Johannes Gernert über Generation Porno in Konstanz

„Was clickst du? – Neue Medien für Eltern“ – Über die Porno-Pubertät 2.0

Konstanz. Fast 80 Prozent der 14- bis 17-Jährigen haben laut der Dr. Sommer-Studie der „Bravo“ schon einmal einen Porno geguckt. Viele Teenager machen damit ihre ersten sexuellen Erfahrungen – schlimm? Pornografische Clips sind so leicht zu kriegen und zu verteilen wie noch nie. DSL und Bluetooth sei Dank – oder eben nicht. In der Reihe was clickst du? – Neue Medien für Eltern befasst sich der dritte Vortrag am Donnerstag, 14. April, um 19 Uhr mit dem Thema „Generation Porno – Aufklärung online?“ Veranstaltungsort ist der Wolkensteinsaal des Konstanzer Kulturzentrums am Münster.

Autor über „Generation Porno“

Referent des abends ist der junge Berliner Journalist Johannes Gernert, der seit einigen Jahren über Pornografie und Jugendkulturen im Internet recherchiert und seine Erfahrungen und Interviews in seinem Buch „Generation Porno“ publiziert hat. In seinen Vorträgen zeigt er die Online-Welten von Teenagern und schildert wie viele von ihnen SchülerVZ, Youtube, aber auch Youporn und andere Pornoportale nutzen.

Eltern und die Porno-Pubertät 2.0

Nach vielen Expertengesprächen hat er Tipps für den Umgang mit der Porno-Problematik formuliert, die sich im Ratgeber-Teil seines Buchs „Generation Porno“ finden. Er versucht, den digitalen Graben zwischen Eltern und ihren Kindern zu verkleinern und Antworten auf die Fragen von Erziehungsberechtigten zu liefern: Wie reagiert man am besten auf die Porno-Pubertät 2.0? Als Reporter bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat er beschrieben, wie dort Entscheidungen über die CDs von Sido oder Bushido gefällt werden.

Über den Autor

Johannes Gernert, studierte Publizistik und Englisch in Berlin und Nordirland. Anschließend besuchte er die Deutsche Journalistenschule in München. Seine Texte erscheinen in der taz, der Frankfurter Rundschau, der Berliner Zeitung, bei stern.de und Spiegel Online. Er ist Redakteur der sonntaz, der Wochenendbeilage der taz.

Zielgruppe Eltern

Mit der Vortragsreihe wollen die Veranstalter versuchen, Eltern Tipps und Hilfestellungen zu geben, wie Sie die Mediennutzung Ihrer Kinder begleiten können und wollen Ihnen helfen, Berührungsängste abzubauen, damit sie sich im „Mediendschungel“ zurechtfinden. „Was clickst du? – Neue Medien für Eltern“, ist eine Veranstaltungsreihe der Abteilung Kinder-, Jugend,- Senioren und Stadtteilarbeit des Jugendamtes der Stadt Konstanz in Kooperation mit „SCHAU HIN!“ einer Initiative des Bundesfamilienministeriums sowie der Konstanzer Buchhandlung Homburger & Hepp.

Der Eintritt beträgt 4 Euro an der Abendkasse.

6 Kommentare to “Johannes Gernert über Generation Porno in Konstanz”

  1. Lothar Herzog
    11. April 2011 at 19:51 #

    Also wenn Bravo das Fundament dieser Erhebung ist kann
    ich nur sagen. Armes Deutschland.

    Es wird immer schlimmer. Ich denke das unsere Jugend besser
    ist wie Ihr Ruf. Lasst doch die jungen Leute mal machen.

  2. Gerhard Feffer
    11. April 2011 at 20:01 #

    Interessant ist, dass unlängst auch ein Roman zum Thema Pornographie erschienen ist, der auch einen kritisch-ironischen Blick auf den Umgang Jugendlicher mit Pornos wirft: „Pornos machen traurig“ von Peter Redvoort. Ein ziemlich offenes und selbstkritisches Büchlein.

    G.F.

  3. Bolle Knallquist
    12. April 2011 at 10:58 #

    Ich recherchiere auch öfters nach Pornos. Dann kann ich nämlich anderen erzählen, wie furchtbar schlimm das doch alles ist.

    Vor 100 Jahren reagierte man auf pubertäres Selbstbefummeln, indem man den Söhnen nachts die Hände ans Bett gebunden hat. Heute schwingen sich linke Volkserzieher (im Volksmund fälschlicherweise manchmal „Journalisten“ genannt) auf und erzählen uns, was richtig und was falsch ist.

  4. Lothar Herzog
    12. April 2011 at 11:24 #

    Und diese furchtbaren Leute schwingen dann die moralische
    Keule über die Jugend.
    Und in Berlin ist es Stadtgespräch, das 2 Kilometer vom Reichstag
    entfernt der sogenannte Babystrich ist wo sich auch Abgeordnete
    von Parteien treffen.
    Leider kann die Berliner Polizei nichts machen, da die Herren von
    ihrer Immunität gedeckt sind.
    Wenn es vor 100 Jahren schon Internet und Handys gegeben
    hätte würden es unsere Altvorderen auch angeschaut haben.

  5. dk
    12. April 2011 at 13:49 #

    Jedenfalls ist der Schreck gross, wenn man morgens im Krankenhaus aufwacht und neben dem Bett einen gut gefüllten Urin-Beutel mit Katheder bemerkt. Man forscht nach, wohin der Plastikschlauch führt und wundert sich, dass alles so hygienisch im Bett funktioniert. Nach ein paar Tagen ist man des „Beutel-Tragens“ überdrüssig und zieht auf der Toilette ganz pubertär-auflehnerisch am Schlauch: nichts geht, es muss Hochleistungskleber im Spiel sein.

    An den Vortagen der Entlassung kommt eine Krankenschwester vorbei, zieht sich Handschuhe an und entfernt den Schlauch. Man möchte gar nicht hinschauen, es zieht gewaltig und alles ist plötzlich ohne Verletzungen vorbei. Man ist riesig erleichert über das Ende dieser unerotischen Situation; den Bettnachbarn hat es auch nicht interessiert.

    Tage später beim Hausarzt schaut dieser nach dem Alter und möchte eine Untersuchung nach Prostata-Krebs durchführen lassen. Man atmet innerlich durch: „auch das noch“ und nickt.

    Vor Wochen gab es eine Gesundheitssendung im CH-TV; in den ersten Minuten wurde der Gast, ein ehem. Fussball-Nationaltrainer der CH, nach seinen Prostata-Kenntnissen und seiner persönllchen Vorsorge gefragt. Er war gut darauf vorbereitet. In der Einleitung wurde zuvor erwähnt, dass das Thema eher für Männer unangenehm, peinlich bzw. ein Tabu ist.

    Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Beim Thema Web2.0, Socialmedia, Wahlkämpfen usw. hat man sich Gedanken über Kommunikationsmodelle gemacht und in welchen Situationen bzw. über was eher geredet oder eher geschwiegen wird. Man grinst manchmal leicht, ganz unerotisch.

  6. Lysanne
    3. September 2012 at 08:59 #

    Falls jemand der Bravo nicht so ganz vertrauen sollte: Auf http://harri-wettstein.de/pornoforschung/ wurde eine Umfrage im letztes Jahr gemacht ( von Dr. Harri Wettstein). Ich finde es auch sehr interessant, dass er das Problem der mangelnden Aufklärung anspricht und versucht dieses zu lösen.

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