Keine Silvesterfeuerwerke mehr in Konstanzer Altstadt

Gemeinderat beschließ Böllerverbot für historische Altstadt und Stadelhofen

Konstanz. Nach anderen Kommunen mit historischen Altstädten hat jetzt auch Konstanz ein Verbot von Silvesterfeuerwerken in der Altstadt und in Stadelhofen beschlossen. Das sagte ein Sprecher der Stadt. Das Verbot gilt ab Silvester 2011. Die SPD hatte ein dauerhaftes Verbot beantragt.

Konstanz zieht nach

Bereits seit dem 1. Oktober 2009 dürfen in der Nähe von Fachwerkhäusern laut Sprengstoffgesetz grundsätzlich keine Feuerwerkskörper mehr abgebrannt werden. Auch Plätze vor Kirchen, Krankenhäsuern und Altenpflegeheimen sind tabu. Viele Städte mit historischer Bausubstanz in ihren Stadtkernen zogen weitreichende Konsequenzen. Jetzt hat dies auch Konstanz getan und mit großer Mehrheit und den Stimmen aus allen Fraktionen des Gemeinderats ein Verbot beschlossen. Nur drei Räte stimmten mit nein, und es gab zwei Enthaltungen. SPD-Stadtrat Jürgen Puchta forderte zunächst ein Verbot für den Bereich Niederburg und Altstadt, vom Rheinsteig bis zur Bodanstraße. Die CDU folgte ihm. Einige Räte wollten sogar ein noch weitergehendes Verbot für das gesamte linksrheinische Stadtgebiet.  Am Ende stimmten die Räte über den SPD-Antrag ab.

Neue Risikoeinschätzung nach Altstadtbrand

Der Altstadtbrand in Konstanz am 23. Dezember vergangenen Jahres veränderte die Sichtweise. Bei dem verheerenden Feier war ein Wohn- und Geschäftshaus mitten in der Konstanzer Altstadt eingestürzt und mehrere Nachbarhäuser wurden schwer beschädigt. Erstmals gab es deshalb an Silvester 2010 ein Verbot, in der Konstanzer Altstadt Raketen abzuschießen. Die Brandursache des Feuers vom 23. Dezember ist bis heute ungeklärt. Der Altstadtbrand, der Einsatzkräfte mehrere Tage lang beschäftigte, hat der Stadt aber die Folgen eines solchen Feuers dramatisch vor Augen geführt. Puchta sagte im Gemeinderat, auch wenn keine Feuerwerksrakete den Brand verursacht habe, so ließen sich aber zumindest Altstadtbrände durch Silvesterfeuerwerke verhindern.

Baudenkmal unwiederbringlich verloren

Das an Weihnachten abgebrannte Haus galt als ein „herausragendes Baudenkmal. In unterschiedlichen Epochen war an dem Haus an- und weitergebaut worden. Tiefe Mauern zeugen davon, dass ein Teil des Gebäudes bereits im Mittelalter stand. Ursprünglich befand sich an der Stelle offenbar ein Steinwohnturm. Ein Teil der Bausubstanz stammte aus späteren Jahrhunderten – aus der Renaissance und dem Barock. Unter dem Haus befindet sich ein Kellergewölbe. Zerstört worden ist bei dem Brand unter anderem auch auch eine Bohlenstube. Erfasst oder dokumentiert war so gut wie nichts.

„Nur“ ein Brand in 15 Jahren

In Konstanz hatte sich anfangs noch ausgerechnet die Feuerwehr gegen ein Feuerwerksverbot in der Altstadt ausgesprochen. In den vergangenen 15 Jahren hatte es, wie die Feuerwehr argumentierte, „nur“ einmal wegen eines Feuerwerkskörpers in der Konstanzer Altstadt gebrannt. Ein aus dem 15. Jahrhundert stammendes Haus wurde damals schwer beschädigt und unter anderem wurde ein denkmalgeschützter Dachstuhl ein Raub der Flammen. Mehrere Wohnungen waren danach wochenlang ganz oder teilweise unbewohnbar. Eine wurde komplett zerstört. Ein Übergreifen der Flammen, die aus dem lichterloh brennenden Dachstuhl schlugen, wurde damals von der Feuerwehr verhindert. Auch andere Stadtteile seien gefährdet, hatte die Feuerwehr argumentiert.

 

Foto: Maria Reinfeld PIXELIO www.pixelio

 

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