Jugend-Grillplatz oder Strandbar am See in Konstanz?

Jugendpolitisches Nachtcafé zum Thema Plätze für Jugendliche

Talk im Jugendpolitischen NachtcaféKonstanz. Als am vergangenen Freitagabend in der Konstanzer Spiegelhalle das Jugendpolitische Nachtcafé öffnete, ging es auch um Plätze für Jugendliche. Nach dem Aus für einen provisorischen Grillplatz am Seerhein, suchen Stadt und Jugendliche jetzt erneut nach einem Freizeitgelände, auf dem sich Jugendliche am See treffen können.

Grillen oder chillen am See

In dieser Woche fällt eine Vorentscheidung darüber, ob es im kommenden Sommer einen Grillplatz für Jugendliche auf Klein-Venedig gibt. Am Donnerstag steht die Frage Jugend-Grillplatz auf Klein-Venedig – ja oder nein – auf der Tagesordnung des Technischen und Umweltausschusses. Die Gemeinderatsmitglieder werden über zwei Anträge sprechen: Einen hat die SPD gestellt und einen die FWG. Die SPD möchte eine Grillplatz für Jugendliche auf Klein-Venedig. Die Freien Wähler wollen über eine Strandbar auf dem Gelände diskutieren.

Nicht alle Jugendlichen von Grillplatz begeistert

Bernd Schlenkrich, Leiter des Jungen Theaters, hat das Jugendpolitische Nachtcafé moderiert. Etwa 20 Jugendliche beteiligten sich. Die Diskussion drehte sich vor allem um den vergangenen Sommer, um Treffpunkte für Jugendliche, das Miteinander von Jugendlichen, Anwohnern und der Stadtverwaltung sowie um Verbote. Dass es „die“ Jugendlichen in Konstanz genauso wenig gibt wie „die“ Erwachsenen oder „die“ Polizei, wurde schnell klar. Beispiel Grillplatz am Seerhein: Die Stadtverwaltung hatte den Platz zusammen mit Jugendlichen ausgesucht – einigen Jugendlichen war er aber zu weit weg und zu provisorisch.

Grüne Stadträte hörten zu

Das Nachtcafé in der Spiegelhalle ist ein Ort, an dem Jugendliche über das reden können, was sie bewegt. In der Regel findet es freitagabends statt, wenn eine Sitzungswoche folgt, in der Jugend relevante Themen die Konstanzer Kommunalpolitik beschäftigen. Am vergangenen Freitagabend war es der Grillplatz. Jürgen Treude und Irene Jun vom Jugendamt, die ständige Gäste im Nachtcafé sind, haben die Anregungen aufgenommen. Mit dabei waren auch die beiden Stadträte Günther Beyer-Köhler und Till Seiler von der Fraktion der Freien Grünen Liste (FGL).

Lob für die Nachtwanderer

Das Thema, das die Jugendlichen am meisten beschäftigt, sind weiterhin Treffpunkte für Jugendliche. Offenbar gibt es verschiedene Gruppen, die sich an unterschiedlichen Orten treffen und die sich auch gar nicht begegnen wollen. Einhelliges Lob gab es von den Jugendlichen für die Nachtwanderer, die als Ansprechpartner für Jugendliche da sind. Einige aus der Gruppe der Nachtwanderer sind den Jugendlichen offenbar persönlich und namentlich bekannt. Die Nachtwanderer helfen, rufen Eltern an, wenn einzelne Jugendliche betrunken sind, und holen im Notfall den Rettungsdienst und nicht die Polizei, sagen Jugendliche.

Wem gehört Klein-Venedig?

Die Plätze und Treffpunkte am See oder Seerhein sind knapp. Deshalb dürfte es im kommenden Sommer erneut Konflikte geben – auch zwischen Jugendlichen und Erwachsenen. Das ist so, auch wenn alle Beteiligten den vergangenen Sommer eher als einen ruhigen Sommer erlebt haben. Der Verteilungskampf um das attraktive Gelände Klein-Venedig hat aber bereits begonnen – und er wird am Donnerstag im Technischen und Umweltausschuss weiter ausgetragen.

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