Kandidaten verweigerten sich Singener „Wochenblatt“

„Wochenblatt“ bläst seinen „Wahltest“ ab – Kandidaten wollen nicht neben NPD-Mann erscheinen

Konstanz/Singen. Nach den Turbulenzen wegen einer Aschermittwochsveranstaltung des Singener „Wochenblatts“ in der Singener Scheffelhalle ist die Wochenzeitung jetzt auch noch bei seiner geplanten Wahlberichterstattung auf Widerstand gestoßen. Dieses Mal ging es um Mini-Kandidateninterviews. Wie ein Wahlkampfmanager der SPD sagte, wollte die Zeitung auch die NPD befragen. Deswegen mochten die anderen Kandidaten nicht mit machen. Unverständlich sei es, dass die Wochenzeitung die Interviews jetzt lieber komplett streiche, als nur auf Beiträge des NPD-Bewerbers zu verzichten, so der SPD-Wahlkampfhelfer.

Bedingung: Keine Kandidaten-O-Töne neben NPD

Das Singener „Wochenblatt“ bat die Landtagskandidaten aus den Wahlkreisen Singen und Konstanz um Antworten auf vier von der Redaktion gestellte Fragen. Mit nur je 200 Zeichen sollten die Bewerber die vier Fragen beantworten. Politische Aussagen seien in dieser Kürze sowieso kaum möglich, hieß es dazu aus einem Wahlkampfbüro in Konstanz. Entscheidend für die Verweigerung der Kandidaten war dieser Umstand aber nicht. Auf gar keinen Fall wollte die Mehrzahl der Landtagskandidaten, unter ihnen die der vier im Landtag vertretenen Parteien, dass ihre O-Töne und Fotos unkommentiert neben denen des Kandidaten der rechtsradikalen NPD veröffentlicht würden.

„Wochenblatt“ verzichtet auf alle Interviews

Das „Wochenblatt“ reagierte auf die Verweigerung und Missfallensbekundungen aber anders als erwartet. Die Interviews mit den Bewerbern veröffentlicht das Singener „Wochenblatt“, wie es heute ankündigte, nun offenbar gar nicht. Der „Wochenblatt“-Wahltest fällt anscheinend aus. Die Fairness gebiete, dass die Kandidaten über die Entscheidung informiert würden, hatte es aus Singen dazu geheißen. Bei den Kandidaten, die die Fragen beantwortet hatten, bat die Zeitung um Verständnis. Mutmaßlich dürften  zumindest NPD und Republikaner der Redaktion geantwortet haben. Die Begründung des Blattes war ansonsten nach Informationen aus einem Wahlbüro recht dürr und lautete so: Die Wochenzeitung wollte kurz vor der Landtagswahl durch die Veröffentlichung nur eines Teils der Antworten keine „Wettbewerbsverzerrung“ schaffen, hieß es.

Foto: wrw PIXELIO www.pixelio.de

 

Ein Kommentar to “Kandidaten verweigerten sich Singener „Wochenblatt“”

  1. Hans Paul Lichtwald
    23. März 2011 at 18:29 #

    Es ist schon großartig, was Sie alles wissen. Da brauchen Sie keinen Konjunktiv.Das ist ein Indikativ.Fakt ist, dass im Wochenblatt keine Rechten und keine Linken zu Wort gekommen sind.Das reicht doch hoffentlich. Aber eine breite Debatte unter allen angeblich demokratischen Bewerbern ist offenbar nicht möglich. Zudem: Viel Glück für Ihre Konstanzer SPD-Informanten.

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