Kein Einlass mehr ins Konstanzer Konzil zu Kandidaten-Vorstellung

Viele Interessierte mussten draußen bleiben – Die besten Startplätze hatten Sabine Seeliger und Sabine Reiser

Konstanz. Nur gut 800 Konstanzerinnen und Konstanzer von mehr als 80.000 schafften es am Dienstagabend ins Konzil zur Vorstellung der 13 Kandidatinnen und Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl am 1. Juli. Bereits vor 19 Uhr gab es keinen Einlass mehr, weil der obere Saal bereits restlos überfüllt war.

Zehn Minuten Zeit für Bewerbung

Jeder Bewerber hatte zehn Minuten Zeit, sich und sein Wahlprogramm zu präsentieren. Die Reihenfolge entsprach der auf dem Stimmzettel. Die Grüne Sabine Seeliger machte den Anfang vor der unabhängig antretenden Sabine Reiser. Pirat Benno Buchczyk kam zum Schluss. Sven Zylla (SPD) und der von der CDU nominierte Uli Burchardt waren eingequetscht als achter und zehnter Redner an der Reihe.

 Sabine Seeliger

Die Auftritte der Bewerber und Bewerberinnen waren sehr unterschiedlich. Sabine Seeliger begann mit der Finanzkrise und sagte, in ihrer achtjährigen Amtszeit plane sie keine Prestigeprojekte. Sie sprach von Schulden, Verkehr, Klima, Wohnen und Bürgerbeteiligung und von einer indirekten City Maut. Mit den Einnahmen möchte sie den Busshuttle zum P+R Parkplatz bezahlen. Entscheiden wolle sie solche Fragen aber mit den Bürgern. Sie sagte, sie würde den Bürgerwillen respektieren – so wie es Kretschmann bei Stuttgart 21 getan habe. Zum Thema B 33 sagte sie, die Piorisierung beim Bundesfernstraßenbau sei gerechter als die Region zu bevorzugen, die den besten Draht nach Stuttgart hat, wie es die CDU gemacht habe.

Sabine Reiser

Sabine Reiser startete mit einer sehr persönlichen, direkten Ansprache. Die Konstanzerinnen und Konstanzer seien vielleicht gekommen, weil sie eine Entscheidungshilfe haben wollten und eine Antwort auf die Frage wen wählen. Sabine Reiser setzte auf ihre Kompetenz und darauf, wie sie sich zum Wohle von Konstanz einbringen möchte. Sie besetzte die Themen Wirtschaft, Wohnen und Verkehr sowie Bürgerbeteiligung, bei der sie aufs Web setzen möchte, und sprach vom sozialen Kitt, der die Stadt zusammen hält. Studierende möchte sie mit dem Trick „gewerbliches Wohnen“ in einer Art Studentenhotel in leerstehenden Gewerbeimmobilien unterbringen. Wie alle Kandidaten vergaß auch sie nicht zu erwähnen, was sie mit Konstanz verbindet. Ihr Wahlkampf sei ihre Arbeitsprobe, schloss Sabine Reiser.

 Sven Zylla

Sven Zylla stand auf Startplatz acht und damit nicht auf der Pole. Er musste es am schwül-heißen Dienstagabend erst einmal schaffen, die Aufmerksamkeit der mehr als 800 Zuhörerinnen und Zuhörer zu wecken. Der SPD-Kandidat probierte es mit einem fastnächtlichen Gassenhauer. „In de Hüetlinstroß am Eck, do wohnt de Vögele Beck. Der streckt de Arsch zum Fenschter raus, me mont es wär en Weck. Es isch kon Weck, es isch kon Weck, …“, zitierte Zylla. Er sagte, man müsse den Hintern bewegen, wenn man etwas für Konstanz erreichen will. Bürger wolle er frühzeitig in Planungsprozesse einbinden. Seine Themen seien Bildung, Wirtschaft und soziales Miteinander. Zylla sagt, er arbeite an der Schnittstelle zwischen Politik und Verwaltung und das qualifiziere ihn für den Job im Rathaus.

