbert Weber in dieser Woche vergeblich nach einem Zugang zum neu eingerichteten Grillplatz für Jugendliche auf dem ehemaligen Great Lakes Gelände suchte, sagt die Stadt sinngemäß, das sei alles Quatsch. Es gebe einen Zugang, ein Loch im Zaun. Der städtische Pressesprecher Walter Rügert sprach in diesem Zusammenhang von einer „Fehlinformation“ der SPD.

Zwei Grillstellen für Jugendliche

Die Frage, die die SPD Fraktion im Konstanzer Gemeinderat und zwangsweise auch die Stadtverwaltung seit gestern beschäftigt, heißt Loch im Zaun oder nicht Loch, grillen ja oder nein? Die Grillstellen am Seerhein waren von der Stadt, die die Jugendlichen bewusst an Plätze im öffentlichen Raum und auch ans Wasser einlädt, vorgeschlagen worden. Auf dem Great Lakes Gelände unweit der Schänzlebrücke baute die Stadt denn auch eine Grillstelle, die vor allem Treffpunkt für junge Leute sein sollte. „Rechtzeitig zum Beginn der Grillsaison richtete sie das Gelände her und installierte auf dem Areal zwei große Grillplätze. Auch für das erforderliche Feuerholz ist gesorgt“, heißt es in einem Newsletter der Stadt.

Stadtrat Herbert Weber findet Loch nicht

Von wegen, sagte der Konstanzer Stadtrat Herbert Weber und schrieb in dieser Woche in der Sache schon zwei Briefe an Baubürgermeister Kurt Werner. Als sich Weber die Grillstelle anschauen wollte, versperrte ihm ein verschlossenes Tor den Weg. Das Gelände ist umzäunt und einen Eingang fand der SPD Stadtrat nicht. Offenbar schauten im Laufe der Woche sogar mehrere SPD-Mitglieder nach, die offenbar aber alle vergeblich nach einem Durchschlupf suchten.

Grillen jetzt sofort im Sommer

Nur kurze Zeit sei der neu errichtete Grillplatz auf dem Great Lakes Gelände öffentlich zugänglich gewesen, teilte die SPD der Presse in einer zweiten Mitteilung mit. Und das behaupte nicht etwa die SPD. Dies gehe vielmehr aus der Antwort der Stadtverwaltung auf die Anfrage von Weber hervor. So heißt es wenigstens in der neuesten Mitteilung der Konstanzer Sozialdemokraten. Weber hakte deswegen noch einmal nach. Der Grillplatz werde jetzt im Sommer und nicht erst im September benötigt, so der Stadtrat.

Kanalarbeiten schränkten Chillen ein

Richtig sei, dass der Jugendgrillplatz, an dessen Gestaltung sogar Jugendliche beteiligt gewesen seien, seit Anfang Mai fertig ist. Doch dann habe es Kanalisationsarbeiten gegeben, so die SPD. Dies habe „zeitweilig zu Nutzungseinschränkungen“ geführt, teilte die Verwaltung Weber schriftlich mit und Weber gab es so an die Medien weiter. Vor zwei Wochen seien die Arbeiten abgeschlossen worden, die Technischen Betriebe hätten anschließend das Gelände wieder eingeebnet.

Zweiter Brief an Bürgermeister

Weber hatte kritisiert, dass die Zufahrt noch in dieser Woche mit einem großen Schloss versperrt war und witterte eine Panne. Das Tor sei bewusst verschlossen worden, so die Verwaltung, um die Zufahrt mit Autos zu verhindern. Über eine „Lücke im Zaun“ sei der Jugendgrillplatz von der Reichenaustraße her zu erreichen. Soweit so gut. Doch vor Ort konnte Weber keinen derartigen Zugang finden. Weber bleibt deswegen dabei. „Es ist sicherlich nicht daran gedacht, dass die Nutzer über den Zaun klettern sollen,“ schrieb Weber deswegen gestern an Bürgermeister Werner. Weber fordert erneut einen schnellen Abschluss der Arbeiten.

Grillplatz nur eine Saison nutzbar

Denn mittlerweile stehe definitiv fest, dass der Jugendgrillplatz nur in diesem Sommer nutzbar sei. Das Grundstück werde in Kürze verkauft. Insgesamt habe die Stadt 28.000 Euro für die Gestaltung ausgegeben. „Viel Geld, wenn junge Menschen den Platz faktisch nicht nutzen konnten und können.“ Die SPD vermisst in der Stellungnahme der Stadt dem Vernehmen nach noch immer eine klare Aussage zum Thema Zugang durch ein Loch.

SPD hat falsch informiert

Die Stadt weist alle Vorwürfe weit von sich: Die Pressemeldung der SPD-Fraktion im Gemeinderat, wonach die Grillstelle noch gar nicht eröffnet worden sei, beruhe offensichtlich auf einer Fehlinformation, heißt es seitens der Stadt. „Es kam lediglich zu einer kurzen Einschränkung der Nutzung, als zwischenzeitlich Rohre für die Kanalisation eingebaut werden mussten.“

Hier geht’s zum ersten Artikel zum Thema.

Foto: Günter Havlena  PIXELIO

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