Kammeroper im Konstanzer Theater: Der Säntis ruft

„Mord auf dem Säntis“ steigt am Sonntag für einen Tag ins Tal herunter

Konstanz. Wer den Mord auf dem Säntis nicht am Originalschauplatz in 2500 Meter Höhe erlebt hat, kann es im Stadttheater nachholen: am Sonntag, 26. Juni, um 20 Uhr wird die Kammeroper nach dem Libretto von Christoph Nix mit der Musik von Friedrich Schenker und Noldi Alder auf der Bühne des Stadttheaters einmalig aufgeführt.

Der Säntis-Stoff

Im Jahr 1922 verbringen Wetterwart Heinrich Haas und seine Frau Maria Magdalena den Winter auf ihrer Wetterstation hoch oben auf dem Gipfel des Säntis. Nachdem im Tal die regelmäßigen Wetterberichte ausbleiben, erklimmen mutige Säntisträger den vom Schnee eingeschlossenen Berggipfel und finden die Leichen des Ehepaars. Von einem Täter fehlt jegliche Spur. Drei Wochen später erhängt sich der Schustergeselle Gregor Anton Kreuzpointner in einer Alphütte in Urnäsch.

Faszination des Kriminalfalls

Den Konstanzer Intendanten Christoph Nix hat die Frage umgetrieben: Was brachte Kreuzpointner dazu, sich im Schneesturm über die gefährliche Ostwand auf den Säntis zu kämpfen? Was geschah zwischen dem 19. und 22. Februar wirklich auf dem Gipfel?

Volksmusik trifft Zwölftonmusik

So widersprüchlich der Mordfall, so unterschiedlich die beiden Komponisten dieser außergewöhnlichen Kammeroper: Friedrich Schenker, einer der bekanntesten Vertreter der 2. Wiener Schule, ein Zwölftöner und oppositioneller Avantgardist der DDR, und Noldi Alder, Appenzeller Volksmusikkünstler, Violinist, Hackbrettspieler, Naturjodler und Vertreter der vierten Generation der renommierten Appenzeller Volksmusik-Dynastie Alder.

Nicht genießen können die Konstanzer am Sonntag nur den grandiosen Ausblick.

Foto: V.l.n.r.: Yikun Chung, Jean Bermes und Chor; Foto: Ilja Mess

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