 Uli Burchardt

Uli Burchardt stand als zehnter vor dem selben Problem wie Zylla. Sein Weckruf war der Fußball. Er sagte, Spiele würden in der Nachspielzeit entschieden – und die beginne in der 91. Minute, also jetzt. Er stehe für soziale Marktwirtschaft und sei ein politischer Mensch. In seinem Leben wolle er nur einmal für ein politisches Amt kandidieren. Nachhaltigkeit sei sein Leitbegriff. Darüber hat er auch ein Buch geschrieben. Eine Promotour fürs Buch ist Burchardts Wahlkampf aber nicht. Er will OB in Konstanz werden. Die Nummer zehn sei der Spielmacher. Burchardt macht aber immer wieder den Spagat. Einerseits sagte er, der Intellektuelle und Autor, die Gesellschaft werde sich weiter entwickeln und wir werden weniger mit dem Auto fahren. Andererseits möchte er, der von CDU-Größen unterstützte Bewerber, aber auch den zügigen Ausbau der B 33.

Kein Livestream

Die Stadt hatte angekündigt, die offizielle Kandidaten-Vorstellung nicht ins Web zu stellen. Occupy Konstanz hat Videos online gestellt. Vielen Dank.

OB KandidatInnen 19.06.2012 (langes Video)
https://www.youtube.com/watch?v=BSUOhzta8tc

Einzelsequenzen
(Playliste https://www.youtube.com/playlist?list=PL4DF65C416987D1CD)
Listenplatz
01. Dr. Sabine Seeliger – http://www.youtube.com/watch?v=MrF8L-DlU00
02. Sabine Reiser – https://www.youtube.com/watch?v=a-1rHatcfy8
03. Thomas Linz – https://www.youtube.com/watch?v=52uIW-4GlE0
04. Mykola Neumann – https://www.youtube.com/watch?v=dFlA0HJan1w
05. Sylvia Grossmann – https://www.youtube.com/watch?v=1Pf3JMy73eE
06. Klaus Springer – https://www.youtube.com/watch?v=weJINSlwvMo
07. Martin Luithle – https://www.youtube.com/watch?v=SIQAJGKPLcs
08. Sven Zylla – https://www.youtube.com/watch?v=7RO1i0g2XNY
09. Henning Tartsch – https://www.youtube.com/watch?v=F_PVzZEFQ18
10. Uli Burchardt – https://www.youtube.com/watch?v=bA32XizVUe8
11. Roman Urban – https://www.youtube.com/watch?v=p1IVNJHNvkk
12. Andreas Kaltenbach – https://www.youtube.com/watch?v=5hqpfjePh_o
13. Benno Buchczyk – https://www.youtube.com/watch?v=xk_ptKPmHus

 

3 Kommentare to “Kein Einlass mehr ins Konstanzer Konzil zu Kandidaten-Vorstellung”

  1. Wo.Becker
    20. Juni 2012 at 16:04 #

    Schade das es ekien Livestream gibt, denn dann interessiert Bürger

    auch noch sehen können und zwar zeitunbhängig.

    Dann hätten auch die Ausgesperrten die möglichkeit bekommen, sich einen Eindruck zu erhaschen.

    Da war die Wirtschaft schon gut organisiert. Von deren Veranstalltung findet man im Web einen Livestream.

    Dafür von dieser Stelle mien DANK.

    Gestern war aber für die Nachzügler auch toll zu sehen, wie da so an die 100 – 150 Fahrräder ordentlich vor dem Konzil ( beim Gondelehafen, am Rand Stadtgarten ) geparkt waren.

    Wieder eine Stelle, wo Fahrradparken ohne Abstellanlage angesagt ist.
    Gut das wir unsere Räder überall abstellen können;

    Auch in Baumscheiben, Wiesen, mitten auf Plätzen….

    Die Städte wollen es scheinbar nicht immer anders.

  2. Bernd
    20. Juni 2012 at 16:48 #

    Ich konnte bei der Veranstaltung leider nicht dabei sein. Eine Beschreibung von Bennos Rede (oderbenno.de dem Kandidat der Piraten) hätte mich sehr interessiert. Im Südkurier stand leider auch nichts von ihm. Es sieht leider so aus, als ob die Kandidaten mit dem dicksten Werbeetat auch die größten Chancen haben. Die gute Nachricht ist, dass es jetzt Aufzeichnungen von der Veranstanstaltung auf youtube zu sehen gibt! So kann sich jeder selbst ein Bild machen. https://www.youtube.com/watch?v=xk_ptKPmHus

    • wak
      20. Juni 2012 at 17:19 #

      @Bernd Das Konzil war überfüllt, schade, dass Du nicht da gewesen bist. Ich persönlich habe mir nur 4 Kandidaten angetan. Mir war das Gedränge zu groß und die meisten waren sowieso nicht zu verstehen.

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