Juso-Kreisverband Konstanz: Kitas statt Betreuungsgeld

Nachwuchsorganisation der SPD empört über rückwärts gewandte Politik – Kritik an „Kitafernhalteprämie“

Konstanz. Die Bundesregierung den Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld im Kabinett beschlossen. Die Jusos im Kreis Konstanz kritisieren das
 geplante Gesetz von Familienministerin Schröder scharf und fordern stattdessen, die Mittel für den dringend benötigten Ausbau von Kitaplätzen bereit
 zu stellen.
 „Das geplante Betreuungsgeld versetzt uns zurück in die fünfziger Jahre. „Es
 steht für ein Rollenbild bei dem Frauen wieder zurück an den Herd geschickt werden und entspricht nicht unseren Vorstellungen von guter Familienpolitik!“, erklärt der Juso-Kreissprecher Jan Welsch.

Schlecht für Frauen

Neben den Jusos stellt sich auch die SPD gegen die

Einführung des Betreuungsgeldes. In einer Studie bezeichnete die OECD das
 Betreuungsgeld als „desaströs“. Der Paritätische Wohlfahrtsverband
kritisiert, dass dieses Geld nur ein Bonus für Besserverdienende sei. Das
 Geld wirke an der falschen Stelle und die Folgen seien verheerend. Vor allem Frauen würden so motiviert, anstatt zu arbeiten, ausschließlich zu
Hause bei ihren Kindern zu bleiben. Daraus folge die erhebliche 
Abhängigkeit vom Einkommen des Ehemanns und Altersarmut vor allem von
 Frauen auf Grund nicht bezahlter Rentenbeiträge.

Schlecht für Kinder

Die Jusos sehen in der
 Einführung des Betreuungsgeldes die Zementierung traditioneller
Geschlechterverhältnisse. Leidtragende des Betreuungsgeldes wären zudem auch Kinder, die aus sozial
schwächeren Milieus kommen. Für sie wirke das Betreuungsgeld wie eine „Kitafernhalteprämie“, obwohl gerade sie stark von frühkindlicher Bildung und Integration in den Kitas profitierten.

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