Jugendlicher nach einer halben Stunde aus dem Konstanzer Seerhein geborgen

IMG-20130717-WA0006 (1)Konstanz. Heute Nachmittag gegen 15 Uhr ist ein Jugendlicher vermutlich nach einem Sprung von der Fahrradbrücke in den Seerhein nicht mehr aufgetaucht. Bei einer groß angelegten Suchaktion konnten Taucher der DLRG Konstanz den Jugendlichen nach etwa einer halben Stunde aus etwa 10 Meter Wassertiefe aus dem Rhein bergen. Nach einer Reanimation brachten Rettungskräfte den Jugendlichen in eine Klinik. Das berichteten die Freiwillige Feuerwehr und die Polizei. Darüber, wie es dem Jugendlichen geht, liegen derzeit keine weiteren Informationen vor.

Jugendliche 60 bis 70 Meter stromabwärts geborgen

In einer groß angelegten Such- und Rettungsaktion, an der sich Kräfte der Feuerwehr Konstanz, der DLRG Konstanz sowie der Polizei beteiligten und auch ein Rettungshubschrauber im Einsatz war, konnte der Vermisste durch Taucher des DLRG Konstanz etwa  60 bis 70 Meter stromabwärts geborgen werden.

Brückenspringer oder Schwimmer

IMG-20130717-WA0008Nach ersten Zeugeninformationen geht die Polizei davon aus, dass der Jugendliche, bei dem es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen 16-Jährigen aus Konstanz handelt, von der Radbrücke ins Wasser sprang. Andere Zeugen konnten dies jedoch nicht bestätigen. Demzufolge soll der Jugendliche vom Ufer ins Wasser gegangen sein. Er sei zu einem Pfeiler geschwommen und sei auf dem Rückweg plötzlich untergegangen.

Tumultartige Szenen am Ufer

Der Einsatz wurde, wie die Polizei weiter berichtet, von einer größeren Anzahl von Jugendlichen, die den Verunglückten offenbar kannten, massiv behindert. Dabei verhielten sich die jungen Leute laut Polizei äußerst aggressiv. Die Polizei musste zahlreiche Streifen aufbieten um die angespannten Lage zu beruhigen. Die Feuerwehr berichtete von „panischen Reaktionen“. Einige der Jugendlichen ließen sich nicht beruhigen und mussten deshalb von der Polizei in Gewahrsam genommen werden.

Der Jugendliche ist mittlerweile verstorben. Am Donnerstag stellten Angehörige Kerzen für den Toten auf der Konstanzer Fahrradbrücke auf. Einige Dutzend Jugendliche versammelten sich am Donnerstagabend an der Gedenkstelle.

Fotos: privat

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9 Kommentare to “Jugendlicher nach einer halben Stunde aus dem Konstanzer Seerhein geborgen”

  1. Kerry Mahmud
    17. Juli 2013 at 19:13 #

    Das so was passiert ist, schockt mich zutiefst. Ich wünsche dem Jungen alles Gute und hoffentich geht es ihm gut.

    • Daniel Beringer
      18. Juli 2013 at 08:43 #

      Leider Nein!

      Gerade kam die Meldung im Polizeibericht, daß er noch gestern abend in der Klinik verstorben ist!

      Schrecklich!

      Mein Beileid den Freunden und Angehörigen!

  2. Karl
    18. Juli 2013 at 06:58 #

    Das unter Jugendlichen, deren Freund vor ihren Augen zu ertrinken beginnt „Panik“ herrscht ist doch selbstverständlich!
    Das in einem Artikel explizit so zu erwähnen finde ich – aufgrund der Tatsachen – mehr als grenzwertig. Das hat für mich keinen informativen, sondern einen wertenden Charakter. Offenbar wurde die Situation von vielen Erwachsenen Gaffern als harmlos eingeschätzt und kein Versuch unternommen, die Person zu retten. Das es da zu emotionalen, oft unrationalen Reaktionen – zumal der Jugendlichen kommt – ist auch absolut nachvollziehbar. Wer nicht helfen kann – oder will – sollte den Ort verlassen und nicht gaffen oder gar Filme mit seinem Handy machen. Und eine Bitte an die Redaktion: Eine objektive und sachliche Berichterstattung wäre angesichts des mehr als kritischen Gesundheitszustandes des Verunglückten angebrachter und für Freunde, Familie und involvierte besser zu ertragen.

