Junge Kunst aus Deutschland – Klasse Brenner in Konstanz

Junge Kunst Once the world_Priyanka JainKonstanz. Der Sommer gehört der jungen Generation. Studierende der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart stellen ab 13. Juli in auf Einladung des Konstanzer Kunstvereins im Kulturzentrum am Münster aus. Der Titel der Ausstellung heißt „WHAT A BOOM WHAT A BANG“. Vernissage ist am Freitag, 12. Juli 2013 um 19 Uhr. Eine Einführung gibt Prof. Birgit Brenner, Berlin/Stuttgart. Einen Preview gibt es schon am Donnerstag, 11. Juli, um 17 Uhr.

Von Skulptur bis Video

Benjamin Bronni, Priyanka Jain, Salome Kuon, Bettina Leib, Annkatrin Liebig, Jinsue Rhee und Katharina Volkmer zeigen Malerei, Skulptur, Zeichnung, Fotografie, Video und Installation. Neben konzeptuellen Arbeiten stehen aufwendig inszenierte Fotografien, Zeichnung entwickelt sich zu Objekt, Skulptur und Installation, Trash- und Popkultur werden zum Anlass künstlerischen Handelns. Die jungen Künstler studieren bei Birgit Brenner. Sie lehrt als Professorin an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart im Fachbereich Bildende Kunst, Fotografie, Zeichnung, Neue Medien.

Birgit Benner gerade in Tübingen

Birgit Brenner (*1964) studierte bei Rebecca Horn an der Hochschule der Künste in Berlin und machte dort ihren Meisterschülerabschluss. Sie wird die Konstanzer Ausstellung durch eine eigene Arbeit bereichern. Am 28. Juni eröffnete die Kunsthalle Tübingen eine große Einzelschau „Birgit Brenner – Für immer und ewig“. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift art (Juli 2013) finden Sie auf den Seiten 44 – 50 ein ausführliches Interview, welches Adrienne Braun mit Birgit Brenner geführt hat.

Benjamin Bronni

In seinen stets in installativen Zusammenhängen präsentierten Zeichnungen, Gemälden und skulpturalen Objekten geht es Benjamin Bronni um eine Befragung des Raumes. Seine präzise konstruierten Bilder erlangen mittels farbreduzierter, übereinander gelagerter, geometrischer Formationen bühnenhafte Eigenschaften. Trotz ihrer geradezu mathematischen Präzision erscheinen Benjamin Bronnis Installationen und Bilder als gänzlich irreale Räume, menschenleer und unheimlich.

Priyanka Jain

Ihre Video-Arbeiten lassen sich von Musik aus bekannten Bollywood-Filmen unterschiedlicher Epochen inspirieren. Bekannte Landschaftsszenen, die für die indische Filmgeschichte ikonisch wurden, legt Priyanka Jain ihren Animationen zugrunde. Sie wählt dabei bewusst Materialien wie Rosinen oder Blumen aus und thematisiert damit die Frage nach dem Wert der Dinge.

Salome Kuon

Die Künstlerin agiert zwischen den Medien Fotografie, Zeichnung, Video und Objekt. Ihre fotografischen Arbeiten bilden ein Zusammenspiel von Malerei, Skulptur und Performance. Sie sind Versuchsanordnungen, in denen die Gegensätzlichkeiten von Stabilität und Fragilität ausgelotet werden. Ihre Anregungen findet Salome Kuon in zwischenmenschlichen Beziehungen und Kindheitserinnerungen. Sie arbeitet ausschnitthaft und assoziativ.

Bettina Leib

Die plastische Arbeit Bettina Leibs ist inspiriert von strukturellen Formen und Mustern aus dem Makrobereich, wie beispielsweise abgeblätterter Putz auf Wänden oder Urinflecken am Wegesrand. Diese greift sie auf und setzt sie mittels Zeichnung und Fotografie in Skulpturen um. Ihre Figuren entsprechen keinem Schönheitsideal, haben sowohl menschliche Züge als auch Merkmale von Fabelwesen und gehen meist an den Rand des statisch Möglichen. Die Wirkung ist bizarr, wunderlich, naiv und verspielt.

