Kampagne für Konstanzer Kunstnacht am 22. September in lila

Violette Schleifen an Bäumen werben für Kunstnacht – Neustart nach einem Jahr Pause

Konstanz. Am Samstag, 22. September, findet nach einem Jahr Pause wieder eine Kunstnacht in Konstanz und Kreuzlingen statt. Weil Ausstellungsbesucher normalerweise eine fast geschlossene Gesellschaft sind, haben sich die Veranstalter vom Kunstverein Konstanz, der Neuwerk Kunsthalle und dem Kunstraum Kreuzlingen in diesem Jahr mit einer etwas anderen Kampagne viel Mühe gegeben. Ihr Ziel: Sie möchten eine größere Gruppe Interessierter erreichen.

Kunstnacht interessant für jüngeres Publikum

Mit neuem, zeitgemäßem Design wollen die Organisatoren der Konstanzer und Kreuzlinger Kunstnacht am 22. September ein jüngeres Publikum für die Kunst im öffentlichen Raum und die Nacht der offenen Galerien, Museen und Ausstellungsräume interessieren. Die Kampagne kommt in lila – oder auch dunklem Magenta – daher. Zwei Studierende der HTWG, Jan König und Pascal Botlik, haben das Design entworfen. Die beiden angehenden Kommunikationsdesigner, die vielleicht eines Tages Art Director in einer Werbeagentur sein werden, haben den Auftritt zu einem sehr günstigen Preis abgeliefert, wie Marie Lacher-Rapp vom Konstanzer Kunstverein und Richard Tisserand vom Kunstraum Kreuzlingen berichteten. Auch Studierende der Universität, Jacqueline Berl, Sarah Pagan, Kristina-Maria Schäfer und Fanny Zimmermann haben am Konzept für den Neustart mitgearbeitet.

Kampagne liefert Infos häppchenweise

Die Zielgruppe in der Nacht der Kunst sind nicht ausschließlich typische Besucher von Kunstausstellungen und Galerien, sondern ein breiteres Publikum. Zeitgemäßer als alles, was bisher war, soll auch die große Abschlussparty im Kulturladen sein. Bei einer Medienkonferenz machten die Organisatoren am Dienstag erstmals eine breitere Öffentlichkeit auf ihre Aktion aufmerksam. Die Veranstalter möchten es spannend machen. Die Kampagne für die Kunstnacht nimmt ganz langsam Fahrt auf. Zuerst verteilten die Veranstalter Visitenkarten mit Zitaten wie „Die Kunst ist die Tochter der Freiheit“ oder „Ist das Kunst oder kann das weg?“ und verwiesen auf die Website. Dann kamen Karten und schließlich das Programmheft und Plakate. Später sollen dann auch noch Konstanzer Bäume violette Schleifen tragen, um aufs Event aufmerksam zu machen. Auch Fotoshootings und Fotowände mit den geschossenen Bildern sind geplant.

Eine Nacht – viele Orte und Akteure

Ein Ausstellungsort wird der Boulevard Kreuzlingen sein. Zwei Künstler, die es gewohnt sind, in der Straße zu arbeiten, sind in Kreuzlingen auf dem Boulevard anzutreffen. Richard Tisserand freut sich ansonsten auf Medienkunst. Ein weiterer Ort, an dem Kunst zu sehen sein wird, ist die Universität. Hier gibt es Führungen. Das Zebra Kino zeigt Kurzfilme und alle, die mit dabei sind, werden mehr tun als nur die Türen ihrer Galerien und Hallen aufzusperren.

Performance unter Schänzlebrücke

Boris Petrovsky zeigt von 19.30 bis 21.30 Uhr eine musikalisch visuelle Performance unter der neuen Rheinbrücke. Ein bisschen Band, ein bisschen DJ, ein Flow und sicher nicht nur etwas für typische Galeriebesucher wird der Bildende und Medienkünstler präsentieren.

Interkulturelle Woche

Im Bildungsturm ist die Ausstellung „60 Jahre Baden-Württemberg, 60 Jahre Einwanderung“, eine Wanderausstellung „Zwischen Kommen und Gehen…und doch bleiben“ über Gastarbeiter in Deutschland zu sehen. Konstanz ist bereits die 60. Stadt, in der die Schau Station macht. Zeitgleich läuft die interkulturelle Woche.

Übergabe des Konstanzer Kunstpreises

Überreicht wird am Abend auch der Konstanzer Kunstpreis, den Markus Daum in Empfang nimmt. Der Bildhauer hat auch die Elser-Büste geschaffen, die an den Widerstandskämpfer erinnert, dessen Flucht an der deutsch-schweizerischen Grenze endete. Im Innenhof des Kunstvereins in der Wessenbergstraße wird eine Plastik des Künstlers zu sehen sein.

Erinnerung an Thurgauer Künstlerin

Das Kreuzlinger Museum Rosenegg zeigt eine klassische Kunstausstellung. Zu sehen sind Bilder von Helen Dahm, der 1958 verstorbenen bekanntesten Künstlerin aus dem Thurgau. Arbeiten von ihr hängen auch in Kunsthaus in Zürich. Die Ausstellung möchte die Künstlerin wieder bekannt machen.

Zwei Galerien öffnen

Beteiligt an der Kunstnacht sind auch zwei Konstanzer Galerien, die Galerie Bagnato und erstmals die Galerie Wesner, während die Galerien Grahey und Geiger dieses Mal fehlen. Stephan Geiger begründete das damit, dass die Daniel Spoerri Ausstellung mit den neuen Fallenbildern den Ansturm von mehreren Hundert Besuchern an einem Abend möglicherweise nicht unbeschadet überstehen würde. Diese Sorge hat Heidi Frehland offenbar nicht. Sie zeigt in der Galerie Bagnato Peinture Wojtek Klakla. Auf einem Glastisch schafft der Künstler in der Kunstnacht ein InstantWerk, dessen Entstehen gefilmt wird. Performances mit Musik finden um 19.30 Uhr und um 21.45 Uhr statt. Die Galerie Wesner stellt Susanne Lyner, Arbeiten auf Leinwand – Farbobjekte aus. Für de Abend ist die Vernissage der Ausstellung geplant – die Künstlerin ist anwesend.

Neuwerk Kunsthalle

Die Neuwerk Kunsthalle präsentiert Rob Swainstons Handgepäck. Der US-amerikanische Künstler ist bei der Vernissage um 20 Uhr dabei, verspricht Helga Sandl von der Neuwerk Kunsthalle. Außerdem gibt es eine Klangperformance der „salemklangwerker“. Finissage und Abschlussparty sind ab 23 Uhr im Kulturladen geplant.

Bus-Shuttle durch die Nacht

Da die Ausstellungsorte nicht in fußläufiger Entfernung voneinander liegen, gibt es während der Kunstnacht einen Bus-Shuttle. Abfahrt ist jeweils bei der AOK in der Unteren Laube. Einen Wegweiser durch die Nacht samt Busfahrplan findet sich genauso wie ein Timetable mit Hinweisen auf Aktionen und Sonderveranstaltungen im Programmheft. Infos über die Kunstnacht 2012 gibt es außerdem, wenn auch bisher nicht so vollständig wie gedruckt, im Web. Wer Eintritt und Zutritt zu den Ausstellungsorten haben oder den Bus nutzen möchte, muss sich einen Button kaufen. Er kostet 5 Euro und ermäßigt 3 Euro.

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