Keine Mehrheit für Fleischverbote in Konstanz

Konstanz. Weniger Fleischkonsum in Konstanzer Mensen und Kantinen, ja gern. Zwang und Fleischverbote möchte in Konstanz aber niemand. Trotzdem befasst sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag mit einem Antrag der Freien Grünen Liste (FGL). Die Fraktion der FGL wollte Fleischverzicht erzwingen. Sie blitzt bei städtischen Einrichtungen mit der Idee eines Fleischverbots an einem Tag in der Woche aber ab.

Begrenzte Begeisterung in Konstanz

Die Frei Grüne Liste wollte durch einen fleischlosen Tag pro Woche so viel CO2 einsparen wie zwei Millionen Autos jährlich verursachen. 100 deutsche Städte sollen sich an der Aktion bereits beteiligen, schreibt die FGL. Konstanz wird wohl nicht als weitere Stadt hinzu kommen. Denn mittlerweile liegen in Konstanz Antworten und Stellungnahmen des Personalrats der Stadtverwaltung, des Treffpunkts Petershausen, der Stadtwerke, der Spitalstiftung, des Sozial- und Jugendamtes und auch des Amtes für Schule, Bildung und Wissenschaft vor.

OB: Anteil an fleischlosem Essen hoch

Oberbürgermeister Uli Burchardt erklärte dazu: „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in den städtischen Einrichtungen der Anteil an fleischlosem Essen bereits sehr groß ist.“ Weitere Einschränkungen würden aus verschiedenen Gründen eher kritisch gesehen. Die meisten Betroffen seien dafür, die Esser durch Werbung zum freiwillige Fleischverzicht zu bewegen.

Verzicht auf Rindfleisch aus Kostengründen

Die Stadtwerke wiesen beispielsweise darauf hin, dass es bereits einen fleischlosen Tag pro Woche geben und außerdem jeden Tag ein vegetarisches Gericht. Der Personalrat möchte keinen fleischlosen Tag, der den städtischen Mitarbeitern zwangsweise verordnete würde. Er argumentiert, dann würden die Mitarbeiter, die Fleisch möchten, an diesem Tag eben nicht in der Kantine essen. In den Konstanzer Kitas hingegen gibt es schon zwischen einem und drei fleischlosen Tagen. Das Amt für Schule, Bildung und Wissenschaft sieht es nicht als seine Aufgabe an, das Essen in Mensen auf vegetarische Ernährung umzustellen. Seitens der Spitalstiftung heißt es, in den Pflegeheimen käme zum Beispiel Rindfleisch wegen der hohen Kosten sowieso nur selten aus der Küche. Im Treffpunkt Petershausen, wo ein Mittagessen 3.50 Euro kostet, gibt es bereits nur einmal pro Monat Fleisch – das dann aber in Bioqualität.

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