Annkatrin Liebig

Überlegungen zu gesellschaftlichen Absurditäten, dem Zwiespalt des menschlichen Bedürfnisses nach Struktur und Ordnung und dem freien Spieltrieb liegen der künstlerischen Arbeit Annkatrin Liebigs zugrunde. Den aktuellen Skulpturen nähert sie sich von der Oberfläche her an. In einem von der Zeichnung ausgehenden, selbst entwickelten Druckverfahren schichtet sie rastergeschnittene Druckplatten aufeinander. Der handwerkliche Aspekt ist ihr in ihrer künstlerischen Arbeit sehr wichtig.

Jinsue Rhee

In ihren äußerst detaillierten und filigranen Zeichnungen geht die Künstlerin der Frage nach, welche Bedeutung die Dinge haben, die den Menschen umgeben. Was ist für ein menschliches Wesen wirklich wichtig? Für sie sind die Details, das „Kleingedruckte“ bedeutungsvoll. Alles, was man berührt oder benutzt hinterlässt die eigenen Spuren und bekommt damit eine Bedeutung. So entstehen sehr persönliche Zeichnungen, die eine individuelle und einzigartige Sicht auf die Umgebung, wie beispielsweise den täglichen Weg von der Wohnung zur Akademie entstehen lassen.

Katharina Volkmer

In ihren Arbeiten werden klassische Zeichenmaterialien wie Graphit, Kohle, Tusche oder Gouache verwendet. Der Malgrund ist meist Pappe, Holz, altes Papier. Es wird geschossen, gemordet. Die Figuren sind oft allein, mitten im Raum verloren. Das Verlorensein in der Welt zieht sich wie ein roter Faden durch Katharina Volkmers Arbeiten. Die meist lasierend ausgeführten, stets figurativen Zeichnungen entstehen zunächst intuitiv in ihren Skizzenbüchern und dienen als Ideengeber für ihre großformatigen Arbeiten und ihre animierten Videos.

Birgit Brenner

gestaltet in ihren Werken kleine und große Dramen des alltäglichen Lebens. Ihre großen Arbeiten aus einfachen Materialien wie Pappe, Fotos, Acryllack setzen dort an, wo der banale Alltag beginnt. Statussymbole oder sozialer Abstieg, Arbeitslosigkeit, Einsamkeit oder Angst vor dem Alter sind ihre immer wiederkehrenden Themen. Die Künstlerin thematisiert vertraute gesellschaftliche Ängste in Szenen, die sich in inneren Monologen oder zwischen Paaren abspielen. Mit Zeichnung, Fotografie und Text vereint Birgit Brenner in ihren großflächigen Collagen wie in der gezeigten Arbeit „Teppich“ von 2012 auf einer Fläche nicht nur unterschiedliche Materialien, sondern auch mehrere Realitäten als skizzenhafte Abbilder des Lebens. Die Versatzstücke ihrer Collagen scheinen auf den ersten Blick nicht zueinander zu passen, doch sie erzählen dabei eine Geschichte, die der Betrachter immer wieder neu und anders lesen kann. Von der Zeitschrift „Monopol“ wird Birgit Brenner als eine der „radikalsten zeitgenössischen Künstlerinnen“ gefeiert, „die sich in der Umsetzung ihrer künstlerischen Ideen nicht auf ein Medium beschränkt.“

 

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Infos

Ort: Wessenbergstrasse 39/41 im Kulturzentrum am Münster. Führungen gibt’s am So, 21. Juli 2013, 11 Uhr; Do, 15. August 2013, 17 Uhr; So, 01. September, 2013,11 Uhr. Öffnungszeiten sind Di –Fr, 10 bis 18 Uhr; Sa/So, 10 bis 17 Uhr.

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