    • wak
      18. Juli 2013 at 07:58 #

      Guten Morgen. Die Polizei berichtete, dass Menschen an der Unglücksstelle durch ihr Verhalten die Rettungsarbeiten behindert hätten. Das geht gar nicht – schon und gar nicht, wenn es auf jede Minute ankommt. Es gehört zu einer sachlichen Berichtertstattung das auch so wiederzugeben und nicht wegzulassen. Die Feuerwehr berichtete von Panik, was absolut nachvollziehbar ist. Dass der Unfall schrecklich war und Menschen, die nicht persönlich betroffen sind, das Leid der Angehörigen kaum ermessen können, steht außer Frage.

  3. Uli Fechter
    18. Juli 2013 at 07:49 #

    Warum wird bei solchen Unfällen nicht die Notfallseelsorge /Kriesenmanagement alarmiert! Es ist doch klar das die Jugendliche die den Jungen kennen ausser Rand und Band sind.Und die kleineren Kinder einen Schock haben.
    Für was hat Konstanz sowas!?
    Die Erwachsenen wo nicht geholfen haben werden wahrscheinlich wieder gut davon kommen,nur immer die Jugendlichen sind an allem Schuld!
    Wenn die Mädels und Jungs die den vermissten versucht haben zu finden,danach auch noch die jüngeren Kinder beruhigen mussten ist das für Konstanz mehr als traurig! Das hätte man wirklich anders Regeln können!

    • wak
      18. Juli 2013 at 08:00 #

      Diese Einschätzung teilen wir. Wir waren selbst nicht am Unglücksort. Dass Jugendliche und Kinder in so einem Fall psychologische Hilfe benötigen – oder auch heute noch benötigen, um das Unglück zu verarbeiten, ist sicher richtig.

  4. Uli Fechter
    18. Juli 2013 at 08:12 #

    Danke! Hoffen wir das es den Jungen bald besser geht und alle Jugendliche und Kinder die vor Ort waren,wenigsten durch die Eltern zu Hause aufgefangen werden und zur Not selbst psychologische Hilfe für ihre Kinder in die Wege leiten!

  5. Karl
    18. Juli 2013 at 09:47 #

    @wak
    In Ihrer Einschätzung, was die Behinderung von Rettungs-/ Einsatzkräften angeht stimme ich Ihnen absolut zu. Das geht gar nicht – und glauben Sie mir wenn ich Ihnen versichere, das ich aus eigener Erfahrung aus der Sicht der Rettungskräfte spreche. Deshalb auch mein Kommentar was Gaffer und deren unterlassene Hilfeleistung nebst behinderung von Einsatzkräften angeht.
    Ich denke aber auch, das die jugendlichen – und ich meine hier nur die Jugendlichen – in einer psychischen Ausnahmesituation, noch dazu ohne von einem Krieseninterventionsteam betreut eine nachvollziebare Reaktion an den Tag gelegt haben. Für die öffentliche Ordnung ist die Polizei zuständig, welche die Lage ja auch letztlich unter Kontrolle gebracht hat. Darüber zu berichten und „nichts wegzulassen“ ist per se absolut richtig.
    Ich fände es trotz allem etwas pietätvoller – aus Rücksicht auf die Freunde und Familienangehörigen des verstorbenen Jugendlichen – die „Begleitumstände“ etwas abgeschwächter zu formulieren und darzustellen.
    Ich schätze Ihre Arbeit durchaus und wollte diese auch nicht in Frage stellen. Meine Kritik bezog sich eher auf den unteren Absatz Ihres Artikels – alleine vor dem Hintergrund des wissens über den Zustand des Jugendlichen.

    • wak
      18. Juli 2013 at 09:59 #

      Vielen Dank für die Rückmeldung. Da haben Sie sicher Recht. Ein Kriseninterventionsteam oder ein Notfallseelsorger sind auf solche Situationen vorbereitet und können besser helfen. Wichtig wäre es jetzt Konsequenzen zu ziehen, damit in Zukunft Augenzeugen nicht alleine gelassen werden. Nach dem Flugzeugunglück in Überlingen 2002 habe ich erfahren, wie wichtig die kollektive Verarbeitung eines schlimmen Ereignisses ist. Es wäre sicher gut, wenn diese stattfinden würde – vielleicht sogar eine Geste am Ufer.

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